Christliche Themen für jede Altersgruppe

Fröhliche Krümelkinder

OFTERDINGEN (Dekanat Tübingen) – In vielen Gemeinden in Württemberg gibt es Gottesdienste für die Kleinsten. Auch in Ofterdingen. Dort wird viermal im Jahr die „Krümelkirche“ gefeiert. Mit viel Bewegung, Basteln und einem ganz besonderen Pfarrer. 


Verena Kommoss und Pfarrer Maurizio erzählen eine Geschichte. (Foto: Martin Janotta)

„Hallo Kinder!“, ruft Pfarrer Maurizio den vielen kleinen Zuhörern zu. „Hallo“, rufen die Kinder zurück. Die meisten kennen ihn schon, denn Pfarrer Maurizio hält immer die Krümelkirchen-Gottesdienste. Heute hat er ein Säckchen mitgebracht – was wohl darin ist? Gespannt schauen die Kinder zu. Der Pfarrer allerdings kann die Gegenstände nicht selbst aus dem Säckchen holen. Schließlich ist er eine Handpuppe.

Da muss Verena Kommoss aushelfen – Maurizio dankt. Die Mitorganisatorin des Gottesdienstes holt nacheinander Silberstücke aus dem Säckchen. Die Kinder zählen mit. Eins, zwei, drei… Zehn sollen es sein. Aber eines fehlt! Kinder helfen Maurizio suchen und finden die verlorene Münze. Das bietet eine Überleitung zum nächsten Punkt: Dem Gleichnis vom verlorenen Silberstück.

Seit März 2014 gibt es die Krümelkirche in Ofterdingen, viermal im Jahr. Sie ist ein zusätzliches Angebot zur wöchentlichen Kinderkirche. Die Idee kam auf, da der Krabbelkurs in der Gemeinde so gut besucht wurde. Ein Team von acht Müttern organisiert den Gottesdienst, üblicherweise in der Mauritiuskirche – von der auch Pfarrer Maurizio seinen Namen hat. Im Winter, wenn es dort zu kalt wäre, feiert die Krümelkirche ihren Gottesdienst im Gemeindehaus.

„Kinder von 0 – 6 Jahren“ lädt Pfarrer Maurizio auf den Plakaten zur Krümelkirche ein, die an vielen Schaufenstern in Ofterdingen hängen. Der Rekord seien einmal 80 Kinder gewesen, erzählt Verena Kommoss. Meistens seien es zwischen 40 und 50. Ungefähr die Anzahl ist auch heute in der Krümelkirche, die meisten davon drei Jahre oder älter. Auch einige ganz Kleine sind dabei. Die bleiben aber eher in den Baby-Tragetaschen oder bei den Erwachsenen, die hinten im Raum auf Stühlen sitzen. Die Kinder, die sich hauptsächlich am Gottesdienst beteiligen, sind naturgemäß die, die etwas älter sind. Sie sitzen vorne im Saal auf Sitzkissen oder auf dem Boden, nah bei Pfarrer Maurizio und der Leinwand. Auch Flüchtlingsfamilien aus dem Ort sind da.

Vorne zeigen der Gitarrist und die beiden Sängerinnen den Kindern geduldig die Bewegungen zu den Liedern. Das Anfangslied ist neu: „Ich bin von innen, außen, oben, unten glücklich allezeit.“ Die Kleinen geben sich Mühe, die Bewegungen nachzumachen, auch ein paar Erwachsene machen mit. Beim Klassiker „Einfach spitze, dass du da bist“ geht alles etwas einfacher. Die Kinder zeigen ihre Daumen hoch. Pfarrer Maurizio macht auch mit.

Mit viel Abwechslung und viel Bewegung ist der Gottesdienst gestaltet. Das Gleichnis von den Silberstücken bekommen die Kinder mit einem Schattenspiel gezeigt. Nach einer langen und lauten Suche findet die Frau ihre verlorene Münze wieder – die Katze lag drauf. Im Anschluss dürfen die Kinder dann etwas basteln. Heute sind es Ausstecher aus Salzteig. Die Kinder strömen in den Vorraum. Nicht alle können gleich an einen der beiden Tische und so zieht sich die Bastelphase etwas hin. Die Erwachsenen sind derweil im großen Raum geblieben und unterhalten sich. Nach und nach kommen die Kinder wieder herein und zeigen stolz ihre Ausstecher: Münzen, Sterne, Elefanten. Die Eltern dürfen die Basteleien dann halten.

Als alle Kinder wieder im Raum sind, neigt sich der Gottesdienst dem Ende zu. Alle beten zusammen das Vaterunser. Verena Kommoss spricht den Segen und alle singen das Lied, das jedes Mal gesungen wird: „Der Vater im Himmel segne dich.“ Hinten im Saal sind bereits Flaschen mit Säften und Sprudel aufgestellt, auch Laugenstangen und ein Kessel mit Saitenwürstchen. Da rennen die Kinder jetzt hin. Auch das gehört für sie fest zur Krümelkirche.



Die nächste Krümelkirche findet am 5. Juni um 17 Uhr in der Mauritius­kirche statt.



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