Christliche Themen für jede Altersgruppe

Noch'n Gedicht!

Marco Michalzik ist Slam Poet – die Kraft seiner Reime wird beim Vortrag vor Publikum erst richtig lebendig. Auch der Glaube ist ein Thema seiner Wortkunst. Dorothee Schöpfer vom Gemeindeblatt hat mit ihm gesprochen.


Schätzt die riesige Vielfalt beim Poetry Slam: Wortkünstler Marco Michalzik. (Foto: privat)

Einen Dichter stellt man sich im stillen Kämmerlein vor – Sie machen genau das Gegenteil und präsentieren sich mit Haut und Haar vor Publikum. Sind Sie besonders mutig?

Marco Michalzik: Das stille Kämmerchen gibt es ja trotzdem – das ist die Stufe ­davor. Aber dann möchte man schon, dass das jemand hört, was man sich ­zusammengereimt hat. Meine Slam-­Poetry-Texte sind ja für die Bühne, fürs Sprechen und Hören geschrieben. Dieser Zweiklang ist immer dabei.

Was ist für Sie der Reiz an einem Poetry Slam – also an einem Abend, bei dem Sie sich mit anderen quasi im Dichterwettstreit messen?

Marco Michalzik: Ich schätze die Vielfalt, die sich da bietet, auch für die Zuhörer: Da kann man in einem Moment etwas sehr Lustiges hören, dann einen politischen, gesellschaftskritischen Text und dann kommt plötzlich einer mit einem Liebesgedicht daher. Diese Unterschiedlichkeit finde ich sehr schön.

Man bekommt als Bühnendichter eine direkte Rückmeldung zu den Texten und wird sogar bewertet.

Marco Michalzik: Das ist schön, wenn es positiv ist. Aber man sollte das unmittelbare Feedback einer Jury auch nie zu hoch hängen, die wird ja oft ­relativ willkürlich aus dem Publikum rekrutiert. Lyrik ist ­immer sehr subjektiv.

Sie texten auch über Ihren Glauben – sind Sie damit in der Slam-Szene ein Exot?

Marco Michalzik: Nein, der Glaube hat da schon seinen Platz. Poetry Slam bedeutet erst einmal ganz viel Meinungsfreiheit , da kommt auch hin und wieder der Glaube vor. Der Glaube ist ein Teil von mir, deshalb bildet er sich auch in den Texten ab. Damit habe ich aber noch nie negative Erfahrungen gemacht, weder wenn ich allein auf der Bühne stehe noch in einem Wettbewerb.

Sie wurden dafür noch nie ausgebuht?

Marco Michalzik: Das darf man sowieso nicht, der Respekt ist ein hohes Gut bei Poetry Slams.

Was ist für Sie der Unterschied zwischen einem Gebet und einem Gedicht?

Marco Michalzik: Ein Text kann auch ein Gebet sein, es kommt auf die Anrede an. Ich schreibe Texte, die Gott als Gegenüber und als Du ansprechen, dazu könnte man auch Gebet sagen. Es gibt aber auch andere Stücke, die gleichen eher einem inneren Monolog mit mir selbst. Aber die Grenzen sind da fließend.

Was inspiriert Sie beim Schreiben?

Marco Michalzik: Ich schreibe über Sachen, die etwas mit meinem Alltag, meinem Leben zu tun haben, die mich be­schäftigen. Daraus ergeben sich Beobachtungen, die ich in Texte umsetze.

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