Christliche Themen für jede Altersgruppe

Auch mal etwas lassen können

Viele Menschen fühlen sich gehetzt, kommen nicht zur Ruhe. Was man dagegen tun kann, beschreiben Michael und Gerda Fitz, die Vorträge halten zum Thema „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Sie finden häufig schon die Sprache entlarvend. 

Gisela und Michael Fitz ermutigen Menschen dazu, sich Ziele zu stecken und diese auch umzusetzen (Foto: privat)


„Ich habe keine Zeit“ – das ist wohl einer der Sätze, die wir von unseren Mitmenschen am häufigsten hören. „Dabei stimmt das gar nicht“, sagt Michael Fitz, der mit seiner Frau Gerda zusammen Zeitmanagementkurse anbietet. Denn nie hätten wir mehr Urlaub und mehr Freizeit gehabt als heute. Aber während die Zeit als solche gleich geblieben sei über die Jahrhunderte, pressen wir heute immer mehr hinein, sagt Fitz. Das zeige sich  schon an unserer Sprache: „Wir gehen nicht mehr zur Bank. Sondern wir gehen mal schnell zur Bank. Kaufen dann noch kurz etwas ein und gehen anschließend geschwind zur Post.“

Nicht nur die Sprache, auch was wir tun, bestimmt unser Zeitgefühl. „Viele von uns schauen nicht einfach nur fern. Sie werfen nebenbei einen Blick auf ihre E-Mails oder sind mit dem Mobiltelefon zu Gange. Ganz nebenher wird dann auch noch etwas gegessen“, hat Gerda Fitz beobachtet.

An den Wochenenden versuchten wir immer, so viele Aktivitäten wie möglich zu realisieren. Viele Menschen glauben auch, ständig erreichbar sein zu müssen, sagen Michael und Gerda Fitz. Die Moderne haben einen neuen Menschentypus hervorgebracht, den Simultanten, also Personen, die vieles gleichzeitig tun und Pausen oder Wartezeiten schnell mit zusätzlichen Aktivitäten ausfüllen, um freie Minuten möglichst effektiv zu nutzen.

Wer im Alltag nicht mehr so gehetzt sein möchte, dem empfehlen Gisela und Michael Fitz, sich immer wieder bewusst zu machen, dass uns unsere Zeit gegeben ist – und unser Ziel sein sollte, dass wir uns seelisch, geistig und körperlich weiter entwickeln. „Dazu muss man sich Ziele setzen und diese auch verwirklichen“, sagen sie. Grundsätzlich müsse man sich der Frage stellen, was erfülltes Leben für einen selbst bedeutet. Wenn das heißt, viel Zeit für Freunde und Familie zu haben, „dann kann ich bestimmte berufliche Karrieren nicht einschlagen.“

Manchmal ist es gar nicht so einfach, sich ein Ziel zu setzen. Da kann die sogenannte „Löffelliste“ helfen: Darauf schreibt man alles, was man unbedingt noch machen möchte, bevor man den sprichwörtlichen Löffel abgibt. Die Annahme dabei ist, dass man nur noch sechs Monate zu leben hat. „Nehmen Sie die fünf Dinge auf der Liste, die Ihnen am wichtigsten sind – und setzen Sie diese in den nächsten sechs Monaten in die Tat um“, lautet der Rat der Fitzens.

„Das bedeutet, sich im Hier und Jetzt Ruhe zu gönnen. Für eine Tasse Kaffee, ein Telefonat, ein Gespräch mit Freunden oder Entspannungsübungen.“ Das bedeute auch, nein zu sagen und sich bewusst für eine Sache zu entscheiden.

Zwangspausen, wie beispielsweise in der Schlange an der Supermarktkasse, bekämen so einen ganz anderen Sinn: „Das gibt uns die Gelegenheit, die Gedanken schweifen zu lassen, tatsächlich Pause zu machen oder ein paar Entspannungsübungen“, finden Michael und Gerda Fitz. So gesehen, müsse man sich dann auch nicht mehr aufregen, wenn jemand umständlich sein Kleingeld herauskramt, um seine Rechnung zu bezahlen.

Ein weiterer Tipp der Zeitmanagement-Experten ist, sich Muße zu gönnen. Bewusstes Nichtstun führe nämlich häufig zu guten Ideen. Außerdem „können wir so unsere Akkus wieder aufladen und zu uns selbst finden“. Das Gefühl des Gehetzt-Seins schwindet auf diese Weise.

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