Christliche Themen für jede Altersgruppe

Alle stehen ums gleiche Feuer

Kinderkirche, Jungschar, Jugendchöre, Konfirmandenarbeit: Niemals mehr im Leben eines Christen erreicht die Kirche ihre Mitglieder so stark wie in der Kinder- und Jugendarbeit. Doch auch hier ändert sich die Landschaft. Mehr Kooperation hieß daher das Schlüsselwort auf der Synode. 

Der Reiz des Lagerfeuers ist auf Freizeiten unübertroffen. (Foto: epd-bild)

Es sollte öfter als nur alle 16 Jahre vorkommen, dass sich eine Landessynode das Schwerpunktthema Kinder- und Jugendarbeit setzt, merkte Friedrich Schweitzer an, als er vor der „hohen Synode“ die Studie „Jugend zählt“ aus dem vergangenen Jahr noch einmal in Erinnerung rief. Der Professor für Religionspädagogik an der Evangelisch-theologischen Fakultät Tübingen verwies darauf, dass eine Synode sich vor 16 Jahren zum letzten Mal mit der Jugend schwerpunktmäßig beschäftigt habe.

Die Studie bescheinigt der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit einen großen Erfolg und zugleich eine große Gefahr: Denn zum einen nehmen knapp 20 Prozent der jungen Kirchenmitglieder in Württemberg an einem regelmäßigen Gruppenangebot der Kinder- und Jugendarbeit teil und weitere sieben Prozent sind in Musikgruppen engagiert – eine hohe Zahl.

Setzt man die Teilnahmerzahlen der regelmäßigen Gruppen aber nicht ins Verhältnis zu den evangelischen, sondern zu allen Kindern und Jugendlichen, unabhängig von ihrer Konfession, dann zeigen sich Quoten, die im Bereich zwischen zwei und acht Prozent liegen. In einer durchschnittlichen Grundschule mit 100 Kindern, wären  dann acht in einer kirchlichen Kindergruppe, drei im Kinderchor und drei im Kindergottesdienst.

So konnte auch Friedrich Schweitzer angesichts der Statistik ausrufen: „Der Gesamteindruck: überwältigend! Welch ein Angebot!“ Um aber langfristig den Anschluss nicht zu verlieren, sei es dennoch nötig, Überschneidungen, die jetzt schon da sind, zu verstärken und noch mehr zu kooperieren. Also: Wenn die Konfirmandenarbeit von Jugendlichen gemacht wird, die dann für die Jungschar werben, wenn das Krippenspiel vom Kinderchor und nicht nur der Kinderkirche gestaltet wird, dann findet Jugendarbeit nicht mehr nur auf vielen Inseln, sondern in einer Gesamt-Landschaft statt – eine Forderung, die durch den Titel des Schwerpunktthemas „Landschaften statt Inseln“ seinen Ausdruck fand.

Was evangelische Jugendarbeit von allem anderen weltlichen Engagement unterscheidet, stellte Gottfried Heinzmann, Leiter des Evangelischen Jugendwerks (ejw), an den Beginn seines Beitrags: nämlich den Auftrag, das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen als „Zuspruch und Anspruch Gottes auf das ganze Leben und die Gestaltung der Welt“.  Und wenn alle diese gemeinsame Perspektive haben, nämlich Kinder und Jugendliche auf dem Weg des Glaubens zu begleiten, dann gelinge eine Gesamtperspektive, wo es nicht mehr wichtig sei, ob die Api-Jugend oder die Jungschar, die Kinderkirche oder der Kinderchor mehr Mitglieder habe. Dann, so könnte man zusammenfassen, stehen alle ums gleiche Feuer.

Eine gemeinsame Herausforderung ist die Veränderung der Schullandschaft: Der Nachmittagsunterricht wirft die Frage auf, wann kirchliche Jugendarbeit stattfinden soll. Also müsse man neue Formen suchen, forderte Heinzmann und dorthin gehen, wo die Kinder sich aufhalten.

Eine Lanze brach er für die Freizeiten, die nach wie vor großen Zuspruch erfahren. Fast 55?000 junge Menschen fahren jährlich in ein Zeltlager. Den Erfolg könne nur der verstehen, der „in die Augen eines Mädchens blickt, das mit nach Lagerfeuer stinkenden Klamotten heimkommt“, fand Heinzmann. Gerade die Freizeitenarbeit könne noch besser als bisher auf die Betreuungswünsche von Eltern reagieren.

Wie sehr sich die Arbeit mit Kindern verändert hat, das bestätigten Landeskirchenmusikdirektor Bernhard Reich, Landeskinderkirchpfarrer Frank Widmann und Thomas Eberdinger, Dozent am Pädagogisch-theologischen Zentrum für die Konfirmandenarbeit. Zeitlich begrenzte Projekte würden immer wichtiger, die Verknüpfung mit Kindergarten und Schule bedeutender. Und so stabil beispielsweise die Konfirmandenarbeit sei, betonte Thomas Eberdinger , in vielen Gemeinden sehe es nach der Konfi-Zeit ernüchternd aus: „Oft Brachland“, sagte er, „Gott sei Dank aber auch: blühende Landschaften.“



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