Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Debatte um die Segnung Homosexueller Paare braucht mehr Transparenz

Kommentar von Petra Ziegler



Die Debatte um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare hat begonnen. Doch nicht mit dem Studientag der Landessynode, sondern bereits einen Monat vorher. Entfacht wurde sie durch die Forderung der Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold, das Kirchenrecht zu ändern und damit die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare möglich zu machen.

Nicht zuletzt deshalb wurde der Studientag am 24. Juni mit Spannung erwartet. Die Folge: Der Krach hat die Synode eng zusammengeschweißt. Hinterher hat kein Gesprächskreis den Studientag öffentlich bewertet. Alle schwiegen.

Auch der Sprecher der Landeskirche, Oliver Hoesch, gab sich nach dem Studientag bedeckt. Alles, was zu sagen sei, sei bereits vorher veröffentlicht worden. Darüber hinaus gebe es nichts weiteres. Nur noch so viel: Die sechs Vorträge, die in Bad Boll gehalten worden seien, sollen veröffentlicht werden. Doch das kann dauern, denn erst müssen die Referentinnen und Referenten ihre Beiträge autorisieren.
Das Thema Homosexualität wird in der Landeskirche seit 20 Jahren diskutiert. Mal geht es um die Segnung, mal darum, ob eine lesbische Pfarrerin mit ihrer Partnerin im Pfarrhaus wohnen darf oder nicht.

Doch warum wird die Debatte zu dem Thema zum wiederholten Mal nicht öffentlich und breit angelegt geführt? Warum sollen sich nur die Synodalen eine eigene juristische, theologische und ethische Meinung bilden? Wer möglichst viele erreichen will, muss für eine kompromisslose Transparenz sorgen. Nur so kann sich jedes Kirchenmitglied eine eigene Meinung bilden. Dass beim Studientag dann auch noch eine geheime Probeabstimmung zur Homo-Segnung geplant war, macht das Thema erst recht  zum Geheimnis.

Gemeinden werden das Gesetz, das eines Tages verabschiedet werden soll, nur dann akzeptieren, wenn sie vorher die Chance hatten, sich am Meinungsbildungsprozess zu beteiligen. Wenn sie die möglichen Varianten der Homo-Segnung oder auch die Gründe für die Ablehnung kennen, wenn sie von Fachfrauen und Fachmännern ein breites Wissen zum Thema abrufen können.

Doch mit strengster Geheimhaltung werden Synode und Kirchenbasis zu keinem Ergebnis kommen – auch dann nicht, wenn man „Geheimhaltung“ durch den Begriff „Vertraulichkeit“ ersetzt.

Vom Umgang mit einem herausfordernden Thema:

 

 

 

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