Christliche Themen für jede Altersgruppe

Das junge Gesicht der Synode

Begegnungen zwischen Gott und den Generationen ermöglichen, insbesondere Kinder und Jugendliche zu einem Leben mit Gott einzuladen: Das ist das Anliegen von Prisca Steeb (20). Die Stuttgarterin ist als jüngstes Mitglied in die Landessynode gewählt worden.  


Prisca Steeb in ihrem Zimmer, das sie sich früher mit Geschwistern teilte. Im Hintergrund ein Puzzle, die ganze Familie puzzelt gern. Und Plakate mit chemischen Formeln. (Foto: factum)

1. Dezember 2013. Wahlabend im Evangelischen Oberkirchenrat. Ein paar Alt-Synodale sind gekommen, auch einige Kandidaten. Unter ihnen eine der jüngsten Bewerberinnen, Prisca Steeb (20) aus Stuttgart. Sie wollen direkt erfahren, wie die Wahl zur Landessynode ausgegangen ist. Doch ihre Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn der Abend zieht sich hin. Das erste Ergebnis aus einem der 24 Wahlkreise wird kurz vor 22 Uhr bekannt gegeben. Es dauert noch lange, bis die Ergebnisse aus Stuttgart, dem Wahlkreis von Prisca Steeb, eintreffen. Auf ihrem Gesicht spiegeln sich mal Hoffnung, mal Ungewissheit. „Zwischenzeitlich war ich mir nicht sehr sicher, ob ich auch gewählt werde“, erzählt die Studentin später.

Am Wahlabend sprechen ihr ihre Begleiter Mut zu. Doch die Ungewissheit ist groß. Erst gegen halb eins, die Besucher sind inzwischen viel weniger geworden, ist das Stuttgarter Wahlergebnis öffentlich. Prisca Steeb ist als Miglied der Landessynode für den Gesprächskreis Lebendige Gemeinde gewählt. „Im ersten Augenblick habe ich das gar nicht so richtig realisiert“, berichtet Steeb. Natürlich haben ihr ihre Begleiter zum Wahlsieg gratuliert. Und selbstverständlich hat sich Prisca Steeb gefreut. Doch welche Verantwortung ihr mit der Wahl übertragen wurde, habe sie erst nach und nach gespürt, vor allem während der Klausurtagung der neuen Synode im Januar.

Aufgewachsen ist Prisca Steeb mit neun Geschwistern in Stuttgart. Sie ist die Zweitjüngste. Auch jetzt, wo sie in Tübingen Theologie und Chemie auf Lehramt studiert, hat sie ihren Lebensmittelpunkt immer noch in der Landeshauptstadt. Sie ist quasi jedes Wochenende da; auch unter der Woche kommt sie mindestens einmal nach Hause. Denn sie begleitet den Chor der Ludwig-Hofacker-Gemeinde am Klavier und engagiert sich im Jugendgottesdienst (Jugo) in Stuttgart. Früher hat sie auch Jung-schar gehalten und im Ferienwaldheim mitgearbeitet, aber das geht nun zeitlich nicht mehr. Sie unterstützt die „Stadtbeweger“, eine Gruppe junger Leute aus unterschiedlichen Gemeinden in Stuttgart. Sie laden mit ungewöhnlichen Mitteln zu den Jugos ein. „Einmal haben die Jugendlichen Rosen verschenkt“, erzählt sie. Ein anderes Mal boten sie Kinderschminken an. Prisca Steeb allerdings war bislang nicht dabei, weil sie in der Zeit normalerweise mit den Aufbauten für den Jugo beschäftigt ist, den sie später auch moderiert. Doch wenn sie von den Einladungsaktionen erzählt, beginnen ihre Augen zu strahlen. Denn sie selbst will Menschen einladen, ein Leben mit Gott zu leben.

Welche Form so ein Gottesdienst haben muss, ist für Prisca Steeb nicht so wichtig: „Unterschiedliche Menschen brauchen auch unterschiedliche Angebote.“ Das gelte auch für Popularmusik und für neue Gemeindeformen. Beides könne „viel dazu beitragen, dass Menschen zum Glauben kommen können“.

Dass die Stadtbeweger zum Jugo mit solchen Mitteln einladen, hat einen guten Grund: „Wir wollen unseren Dienst an den Menschen tun, nicht nur in der Kirche drinnen, sondern auch auf die Leute zugehen.“ Die Predigt sei zwar wichtig, aber der Dienst am Menschen eben auch.

Prisca Steeb hat ein großes Herz für Kinder und Jugendliche; ihre Berufswahl, Lehrerin, verwundert daher nicht. In der Synode wird sie folgerichtig dem Ausschuss für Bildung und Jugend angehören. Welche Schwerpunkte sie in ihrem Amt als Landessynodale setzen will? Prisca Steeb bittet um Geduld. Bei der Klausur im Januar hat jeder Synodale einen großen Stapel Unterlagen bekommen, zu den unterschiedlichsten Themen. Zur Verdeutlichung hält sie ihre Hände so weit auseinander, dass zwei Schuhkartons übereinander passen würden. „Mir ist bewusst, dass ich eine Weile brauchen werde, um mich einzuarbeiten.“

Dennoch zeichnen sich jetzt schon Interessenschwerpunkte ab, die auf der Hand liegen: Religionsunterricht zum Beispiel. Die Kinder- und Jugendarbeit. Und das Thema Gottesdienst. Sie erzählt davon, dass in ihrer Gemeinde Kindergottesdienst und Gottesdienst eng verzahnt sind, es gibt einen gemeinsamen Beginn, die Kinder „entschwinden“ später. Das gefällt Prisca Steeb. Denn: „Gottesdienst ist dort, wo Generationen einander begegnen.“

Dass sie die jüngste Synodale ist, empfindet Prisca Steeb als Vorteil: „Ich habe einen anderen Blick und andere Gedanken, die ich einbringen kann“, sagt sie selbstbewusst.

Information:
Am 22. Februar tritt die neu gewählte Landessynode zu ihrer konstituierenden Sitzung in der Stuttgarter Liederhalle zusammen. Beginn ist um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der Stiftskirche. Um 10.30 Uhr wird die Sitzung im Hegelsaal in der Liederhalle eröffnet.

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