Christliche Themen für jede Altersgruppe

Auf dem Weg ins gelobte Land

GROSSDEINBACH (Dekanat Schwäbisch Gmünd) – Eine feurige Tarantella, musikalisch interpretiert von Elke Knötzele am Akkordeon und schauspielerisch umgesetzt von Ulrike-Kirsten Hanne, eröffnet das Zwei-Frauen-Bühnenstück vom „grünen Akkordeon“. Mit dem Stück über das Einwandererland Amerika treten die beiden Künstlerinnen in der Kirche in Großdeinbach auf.

Ulrike-Kirsten Hanne (links) und Elke Knötzele (rechts): „Die Musik ist nicht nur
Hintergrund, sie ist Teil des Stücks.“ (Foto: Susanne Haag)

Es begann mit einem Geschenk. Von einem befreundeten Akkordeonspieler bekam Elke Knötzele den Roman „Das grüne Akkordeon“ geschenkt. Ein Akkordeonbauer macht sich darin mit seinem Instrument auf, von Sizilien ins gelobte Land Amerika. Das Akkordeon wird von Generation zu Generation, von Einwanderergruppe zu Einwanderergruppe weitergegeben. Anhand dieses roten Fadens erzählt Pulitzerpreisträgerin Annie Proulx die Geschichte verschiedener Nationalitäten, die ihr Glück in Amerika suchten. Dass das nicht immer gut ausging, verrät schon der Originaltitel des Buches „Accordion crimes“.

Die spannende Story rund um „ihr“ Musikinstrument ließ Knötzele, die in Trossingen Akkordeon studiert hat, nicht mehr los. Gemeinsam mit der Regisseurin und Schauspielerin Ulrike-Kirsten Hanne entwickelte sie eine Bühnenfassung, seit 2011 treten die beiden damit auf.

Drei Lebensgeschichten haben sie aus dem Roman ausgesucht. Hanne, wie ein Akkordeon gekleidet, stellt jeweils die Hauptfiguren dar, spricht, spielt, singt und tanzt. Auch eine Episode über schwäbische Einwanderer ist dabei. „Wenn wir „Auf’m Wasa graset Hasa“ spielen, singen die Leute richtig mit“, erzählen die Künstlerinnen. Wichtig ist für Ulrike-Kirsten Hanne: „Die Musik ist nicht nur Hintergrund, sie ist Teil des Stücks.“

Deswegen schlüpft auch Elke Knötzele in ein grünes Hemd und übernimmt kleine Rollen, wie den Akkordeonbauer zu Beginn. Ihre Hauptaufgabe aber ist die Musik. Ihre Eigenkompositionen im Stil von Zydeco, Tango, Blues und Polka sind keine Pausenfüller, sondern sorgen für die passende Atmosphäre in den jeweiligen Episoden.

Mit einem dreiteiligen Bühnenbild, das von dem Bühnenbildner Amando S. Chivite gestaltet wurde, und mit nur wenigen Requisiten gehen die beiden Frauen auf Tour. Ulrike-Kirsten Hanne hat lange Erfahrung in der Produktion von Stücken. Sie leitet die freie „Werkstattbühne“ in Stuttgart. Geprobt wird in Rudersberg, wo Elke Knötzele mit ihrem Mann, dem Pianisten Paul-Ernst Knötzele, im eigenen Haus eine Kulturscheune betreibt. Die Gemeinde und das Land Baden-Württemberg haben die Theaterproduktion unterstützt.

Die Geschichte über Migration, Fremdsein und Integration spielen Elke Knötzele und Ulrike-Kirsten Hanne in Begegnungsstätten, Seniorenzentren und Bibliotheken. Sogar in Indien war „Das grüne Akkordeon“ schon zu sehen. Bei einem Besuch dort vor zwei Jahren hat Ulrike-Kirsten Hanne einen Ausschnitt gespielt. „Die haben kein Wort verstanden und sind trotzdem geblieben“, erzählt die Theatermacherin und vermutet, dass das Publikum, gewohnt an das tänzerische Schauspiel, von der völlig neuen, westlichen Art des Spielens fasziniert war.

Der nächste Auftritt findet in einer Kirche statt. „Ich hatte zuerst Bedenken, direkt im Kirchenraum zu spielen“, gesteht Knötzele, die selbst zum Organistenteam des Rudersberger Gotteshauses gehört. Schließlich seien auch Mord und Gewalt Gegenstand des Stücks. „Aber als der Pfarrer sagte, dass der Chorraum mit dem Altar optisch abgetrennt würde, war ich einverstanden.“

Information

Theater und Musik in der Kirche, mit dem „grünen Akkordeon“, am 11. April, 19 Uhr, in der evangelischen Kirche Großdeinbach. Informationen bei der Evangelischen Erwachsenenbildung im Ostalbkreis, Telefon: 07361-35147. Weitere Termine und Informationen im Internet: www.das-grüne-akkordeon.de

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