Gemeindeblatt aktuell

 

Das Leben hinterm Holzhaufen
Zwei oder drei Mal in der Woche lädt Eugen Völlm

Eugen Völlm (84): „Mir ist klar geworden, welche Verantwortung ich allein durch mein Dasein habe“

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M. Ernst Wahl

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Diakonie Mutmachbuch

Die Rose

Heute tue ich etwas, was ich nicht allzu oft tun muss. Ich befreie eine Rose vom

Staub,  der sich eben auf einen Gegenstand legt, der zur Zierde irgendwo steht. Dabei

gehe ich in Gedanken zurück in die Zeit, als die Rose mein Eigen wurde.

Ja, wie lange steht sie denn schon in der Zimmerecke auf dem kleinen Schränkchen,

wo immer so allerlei Krimskrams abgelegt wird? Sind es zwei, drei oder gar vier

Jahre? Die Zeit vergeht so rasend schnell, und deshalb komme ich manchmal etwas

draus beim Rückblick.

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, handelt es sich nicht um eine echte, sondern

um eine künstliche Rose, wie man sie an einer Schiessbude schiessen oder

aber in Geschäften mit künstlichen Blumen erwerben kann. Sicher hätte diese Rose

nie diese Beachtung gefunden, wenn sie nicht ein Geschenk von meinem ältesten

Enkelkind gewesen wäre. Nun halte ich sie wieder mal in Händen, und ich erinnere

mich an den Augenblick, in dem das Kind mit strahlenden Augen mir entgegen kam,

mir die Rose bei der Begrüssung entgegen streckte und sagte: „ Da Oma für dich.“

Die Freude, die aus diesen strahlenden Augen leuchtete, kann ich nicht vergessen.

Ja – und nun steht sie wieder vom Staub befreit in der Ecke auf dem kleinen

Schränkchen, nicht als wertvolle Zierde, für mich jedoch von grossem ideellen Wert.

Übrigens vor drei Wochen schenkte mir meine Tochter einen ganzen Strauss Rosen,

ohne besonderen Anlass, nur so mir zur Freude. Eine Rose davon steht heute

noch in der Vase, wie wenn sie erst gepflückt worden wäre, alle andern sind verblüht.

Wie arm wäre das Leben, ohne solche Zeichen der Liebe!

Ein Mann mit Namen James M. Barrie sagte einmal:

„ Gott gab uns das Erinnerungsvermögen, damit wir uns auch im Dezember an

Rosen erfreuen können.“

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