Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine Frau der Extreme

TÄBINGEN (Dekanat Balingen) – Bettina Huonker aus Rosenfeld-Täbingen spielt Tuba und Piccoloflöte – das kleinste und eines der größten Instrumente im Orchester. Die Tuba spielt sie im Posaunenchor, die Piccoloflöte im Musikverein. Huonker mag die Tuba. Aber auch die Piccoloflöte hat für sie ihren Reiz. Und Gemeinsamkeiten haben die beiden Instrumente ihrer Meinung nach auch.


Liebt große und kleine Instrumente: Tubistin Bettina Huonker aus Täbingen.
(Foto: Julia Klebitz)

„Ja, gut, es sind eben einfach 14 Kilo“, sagt Bettina Huonker und lacht. Trotz des Gewichts sieht es lässig aus, wie sich die Hobbymusikerin ihre Tuba schnappt und damit ins Wohnzimmer geht. Seit vier Jahren ist Huonker im Posaunenchor die Frau an der Tuba. Damit ist sie eine Ausnahme. „Ich kenne hier in der Gegend sonst keinen Verein und kein Orchester, in dem eine Frau Tuba spielt“, sagt sie. Woran das liegt? Sicher ist sich Huonker da auch nicht. „Vermutlich aber eben einfach am Gewicht. Es ist halt schon echt schwer, das Ding.“ Fast jeden Tag übt die Täbingerin auf ihrem Instrument. Dass so wenig Frauen ihr Hobby teilen, kann sie – Gewicht hin oder her – nicht nachvollziehen. „Ich mag die Tuba“, sagt sie, „vor allem, weil man sie immer gut raushört.“ Besonders gern mag sie Stücke von Bach. „Da hat man auch im Bass gut was zu tun. Mehr als bei vielen der neuen Kirchenlieder.“

Huonker ist in ihrem Posaunenchor nicht nur die einzige Frau an der Tuba, sie spielt auch die einzige Tuba überhaupt. „Wir haben zwar noch einen zweiten Tubisten“, erzählt sie. „Der kommt aber nur selten zu den Proben, weil er in Stuttgart wohnt und dann meistens nur bei großen Konzerten dabei ist.“ Beim Weihnachtskonzert zum Beispiel, für das Bettina Huonker im Wohnzimmer schon jetzt, mitten im Sommer, probt. „Man kann nie früh genug anfangen“, sagt sie. Die Musik bedeutet ihr viel. Sie ist da mehr oder weniger hineingeboren. Huonkers Großvater hat schon Tuba gespielt, ihr Schwiegervater war Vorsitzender des Posaunenchors Rosenfeld, jetzt leitet ihn ihr Schwager und sie selbst ist zweite Vorsitzende des Musikvereins. „Ich bin fast jedes Wochenende für den Verein oder den Posaunenchor im Einsatz, immer mit viel Spaß.“

Einmal im Monat begleitet der Posaunenchor den Gottesdienst in Täbingen, dazu kommen etwa vier Konzerte im Jahr mit dem Musikverein und die wöchentlichen Proben. Hin und wieder gibt es dann noch Auftritte außer der Reihe. Hochzeiten, Geburtstage, Familienfeste. Eine ganz besondere Hochzeit war die von Huonkers Schwägerin 2010. Dort hat die Täbingerin den ersten Auftritt mit ihrem 14-Kilo-Instrument gehabt. „Unser damaliger Tubist hat aufgehört und mein Schwager, der zu diesem Zeitpunkt schon Vorsitzender des Vereins war, hat mich gefragt ob ich das nicht machen will.“ Huonker wollte. Seit 38 Jahren macht sie Musik. Spielt Querflöte, Euphonium und noch ein paar andere Instrumente. Warum also nicht noch eins mehr? Schließlich habe jedes seine Vorzüge und Besonderheiten.

Wenn es um die Musik geht, ist Bettina Huonker eine Frau der Extreme. Sie mag die große Tuba, liebt aber auch ihre Piccoloflöte. Im Musikverein Rosenfeld spielt Huonker auf dem kleinsten, im Posaunenchor Täbingen auf einem der größten Instrumente des Orchesters. Auf der Flöte spielt sie ein ganz kleines bisschen lieber, sagt die Musikerin. „Weil ich sie nach den vielen Jahren, die ich sie schon habe, einfach besser beherrsche.“ Dabei habe die kleine Flöte mit der großen Tuba mehr gemeinsam, als man denke. „Auch die Piccoloflöte ist ein Instrument, das man sofort raushört“, weiß Huonker. „Wenn man falsch spielt, kann man den ganzen Haufen durcheinander bringen.“ Passiert sei ihr das in ihrer langen Karriere im Posaunenchor und dem Musikverein noch nie – „zum Glück.“ Das liege wohl an der Routine.

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