Christliche Themen für jede Altersgruppe

Denkfabrik für inneres Dreieck des Glaubens

Der neue Pfarrplan und die Reaktionen darauf

Neue Wege wagen erfordert Risikobereitschaft. (Foto: epd-bild)


Führt der neue Pfarrplan zu einer Abstiegsspirale nach dem Motto: weniger Kirchenmitglieder, weniger Pfarrstellen, sinkende Gemeindeaktivität, noch weniger Kirchenmitglieder? Im Kirchenbezirk Marbach soll es jedenfalls nicht so weit kommen. Dort hat sich eine Denkfabrik gegründet, die gegensteuern will und an Visionen arbeitet. Dabei geht es vor allem darum, Stellschrauben zu erkennen, an denen man etwas ändern kann, wie Bezirksjugendreferent Andreas Niepagen erklärt.

Im Zentrum steht dabei die Frage, was Gemeinde eigentlich ausmacht, und wie wichtig der Pfarrer dabei ist. Schließlich könnte man ja eventuell auch Ehrenamtliche fürs Predigen gewinnen. Aber hinter der Frage nach dem Predigen steckt für Niepagen noch mehr. Es ist die Frage nach dem Amt und die Frage danach, was eine Gemeinde braucht, um Gemeinde zu sein.

Niepagen legt hier ein Modell zugrunde, das einfach, einleuchtend und hilfreich für die Analyse ist. Als erstes malt er ein Viereck dazu auf. Jede der vier Seiten steht für einen wichtigen Baustein der Gemeinde. Diese sind: Personal, Gebäude, Programm und Geld. Alle vier Elemente seien nötig, um Gemeinde zu bauen.

Innerhalb dieses Vierecks zeichnet Niepagen nun ein Dreieck, das das geistliche Leben einer Gemeinde darstellt. Die drei Eckpunkte nennt er oben, innen und außen. Sie symbolisieren die Verbindung nach oben zu Gott, nach innen zur Gemeinschaft und nach außen in die Welt über Diakonie und Mission. Was passiert nun, wenn aus dem Viereck Elemente wegbrechen, wie Personal oder Gebäude? Das sei nicht das Entscheidende, sagt Niepagen. „Auf das Dreieck kommt es an. Das müssen wir neu lernen.“ Denn es mag Gemeinden geben, die an den äußeren Rahmenbedingungen reich sind, aber kein geistliches Leben mehr haben. Oder bei manchen Gemeinden existiert das Dreieck außerhalb des Vierecks in einer Parallelgemeinde. Für Niepagen ist die Denkfabrik der Ort, über diese Bedingungen nachzudenken und eine Strategie für das innere Dreieck zu finden.

Damit verbunden sind auch Fragen, wie wichtig Kirchenrenovierungen und neue Orgeln sind, ob eine Kirchengemeinde für Kulturdenkmäler da sein wolle oder für etwas anderes. Eine „inhaltliche Flurbereinigung“ nennt Andreas Niepagen dieses Verfahren.

Im Kirchenbezirk Marbach sind in dieser Denkfabrik zehn Personen Mitglied, die sich aus unterschiedlichen Bereichen wie Bezirksjugend, Pfarrer, Kirchengemeinderäten oder Diakonen zusammensetzen. Das Projekt ist auf zwölf Monate bis Ende 2017 angelegt. Treffen sind viermal im Jahr geplant. Die ersten Ergebnisse sollen der Herbstsynode 2017 vorgelegt werden. Vorschläge für Zeitplan und Umsetzung werden dem Kirchenbezirksausschuss gemacht. Der Vorteil in Marbach sei dabei, sagt Niepagen, dass das Jugendwerk dort eine gute Plattform darstellt, über die verschiedene Bereiche des Kirchenbezirks gut vernetzt sind. Eine gute Voraussetzung also, um das innere Dreieck aufzubauen.

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