Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gemeinschaftsgefühl zählt

HEUBACH (Dekanat Schwäbisch Gmünd) – Wie bringe ich Jugendliche dazu, der Kirche auch nach der Konfirmation verbunden zu bleiben? Diese Frage stellen sich viele Gemeinden. Die Kirchengemeinde Heubach hat darauf eine Antwort gefunden. 

Aufwärmen mit dem lustigen Pinguin-Lied: das abwechslungsreiche Abendprogramm wird von den Jugendlichen mit viel Hingabe gestaltet. (Foto: Claudia Burst)


 „Auf geht’s Karl. Los. Los. Los“, feuern vier Jungscharler in voller Lautstärke und mit roten Backen ihren Teamkameraden an. Karl gehört zu „ihrem“ Land, mit dem sie an diesem Mittwochabend an den „Olympischen Winterspielen“ teilnehmen. Der Junge muss so schnell wie möglich den Schlittschuh-Parcours überwinden. Vier andere „Länder“ kämpfen  in anderen Disziplinen um Medaillen.

„Wir machen immer so coole Sachen“, schwärmt die achtjährige Sophia. Deshalb geht sie so gerne in die Jungschar. Ihre Freundin Phoebe findet „alles richtig gut“ – sagt’s, und wendet sich wieder dem Abenteuer Spielen zu.

Die Verantwortlichen für diesen und all die anderen Mittwoch-Jungschar­abende sind 15 oder 16 Jahre alt und mit Begeisterung dabei. Den speziellen Abend heute hat Maren vorbereitet. Helen, Jonas und Linda unterstützen sie dabei. An den anderen Tagen tragen Ronja, Lena, Fiona, Max, Melissa, Thilo oder Anna die Verantwortung. „Das ist gut aufgeteilt. Damit hält sich der Aufwand für die Einzelnen in Grenzen“, sagt Jonas.

Für Pfarrer Rudolf Spieth ist das Experiment, Konfirmanden als Jungscharleiter einzusetzen, ein Erfolgsprojekt. Es ist auf die Initiative der Heubacher Diakoniebeauftragten Ulrike Gugel zurückzuführen. Betreut wird es inzwischen von Spieth und von Diakon Lars Wittek.

Es war eine Möglichkeit, die „schon während der Konfirmationszeit ausgesprochen engagierten Jugendlichen“ weiterhin für die kirchliche Arbeit zu interessieren. Elf der 40 Konfirmanden aus dem Jahr 2015 sind auf diese Weise aktiv. Und weitere elf Jugendliche aus dem vergangenen Jahr mussten ebenfalls nicht bekniet werden: Sie hatten schon vor der offiziellen Anfrage miteinander darüber gesprochen und gründeten eine weitere Jungschargruppe mit jüngeren Kindern, die immer freitagnachmittags stattfindet.

Die Jugendlichen füllen ihr Ehrenamt mit Hingabe aus. „Das Spielen mit den Kindern macht Spaß“, lautet ein Grund, den sie nennen. Ronja fällt ein weiterer ein: „Mir gefällt, dass ich dadurch die anderen aus der Gruppe regelmäßig sehe. In der Schule haben sich unsere Wege getrennt, aber so bleiben wir zusammen.“

Genau das sieht Pfarrer Rudolf Spieth ebenfalls positiv: „Das freut uns natürlich, dass die Jugendlichen so zusammenwachsen. Sie kennen sich alle ja schon seit dem Kindergarten. Aber das hier ist nochmals intensiver.“

Zu dem Gemeinschaftsgefühl haben auch zwei für die Jugendlichen organisierte fünftägige Reisen nach Berlin und Hamburg beigetragen, die von der Gemeinde mit einem Zuschuss gesponsert wurden. „Die waren Schulung und Dankeschön in einem“, sagt Spieth. Schulung erhielten die jungen Menschen außerdem beim Evangelischen Jugendwerk in Schwäbisch Gmünd, wo sie den Grund- und einen Aufbaukurs für den so genannten Quali-Pass absolviert haben.

„Das Ganze ist auch deshalb ein Erfolg, weil nicht nur die befreundete Gruppe zusammenbleibt, sondern auch Generationen miteinander verbunden sind“, ergänzt Lars Wittek. Etwa weil manchmal die jüngeren Geschwister der Betreuer an der Jung­schar teilnehmen. Wie etwa Hanna, die neunjährige Schwester von Helen.

Und auch wegen der Mentoren. Das sind, neben Spieth oder Wittek, meist Elternteile der Jungschar-Betreuer. Sie tragen die rechtliche Verantwortung für die Veranstaltung. Eine von ihnen ist Anette Wahl, Marens Mutter und Kirchengemeinderätin im Ort. „Es sind schon manchmal richtig viele Kinder, die da kommen. Da ist Unterstützung von außen ab und zu notwendig“, sagt sie. Und stellt gleichzeitig fest: „Sie brauchen uns immer weniger. Das klappt inzwischen richtig gut.“

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