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Handschlag vom Bischof

Mit einem Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche ist am 22. Februar die konstituierende Sitzung der 15. Landessynode eröffnet worden. Die Landessynode wählte Inge Schneider zu ihrer Präsidentin. Außerdem wurden bei der ersten Tagung der neuen Synode die Vorsitzenden der wichtigsten synodalen Ausschüsse und Gremien bestimmt. 


Landesbischof Frank Otfried July gratuliert der neuen Synodalpräsidentin Inge Schneider.(Foto: factum)

Als Kirchenparlament wird die Landessynode gerne bezeichnet. Tatsächlich entscheidet eine Synode wie ein Parlament über Gesetze und Finanzen. In der Synode gibt es Gesprächskreise, die in Teilen mit politischen Fraktionen vergleichbar sind. Bei Abstimmungen gibt es jedoch keinen Fraktionszwang.

Das ist gut so, denn Landessynode und Landtag sind mindestens in einem wesentlichen Punkt verschieden. Die neue Präsidentin Inge Schneider machte es in ihrer Antrittsrede deutlich: „Während in den Parlamenten allein die Mehrheitsverhältnisse die Politik bestimmen, ist die Synode an Bibel und Bekenntnis gebunden.“ Ihr alleiniger Herr „ist Jesus Christus, der durch sein Wort und seinen Heiligen Geist die Kirche leiten will“.

Zuvor hatten die neu gewählten Synodalen öffentlich das Gelöbnis abgelegt, ihr „Amt als Mitglied der Landessynode im Aufsehen auf Jesus Christus, den alleinigen Herrn der Kirche, zu führen“. Bekräftigt wurde dies durch einen Handschlag des Landesbischofs. In seiner Predigt hatte Landesbischof Frank Otfried July in der Stiftskirche dazu aufgerufen, auf Gottes Barmherzigkeit zu setzen. „Wer auf Gottes Barmherzigkeit vertraut, kann selbst barmherzig sein.“

Die neue Synodalpräsidentin Inge Schneider (60) ist seit 18 Jahren Mitglied der Landessynode. Die Lehrerin, die seit der Geburt ihrer drei Kinder Familienfrau ist, hat sich in den beiden vergangenen Synoden vor allem um die Finanzen gekümmert. Zuletzt als Vorsitzende des Finanzausschusses. Das war ihr wichtig, denn „für welche Ausgaben wie viele Mittel eingesetzt werden, ist eine zutiefst geistliche Entscheidung, weil damit auch die Schwerpunkte kirchlichen Handelns festgelegt werden“.

Die Präsidentin will fünf Schwerpunkte setzen. Die Attraktivität des Pfarrerberufs gehört dazu ebenso wie die Zukunft von Schule, Jugendarbeit und der Bildungsplan im Fach Religion. In den nächsten Jahren kämen zudem eine Fülle von ethischen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen auf die Kirche zu: der Schutz des Lebens, der Einsatz für den Frieden und die Situation von Flüchtlingen. Wichtig ist Inge Schneider der Weg zum Reformationsjubiläum 2017. Und schließlich werde die Kirche auch der demografische Wandel und seine diakonischen und missionarischen Herausforderungen beschäftigen.

Inge Schneider wurde mit 68 von 90 Stimmen zur Präsidentin der Synode gewählt. Sie folgt auf Christel Hausding, die nicht mehr für die Synode kandidiert hatte. Erster Stellvertreter der Präsidentin ist Werner Stepanek aus Göppingen, zweiter Stellvertreter der Backnanger Dekan Wilfried Braun.

Bei der Wahl am 1. Advent waren 90 Synodale gewählt worden. 39 von ihnen gehören dem Gesprächskreis Lebendige Gemeinde an, 30 dem Gesprächskreis Offene Kirche, 15 dem Gesprächskreis Evangelium und Kirche und fünf dem Gesprächskreis Kirche für morgen. Ein Synodaler gehört keinem Gesprächskreis an.

Traditionell wird in die Synode ein Vertreter der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen entsandt. In der 15. Synode ist es wie bereits zuvor Hans Joachim Eckstein, Professor für Neues Testament. Außerdem wurden drei Juristen hinzugewählt: Wolfgang Dannhorn (Stuttgart, Lebendige Gemeinde), Christian Heckel (Sigmaringen, Evangelium und Kirche) und Friedemann Kuttler (Honhardt, Lebendige Gemeinde).

Die wichtigsten Personalentscheidungen sind getroffen. Die Weichen für die Arbeit der nächsten Jahre wird die Synode bei ihrer Juli-Tagung stellen.

Landessynode: Gremien und Personen

Präsidium: Inge Schneider (Präsidentin, Lebendige Gemeinde), Werner Stepanek (erster Stellvertreter, Offene Kirche), Wilfried Braun (zweiter Stellvertreter, Evangelium und Kirche).
Landeskirchenausschuss: Vorsitzender Landesbischof Frank Otfried July, Inge Schneider (Lebendige Gemeinde), Ralf Albrecht (Lebendige Gemeinde), Tabea Dölker (Lebendige Gemeinde), Eva Glock (Evangelium und Kirche), Anita Gröh (Offene Kirche), Hellger Koepff (Offene Kirche), Peter Reif (Offene Kirche), Werner Trick (Lebendige Gemeinde).

Gewählt wurden auch die Ausschussvorsitzenden. Theologie: Karl Hardecker (Offene Kirche). Recht: Christian Heckel (Evangelium und Kirche). Finanzen: Michael Fritz (Lebendige Gemeinde). Ausschuss für Bildung und Jugend: Siegfried Jahn (Lebendige Gemeinde). Ausschuss für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit: Franziska Stocker-Schwarz (Lebendige Gemeinde). Diakonie: Markus Mörike (Offene Kirche). Ausschuss für Mission, Ökumene und Entwicklung: Harald Kretschmer (Offene Kirche).





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