Christliche Themen für jede Altersgruppe

Verantwortungsvoll

Lukas 12,42–48 (in Auswahl) Und der Herr sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzt, dass er ihnen zur rechten Zeit gebe, was ihnen an Getreide zusteht? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, solches tun sieht. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit zu kommen, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen, dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen. Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. 

Impuls zum Predigttext für den Letzten Sonntag im Kirchenjahr: Lukas 12, 42-48.  Von Eberhard Feucht


Eberhard Feucht ist Dekan in Herrenberg.



Novembertage sind Abschiedstage. Die Bäume lassen ihre Blätterhüllen fallen und scheinen nun noch schutzloser der Wetterlaune ausgeliefert zu sein. Im Garten erinnert die letzte verblühende Rose an die vergangenen Sommertage. Still legt sich in diesen Tagen der Nebel undurchsichtig über das Land. Die Natur steht als Gleichnis für die Menschen, die mit dem Tod eines anderen leben müssen und legt die Erfahrung offen, dass dem Tod keiner ausweichen kann. Genauso wenig wie der Verantwortung, die einem Menschen zu seinen Lebzeiten aufgetragen ist. Natürlich kann ich versuchen, diese Aufgabe zu ignorieren, weil dies alles mit Anstrengung verbunden ist, gerade in unangenehmen und anstrengenden Momenten. Natürlich kann ich fragen: „Was habe ich damit zu tun?“, und sagen: „Das geht mich nichts an“. Aber entziehen kann ich mich nicht wirklich: Ich habe Verantwortung in vielen Lebensbereichen gleichzeitig. Sei es bei Beziehungen, im Beruf, im Haushalt und im Alltag der Welt.
Von übertragener Verantwortung erzählt Jesus in seinem Gleichnis. Von einem Chef wird berichtet, der die Verantwortung an seinen Geschäftsführer überträgt und davon ausgeht, dass dieser im Sinne des Chefs handeln wird. Was der Vorgesetzte verlangt, ist nichts Außergewöhnliches, erst recht kein Opfer. Sein Vertrauter soll sich angemessen um die Mitarbeitenden kümmern und ihnen das geben, was ihnen zusteht. Von einem sinnvollen Arbeitsplatz bis hin zu genügend Essen. Dazu gehört ein gutes Wort, Anerkennung und Respekt vor den Mitarbeitenden.
Es kann aber auch anders gehen. In sieben von zehn Mobbing-Fällen hat ein Vorgesetzter seine Finger im Spiel. Oder das Unternehmen wird zum Selbstbedienungsladen für Spitzenmanager, die sich Gehälter und Boni in unanständiger Weise genehmigen. Im Gegensatz dazu muss die alleinerziehende Mutter schauen, wie sie über die Runden kommt.
„Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzt, dass er ihnen zur rechten Zeit gebe, was ihnen an Getreide zusteht?“, fragt Jesus. Der Verwalter, den Jesus „selig“ preist, tut das, was ihm aufgetragen ist. Er übernimmt seine Verantwortung. Treu und klug handelt der Beauftragte, der auf das Wohlergehen der ihm anvertrauten Menschen achtet. Unüberhörbar steckt die „Antwort“ in dem Begriff Verantwortung. Ich weiß mich einem Gegenüber verpflichtet.
Gott will als Hausherr des Lebens und der Welt, dass wir mit den uns anvertrauten Menschen verantwortlich umgehen und stellt uns alles dafür zur Verfügung, worauf wir auch stolz sein können: Fähigkeiten und Lebenszeit.
Wir tragen Mitverantwortung für das Haus des Lebens und alle, die darin leben. Für die Kostbarkeiten, die Gott uns mit seinem Wort gegeben hat und mit dem, was er uns in Aussicht stellt.
Am Totensonntag erinnern sich Christinnen und Christen, dass dieser Tag gleichzeitig Ewigkeitssonntag ist. Im Blick auf das Ende unseres Lebens schauen wir auf den, der uns fragen wird: „Was hast Du gemacht aus deinem Leben?“
Mit „schwarzer Pädagogik“ zu drohen ist nicht hilfreich. Hoffungsvoller ist, darauf zu vertrauen, dass es eine Begegnung mit Gott geben wird und wir ein Gesicht sehen werden, das wir kennen – das Gesicht des Christus in Gestalt eines Kindes in der Krippe und als Mann am Kreuz, der für uns durch den Tod gegangen ist und alle Schuld gleich mitgenommen hat.


Gebet
Du hast verheißen, dass dein Reich kommen werde,
dass am Ende der Zeit alle Mächte dir dienen und
dich preisen werden, dass du am Ende alles sein
wirst und nur dein Wille gelten wird.
Wir danken dir, Herr, dass wir dies aus deinem
Mund wissen.
Ich weiß, dass dann auch ich, der kleine Mensch,
vergangen sein werde, dass ich keine Rolle mehr
spielen werde als allein dein Kind zu sein.

Aus: Jörg Zink, Wie wir beten können, Kreuz-Verlag, S. 241












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