Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der Schöpfung auf der Spur

MÜHLACKER-DÜRRMENZ – Das Summen am Bienenstock ist gewaltig. Günter Straub, Hobbyimker und Schöpfungsbeauftragter der Gemeinde, zeigt seinen kleinen Helfern, was sich im Stock getan hat, während die Eltern aus sicherer Entfernung zusehen. Dass sie alle nun so unmittelbar erleben können, wo Honig und Bienenwachs herkommen, ist dem Projekt LebENZgarten zu verdanken. 

Günter Straub erklärt seinen wissbegierigen Gästen wie wertvoll Honig ist. (Foto: Susanne Müller-Baji)

Mit dem Grünen Gockel ist die Kirchengemeinde Mühlacker-Dürrmenz längst zertifiziert. Und auch im Wettbewerb „Kirchengemeinden!” des Landes Baden-Württemberg zur Unterstützung kirchengemeindlicher Umweltarbeit waren sie 2015 erfolgreich. Seither stellt sich das Umweltteam der Gemeinde jedes Jahr ein neues Thema.

Vor zwei Jahren war es das Projekt „Vom (Ur-)Korn zum Brot”. Bis heute zeugt ein kleines Kamut-Feld im Pfarrgarten auch davon, wie mühselig es sein kann, Getreide anzubauen, zu mahlen und Brot daraus zu backen. Im vergangenen Jahr stand das Wasser im Mittelpunkt. Günter Straub berichtet von einer Fahrt an den Bodensee, um der Herkunft des Trinkwasser nachzuspüren. Und natürlich gibt es im Pfarrgarten auch einen Teich, an dem Besucher Flora und Fauna in Wassernähe beobachten können.
In diesem Jahr steht der „Gesunde Honig” im Vordergrund, und das Thema ist dem Schöpfungsbeauftragten und Hobbyimker quasi auf den Leib geschneidert: Alle zwei Wochen bietet Günter Straub Treffen an, bei denen die Gäste die Veränderungen und Fortschritte im Stock mitverfolgen können. Die kleinen Nachwuchsimker von heute sind dabei längst Kenner: Am liebsten wollen sie die „Bienenmänner” sehen. Warum gerade die Drohnen? „Die sind toll und haben keinen Stachel”, erklärt ein Junge fachmännisch.

Straub ist geschickt vorgegangen: Als die örtlichen Kindergärten zu Beginn zu Besuch kamen, durften die Kinder je einen der Bienenkästen bemalen: „Dann haben sie gleich einen anderen Bezug dazu.” Viele kommen nun regelmäßig vorbei, zumal es gerade viel zu sehen gibt: Von 8000 ist das Volk nun auf 40?000 Bienen angewachsen, hat kleinere Ableger in den umliegenden Kästen gebildet, die Straub auch zu Präsentationszwecken im Pfarrgarten aufgestellt hat. „Nächstes Mal können wir vielleicht Honig schleudern”, kündigt er an, und die Kinder jubeln: „Da war ein bisschen Honig am Rand, aber den haben wir abgenascht und jetzt müssen die Bienen neuen machen”, gibt der Kleinste aus der Runde zu.

Die Kinder lernen dabei auch, dass Honig keine Selbstverständlichkeit ist: „Ich sag dann immer:?Wo seht ihr denn jetzt noch Blüten?”, sagt Straub. Einen Radius von bis zu drei Kilometer fliegt eine Biene auf der Suche nach Nektar ab, und an diesem Nachmittag erfahren die Gäste, dass sie für ein Pfund Honig drei Mal um die Erde fliegen müsste.

Aber zum Glück sind die Bienen viele und ihr soziales Verhalten beeindruckt die Kinder sichtlich. So entspannt wie sie mitten im Gesumm den Ausführungen Straubs lauschen, haben sie sicher keine Angst mehr vor Bienen, oder? „Die stechen ja nur, weil sie Angst haben, und dann ist man selbst schuld”, sagt die kleine Jule.

Auch die Eltern sind nun näher herangerückt. Eine Mutter ist besonders interessiert: „Am liebsten hätte ich auch Bienen daheim.” Das ist genau der Effekt, den sich Straub erhofft hat: „Dass die Leute bei sich im Garten die Wiesenblumen stehen lassen, damit die Bienen auch jetzt nach der Baumblüte noch Nahrung finden.” Und wenn jemand tatsächlich in die Imkerei einsteigen möchte? „Dann kriegt er Bienen”, sagt der Schöpfungsbeauftragte.

Information
Die Treffen des Projekts LebENZgarten finden in der Regel 14-tägig, mittwochs um 18 Uhr im Pfarrgarten statt, St.-Andreas-Straße 4, hinter dem Gemeindehaus. Honig soll bereits am Schöpfungstag am 25. Juni, beim „Schöpfungsfest“ im Gemeindehaus probiert werden können. Weitere Informationen im Internet unter www.muehlacker-evangelisch.de/ev-kirche/st-and reas/gruener-gockel.shtml

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