Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ein grünes Denkmal der Reformation

Im Luthergarten in Wittenberg sollen bis zum Reformationsjubiläum im nächsten Jahr 500 Bäume wachsen. Kirchengemeinden übernehmen dafür Patenschaften. Auch die Gemeinden Beutelsbach und Rot an der Rot sind dabei.

Zum Reformationsjubiläum sollen alle 500 Bäume im Luthergarten gepflanzt sein. (Foto: epd-Bild)

394 lautet der aktuelle Stand. Soviele Bäume wurden bereits im Luthergarten in Wittenberg gepflanzt. Im Jahr 2017 soll die Zahl 500 erreicht sein – ein Gleichklang zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation. Der Luthergarten ist ein Projekt des Lutherischen Weltbundes (LWB). Nach der Trennung durch die Reformation soll dieses grüne Denkmal symbolisieren, dass die Kirche in einer versöhnlichen Vielfalt lebt, sagt Pastor Hans W. Kasch, Direktor des LWB-Zentrums in Wittenberg. Denn das Gartenprojekt ist ökumenisch und international angelegt. Die Bäume, die im Luthergarten südwestlich der Altstadt von Wittenberg wachsen, haben Paten aus aller Welt: Kirchenvertreter und Gemeinden aus über 80 Ländern und vielen Konfessionen haben in den ehemaligen Wallanlagen die Patenschaft für einen bestimmten Baum übernommen. Getreu dem Lutherschen Motto: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Ausgedacht hat sich das grüne Denkmal der Landschaftarchitekt Andreas Kipar. Zentrum des Gartens ist ein Kreuz in einer grünen Lutherrose. Von dort aus führen sieben Wege wie Strahlen durch eine ovale Grünfläche, die mit Bäumen bestanden ist. 95 Meter misst die Achse dieses Ovals, ein Verweis auf die 95 Thesen, die Luther 1517 an die Schlosskirche geschlagen haben soll. Das wachsende Denkmal wird einmal ein baumbestandener Park sein, unter dessen Blätterdach man „über die Reformation nachdenken könne“, erklärt der Landschaftsarchitekt.

Der erste Teil des Luthergartens ist bereits vollständig bepflanzt, jetzt werden weitere Bäume am Neuen Rathaus in Wittenberg gesetzt. Methodisten, Anglikaner, Orthodoxe, Presbyterianer und Reformierte haben sich an dem Projekt beteiligt. Kirchenvertreter aus Südkorea, Tansania, Kolumbien und Ghana haben in einem feierlichen Akt einen Baum ausgesucht und sind zu Paten geworden.

Und auch Gemeinden der württembergischen Landeskirche haben Gefallen an der Idee gefunden. Bereits im vergangenen Oktober hat Pfarrer Rainer Köpf aus Beutelsbach im Remstal zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern in Wittenberg eine Traubenkirsche ausgesucht. Der Baum mit der Nr. 75 steht „umgeben von einem Tulpenbaum der österreichisch-evangelischen Kirche und einer Mehlbeere der Lutherischen Kirche von Großbritannien“, sagt Rainer Köpf. Zum Ritual der symbolischen Baumsetzung – die Bäume sind bereits gepflanzt und werden bei der Übernahme der Patenschaft dann mit einer Plakette versehen – hat die Delegation mit einem Remstäler Sekt angestoßen, zur Freude einer Gruppe aus Südafrika, die ebenfalls vor Ort war. „Wenn Gott für uns ist, wer mag wieder uns sein (Römer 8,31), über diesen Bibelspruch hat Köpf bei der Baumsetzung gepredigt. Die Wahl des Spruchs fiel Pfarrer Köpf nicht schwer – ist dieser doch auch auf dem Rathaus in Beutelsbach angeschlagen. Jetzt steht noch noch die Baumsetzung in der eigenen Gemeinde aus. Denn das gehört ebenfalls zum Konzept des Luthergartens: Wer eine Baumpatenschaft übernimmt, verpflichtet sich, auch einen Baum in der Heimatgemeinde zu pflanzen.

Die Gemeinde Rot an der Rot hat genau dies kürzlich getan: Seit dem 26. Juni steht eine Brabanter Silberlinde zwischen katholischem Gemeindehaus und Sozialstation. Die Feier zur Baumpflanzung wurde geleitet von Pfarrern beider Konfessionen, passend zum ökumenischen Grundgedanken des Gartenprojekts in Wittenberg. Die Idee am Luthergarten mitzumachen, entstand allerdings schon im Jahr zuvor im Bus. Damals fuhren Mitglieder der Kirchengemeinde Erolzheim-Rot und der katholischen Seelsorgeeinheit Rot-Iller zusammen in die Lutherstadt. Das Vorhaben umgesetzt hat dann die Kirchengemeinderätin Marion Hohenhorst gemeinsam mit ihrem Mann: Sie haben im Frühjahr die Patenschaft im Luthergarten für eine Silberlinde übernommen. „Wir haben uns bei der Baumpflanzung in Wittenberg gewünscht, dass sich die Strahlen des Luthergartens in möglichst viele Orte und Gemeinden in dieser Welt ausbreitet“, erinnert sich Marion Hohenhorst.

Infos zur Baumpatenschaft

500 Euro kostet eine Baumpatenschaft. Mehr Information auf der Internetseite www.luthergarten.de

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