Christliche Themen für jede Altersgruppe

Extrablatt zum Glauben

ÖSCHINGEN (Dekanat Tübingen) –  Eine ganz besondere Zeitung wird derzeit in Öschingen verteilt: Im Extrablatt hat Pfarrer Stefan Lämmer große Themen des Glaubens angesprochen. Wie die Leser dazu stehen, das wollen der Pfarrer und sein Team bei Hausbesuchen erfragen. 

Pfarrer Stefan Lämmer will über das Extrablatt mit den Öschingern ins Gespräch kommen. (Foto: Carolin Albers)


Wer glaubt denn heute noch an Gott? Diese Frage bekommen demnächst alle Öschinger gestellt. Egal, ob sie nun überzeugte Christen, kirchenferne Getaufte, Atheisten oder Angehörige anderer Religionen sind. Ende März werden sie das „Öschinger Extrablatt“ in ihren Briefkästen finden – geschrieben von Pfarrer Stefan Lämmer.

Öschingen ist ein Teilort von Mössingen, liegt unter den Hängen des Rossberges, hat eine schöne, 200 Jahre alte klassizistische Kirche und ein reges kirchliches Leben, gerade in der Jugendarbeit. Wenn Stefan Lämmer im Konfirmandenunterricht fragt, wer schon im Jungscharlager war, dann melden sich fast alle. Man darf zuversichtlich sein, dass in Öschingen schon noch einige an Gott glauben.

Dass Stefan Lämmer dennoch die Frage nach dem Glauben an alle Haushalte stellt, hat mit einem Mann zu tun, den diese Frage vor 500 Jahren umgetrieben hat: Martin Luther. Das Reformationsjubiläum ist für Stefan Lämmer ein geeigneter Anlass, diese Fragen wieder aufzuwerfen: „So, wie die Reformation in allen Medien ist, wollten auch wir in die Wahrnehmung.“

Die Idee mit dem Extrablatt kam aus dem Kirchengemeinderat, vom Zweiten Vorsitzenden Hartmut Grauer. Für die Inhalte des Extrablatts hat sich der Pfarrer zuständig erklärt. Da Stefan Lämmer keine vorgefertigte Publikation verwenden wollte, hat er es selber zusammengestellt. Und dabei einen Anspruch gehabt: „Es sollte nicht oberflächlich sein.“

Das ist es ihm gelungen: Das Extrablatt ist eine kleine theologische Summe geworden. Stefan Lämmer hat wichtige theologische Themen angesprochen: die Frage nach Gott, die Stellung des Menschen im Kosmos, Schuld und Vergebung, Überlegungen zum Gewissen, Sinn und Grenzen des Gebetes, Jesus als historische Person, Kreuzestod und Auferstehung.

Also nichts, was man in drei Minuten überfliegt. Deshalb bekommen die 1100 Haushalte, an die das Extrablatt Ende März verteilt wird, eine gewisse Zeit zum Lesen. Dann aber – und das ist eine besondere Herausforderung an diesem Projekt –  soll mit allen diesen 1100 Haushalten ein Kontakt aufgenommen werden, um über die Inhalte des Extrablattes ins Gespräch zu kommen. Wie genau, das ist noch offen.

Stefan Lämmer schwebt vor, zu passenden Zeiten, also etwa am frühen Abend oder einem Samstagnachmittag, zu klingeln.

Das ist in Öschingen nicht ungewöhnlich. Für die Kriegsgräbersammlung wird so durch den Ort gezogen, auch zum Erntedank. Bis jetzt gibt es ein Team von rund zehn Leuten, die diese Hausbesuche machen wollen, das sind zu wenig. Dazu kommt, dass nicht jedem das Klingeln so leicht fällt wie Stefan Lämmer: „Als Pfarrer wird man meist willkommen geheißen.“ Auch wegen seiner Biografie falle ihm das Hinstehen leichter: „Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der der Glaube eher als Unsinn galt. Da musste ich mich immer verteidigen, da musste man Gründe nennen.“

Auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie der Besuch von sämtlichen Haushalten gelingt, sicher ist schon, wie es dann weitergehen soll: Im Mai werden die Öschinger zu  Gesprächskreisen eingeladen, in denen die Inhalte des Extrablattes diskutiert und vertieft werden sollen: „Wir wollen grundlegende christliche Themen ansprechen, die sonst im Alltag links liegen bleiben.“ Geschehen soll dies  im Gemeindehaus, aber auch in der Wirtschaft oder auf einer Nordic-Walking-Runde. Das soll sich auch nach den Ideen richten, die aus der Gemeinde kommen. 

Ob es so kommt? „Ich bin selber gespannt“, sagt Stefan Lämmer. „Wir hoffen auf eine positive Aufnahme, hoffen, dass die Menschen Zeit finden, das Extrablatt zu lesen.“

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