Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Jagst als Sorgenkind

LANGENBURG (Dekanat Blaufelden) – Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde die Jagst im August 2015: Aufgrund einer Giftkatastrophe starben fast alle Fische. Auch das jüngste Unwetter setzte der Region stark zu. Die Mitarbeiter des Umweltteams der Kirchengemeinde Langenburg wollen das ökologische Bewusststein der Menschen stärken. Dazu gehört auch eine zweitägige Zukunftswerkstatt. 



Rudolf und Brigitte Müssel mit Werner Kohler (von links).(Foto: Ralf Garmatter)

Im Sommer vergangenen Jahres wurden nach einem Mühlenbrand in Lobenhausen, Teil der Gemeinde Kirchberg/Jagst, große Mengen durch Kunstdünger verseuchtes Löschwasser in den Fluss gespült. Zwischen Lobenhausen und Bächlingen starben fast alle Fische an den Folgen des Giftes. Mehrere Tage lang sammelten freiwillige Helfer etwa 20 Tonnen verendete Tiere ein. Bis heute lebt zwischen Lobenhausen und Bächlingen fast kein einziger Fisch mehr – überlebende Fische haben oftmals schwere Kiemenschäden. In den nächsten Monaten sollen wieder Fische aus dem Oberlauf der Jagst eingesetzt werden.


Doch mit der Giftkatastrophe war es noch nicht genug. Ende Mai dieses Jahres wurde die Region erneut von einem Unglück heimgesucht. Es gab Starkregen mit Hangrutschen und Sturzfluten. Keller und ganze Häuser wurden überflutet. Die Wassermassen der Bäche und Klingen spülten Autos den Hang hinunter. Schlimm erwischt hat es die Ortschaft Bächlingen.

Die Mitarbeiter des Umweltteams der Kirchengemeinden Langenburg, Unterregenbach und Bächlingen sind in großer Sorge um die Menschen und die Natur. „Unsere Region ist wunderschön, es lohnt sich diese Landschaft zu erhalten“, sagen Brigitte und Rudolf Müssel und Werner Köhler vom Umweltteam. Sie wollen das ökologische Bewusstsein schärfen. Langenburg soll eine nachhaltig wirtschaftende Gemeinde auf dem Lande werden.

Das Umweltteam strebt für die Kirchengemeinde den „Grünen Gockel“ an. So nennt sich das kirchliche Umweltmanagement, an dem auch die Landeskirche beteiligt ist. Ziele beim Grünen Gockel sind eine stetige Verminderung der Umweltbelastung sowie sparsamer Umgang mit Energie und Rohstoffen. Wichtig sind auch die Kommunikation in der Gemeinde über Umweltthemen sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Als Auftakt zu weiteren Aktionen plant das Langenburger Umweltteam eine „Zukunftswerkstatt“ am 9. und 10. Juli. Das Umweltteam will außerdem die drei Kirchengemeinden und die bürgerliche Gemeinde dazu bringen, mit geringen Investitionsmaßnahmen ihren Energie- und Wasserbrauch sowie ihr Abfallaufkommen deutlich zu senken. Auf Dauer entstünden so finanzielle Spielräume.

In den kommenden Monaten werden an einigen Gebäuden der Kirchengemeinden Verbrauchsmessungen vorgenommen. „Oft reichen schon Thermos­tate, um viel Energie zu sparen“, sagt der Energiebeauftragte Rudolf Müssel. Mit dem Umweltfest wollen die Aktiven etwas anstoßen. Die Müssels und Werner Köhler würden sich freuen, wenn sich möglichst viele Menschen dazu entschließen, künftig vor Ort regionale und umweltfreundlich angebaute Produkte einzukaufen. Da gelte es „noch viel politisches und ökologisches Bewusstsein zu schaffen“. Sie sind aber zuversichtlich: „Die Heimatverbundenheit vieler Menschen hier ist groß. Das gibt uns Hoffnung.“



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