Christliche Themen für jede Altersgruppe

Idee der Woche


 (Foto: Bärbel Altendorf-Jehle)


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausgerechnet das neue Luther-Musical von Gerd-Peter Münden aufzuführen?

Marita Hasenmüller: Für mich und meine Chöre steht jedes Jahr anlässlich unseres Gemeindefestes ein Musical auf dem Programm. Etwas musikalisch Ansprechendes und Wertvolles zu finden ist nicht immer ganz einfach. Den Impuls im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr der Reformation habe ich sofort und mit Begeisterung aufgenommen. Ein Luther-Musical in unserer Columbankirche? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Gab es Vorbehalte von Seiten der Kirchenleitung oder von Eltern der Chorkinder?
Marita Hasenmüller: Nein, gar nicht. Von den Eltern kam allgemein große Zustimmung. Manche waren überrascht, aber durchaus aufgeschlossen. Und Pfarrer Bernd Herbinger war sogar sehr angetan, die Aufführung dieses Musicals in erster Linie auch als Wertschätzung den evangelischen Mitchristen gegenüber zu sehen. Ich bin davon überzeugt, dass evangelische und katholische Christen von der Basis her zusammenwachsen und heute mehr und mehr Wege beschreiten können, um gemeinsam in der Welt Gutes zu bewirken.

Haben die Kinder während der Proben auch etwas über Martin Luther erfahren?
Marita Hasenmüller: Natürlich. Das Stück ist ja quasi auch eine Biographie Luthers. Beim Erarbeiten haben wir ganz viel geredet – die Kinder sollen schließlich wissen, um was es geht, wenn sie das Musical aufführen. Viele Fragen sind aufgekommen, etwa zu Themen wie Ablass oder Fegefeuer. Ich war aber auch überrascht, wie viel manche Chorkinder schon über Martin Luther gewusst haben.

Waren Sie als katholischer Pfarrer mit der Idee Ihrer Kantorin einverstanden?
Bernd Herbinger: Sofort und ohne Einschränkung. Wir haben, denke ich, das Zeitalter der gegenseitigen Verletztheit verlassen. Das Luther-Gedenkjahr wurde von unserer evangelischen Schwesterkirche weder triumphal, noch selbstbezogen begangen. Es war vielmehr ein einziger großer ökumenischer Impuls. Der Gedanke, ein Luthermusical anlässlich des Gemeindefestes einer katholischen Gemeinde aufzuführen, zeigt deutlich, dass nichts nachgetragen wird oder offen ist in Fragen des Umgangs miteinander. Luther hat den Fokus des Glaubens wieder neu auf Christus hin justiert, was in dieser Zeit geradezu prophetisch gewesen ist. Dass aus seiner Kirchenreformation und -reform ein politisches Ereignis wurde, ist allerdings dem Zeitgeist geschuldet. Er war ein Funke im Pulverfass der Geschichte.

Das Konzert findet am 25. November um 16 Uhr in der Kirche St. Columban (Paulinenstraße 98) statt.



Die Wette ist gewonnen: Die Bürger aus Pfalzgrafenweiler (Dekanat Freudenstadt) haben es geschafft und in neun Monaten, vom ersten Buch Moses bis zur Offenbarung, die 66 Bücher, 1189 Kapitel, 31?171 Verse der Bibel per Hand abgeschrieben.
Kleine und große Bürger, Gruppen, wie der Shalomchor, der Seniorenkreis, auch verschiedene christliche Kirchen und Gemeinschaften haben sich daran beteiligt und die Bibel sauber und ordentlich, jeder in seiner eigenen Handschrift, abgeschrieben. Manche haben nur einen Vers übernommen, andere ganze Kapitel.
Insgesamt waren 250 Weilermer an dem Projekt beteiligt. Gebunden wurden die Blätter von der Schwarzwald-Werkstatt; die Künstlerin Natalia Gall aus Pfalzgrafenweiler hat der Weilermer Bibel, die aus fünf Büchern besteht, schöne Einbände gegeben.
Pfarrer Frank Ritthaler: „Das Schönste an dieser ‚Wette‘ war das ungeheure Gemeinschaftsgefühl, das dadurch entstanden ist.“ Die Bibel liegt in der Kirche in Pfalzgrafenweiler aus – Pfarrer Ritthaler verwendet sie ab und an, um daraus im Gottesdienst zu lesen. Text und Foto: Bärbel Altendorf-Jehle

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