Christliche Themen für jede Altersgruppe

Stiften für die Zukunft

TÜBINGEN – Kirchliche Jugendarbeit in der Stadt muss immer wieder neue Angebote ausprobieren. Da gibt es viele Erfolge, manchmal aber auch den ein oder anderen Misserfolg. Um für solche Fälle finanziell abgesichert zu sein, hat der CVJM Tübingen eine Stiftung gegründet.

Der Verkauf des Grundstücks vor dem CVJM-Haus, auf dem ein Neubau steht, hat dem CVJM das nötige Geld für die Gründung einer Stiftung gebracht. (Foto:Wolfgang Albers )


Eigentlich mag man es ja nicht so, wenn einem die Aussicht verbaut wird. Wer jetzt auf der Terrasse des Tübinger CVJM-Hauses steht, guckt auf die Rückwand eines hohen Wohnhauses. Vor ein paar Jahren hatte man hier, am südseitigen Österberghang, einen freien Blick zum Neckar. Aber die CVJM-Ler können mit dieser Einschränkung gut leben – hilft ihnen dieser Nachteil in der Wohnqualität doch ganz erheblich in ihrer Jugendarbeit.

Am 4. Februar gründet der CVJM nämlich eine Stiftung. So etwas hat kaum ein CVJM, denn eine Stiftung muss erstmal ordentlich mit Kapital gefüttert werden. Und das haben sich die Tübinger mit dem Verlust der Aussicht erkauft. Der ganze Hang hinunter zur Straße war Eigentum des CVJM, und wer nur ein bisschen den Tübinger Immobilienmarkt kennt, weiß, dass jeder Quadratmeter hier – und vor allem bei einer 1-A-Lage wie am Österberg – eine Goldader ist. Und so haben die CVJMler die untere Grundstückshälfte verkauft – und ihr Konto gut gefüllt.

Mit dem Geld haben sie zum einen ihr Haus gerichtet, einen prächtigen, aber eben auch kostenverschlingenden Bau. 400.000 Euro aber haben sie beiseite gelegt.Diese stecken sie nun in die neue Stiftung. „Für junge Menschen“ heißt sie, ist also explizit für die Jugendarbeit gedacht.
Da ist der CVJM in Tübingen gut unterwegs. Er macht für die sieben Gemeinden der Tübinger Gesamtkirche die Jugendarbeit vom Wochenendtreff über Schülergruppen bis hin zu Projekten mit Konfirmanden. Und er organisiert viele Freizeiten, an denen im Jahr gut 400 Kinder und Jugendliche mitmachen. Möglich ist das nur, weil rund 120 Ehrenamtliche sich im CVJM engagieren.
Also: Es geht was. Aber ein Selbstläufer ist das nicht. Tübingen ist nicht ländlich-kirchlich, sondern eine moderne Stadt mit entsprechender Säkularisierung und einem vielfältigen Angebot für junge Leute. „Wir müssen deshalb Hilfs- und Entwicklungsorganisation kämpfen“, sagt Cyrill Schwarz, leitender Jugendreferent. Und sich auch im Angebot immer wieder überlegen, was junge Leute zum Kommen motivieren könnte.

Ein Beispiel dafür ist die Reihe „Secret Places“: Treffpunkt sind Orte, die normalerweise nicht zugänglich sind. Erst zwei Stunden vor Beginn erfahren Interessierte, wohin sie kommen sollen. Dort spielt ein christlicher Singer-Songwriter, Impulse laden zu neuen Sichtweisen auf Lebens- und Glaubensfragen ein. Da diese Abende außerhalb kirchlicher Räume liegen, sind sie ein niederschwelliges Angebot –das so gut genutzt wird, dass nach einer ersten Staffel im Herbst nun im Frühjahr eine Fortsetzung folgt.
Das freut Cyrill Schwarz. Aber am Anfang hat er auch einen Misserfolg einkalkuliert. Und da solche Projekte auch Geld kosten, werden sie eventuell aus Angst vor einem Misserfolg gar nicht angepackt. Deshalb, sagt Cyrill Schwarz, „braucht es finanzielle Resourcen, um Neues auszuprobieren, um herauszufinden, wo sich neue Türen öffnen. Geld sollte kein Hindernis sein, um etwas Neues zu wagen“.

Genau diese Sicherheit soll jetzt die Stiftung bieten, als weiteres finanzielles Standbein neben Spenden und Zuschüssen der Gesamtkirchengemeinde. Und sie soll die Jugendarbeit für die Zukunft sichern: „Wir wollen künftigen Generationen eine Hinterlassenschaft geben, mit der sie etwas gestalten können.“

Damit da auch was zusammenkommt, sucht der CVJM noch Spender, die das Stiftungskapital auf 500.000 Euro aufstocken. So oder so: Das Zinsumfeld für Stiftungen könnte besser sein. Immerhin wird die Stiftung bei der Landeskirche verwaltet, mit dortigen Stiftungen – und ein bisschen Kapital werfen diese noch ab. „Das Zinsniveau wird sich auch wieder ändern. Stiftungen sind ja, salopp gesagt, auf die Ewigkeit angelegt“, sagt Schwarz.

www.cvjm-tuebingen.de

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