Christliche Themen für jede Altersgruppe

Jugendarbeit verändert sich

Zwar sind immer weniger Kinder und Jugendliche kirchlich geprägt, aber die Kinder- und Jugendarbeit der Kirchen wird gut angenommen. Das hat eine Erhebung ergeben, die für die evangelischen Landeskirchen und katholischen Diözesen in Baden-Württemberg gemacht worden ist. Danach waren im Jahr 2013 knapp 440 000 junge Menschen in der Jungschar, im Posaunenchor oder bei den Pfadfindern.


Bei Kindern beliebt sind Freizeiten wie das Actioncamp auf dem Kapf. (Foto: ejw)

Zählt man noch Einzelveranstaltungen dazu, kommen die Kirchen auf fast 22 000 zusätzliche Angebote mit 770 000 Teilnehmern. Die Ergebnisse sind jetzt in Stuttgart veröffentlicht worden.

Danach gibt es allein im Bereich der evangelischen Kirchen große Veränderungen. Bei den Jungschargruppen in Württemberg ist die Teilnehmerzahl im Vergleich zu 2006 etwa um 17 Prozent gesunken. Ähnlich sieht es bei Freizeiten aus, die mindestens ein Woche dauern (minus 18 Prozent). Das mag zum Teil an der nachlassenden kirchlichen Verbundenheit der Familien liegen. Zum größten Teil liegt der Rückgang jedoch am demografischen Wandel: Es gibt weniger Kinder im Land.

Zunehmender beliebt sind Kinderbibelwochen. Auch hier gibt es zwar einen Rückgang von sechs Prozent – was die Teilnehmerzahlen angeht –, aber wenn man den demografischen Faktor mit einbezieht, werden hier überdurchschnittlich viele Kinder erreicht.

Gottfried Heinzmann, Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg und Projektleiter der Erhebung auf evangelischer Seite, hofft, dass die Veröffentlichung der Statistik dazu beiträgt, dass die kirchliche Jugendarbeit in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird. „Außerdem haben wir so erfahren, wo es Aufbrüche, Abbrüche und Veränderungen gibt“, sagt er.

Der Religionspädagoge Friedrich Schweitzer von der evangelisch-theologischen Fakultät der Uni Tübingen hat die Erhebung wissenschaftlich begleitet. Fast ein Fünftel der evangelischen Kinder und Jugendlichen gehen in die Jungschar oder den Posaunenchor. Das zeige „eindrücklich, dass die kirchliche Jugendarbeit ein vitales Arbeitsfeld ist“. Die knapp 440 000 Mädchen und Jungen werden von 130 000 Ehrenamtlichen betreut, die selber oft noch Jugendliche sind. In der Jungschar, im Kinderchor oder auch im Kindergottesdienst lernen Kinder und Jugendliche, dass man außerhalb der Schule etwas „freiwillig, ohne Druck, auch ohne Bezahlung macht.“ Das ist Gottfried Heinzmann wichtig.

Am meisten angesprochen werden Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Da werden fast acht Prozent aller Kinder im Land erreicht.

Zunehmend engagiert sich die Kirche aber auch in der Schule. Im evangelischen Bereich ist hier eine Zunahme von 140 Prozent innerhalb der vergangenen acht Jahre zu verzeichnen. „Hier ist ein neuer wichtiger und wertvoller Verbund entstanden“, sagt Gottfried Heinzmann. Die schulbezogenen Angebote erreichen mittlerweile fast 48 000 Schülern in Baden-Württemberg. Mit jeder vierten Schule gibt es eine Kooperation. „Dadurch erreichen wir auch Kinder, die sonst nicht zu uns gekommen wären.“ Diese Arbeit soll ausgebaut werden.

Was macht das Besondere der kirchlichen Bildungsarbeit aus? Oberkirchenrat Werner Baur, Bildungsdezernent der Landeskirche, verweist zum einen auf die Statistik: Auf vier Gruppenteilnehmer kommt ein Betreuer. Aber es kommt noch ein Zweites hinzu: „Bei uns geht es nicht nur um eine gesicherte Aufsicht, sondern um Beziehung und personale Begegnung.“


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