Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Fischli“ funktioniert ganz gut

FINSTERLOHR (Dekanat Weikersheim) – Seit der Kirchenwahl sind Finsterlohr, Schmerbach und Lichtel eine Kirchengemeinde. Es ist das ­Ergebnis einer langen Entwicklung, die im Jahr 2000 mit heftigen Protesten gegen einen neuen Pfarrplan begonnen hatte.  


Stehen zum gemeinsamen Neuanfang: die Kirchen von Lichtel, Schmerbach und Finsterlohr (von links nach rechts). (Fotos: Peter Keßler)

Bürgerlich gehören alle drei Gemeinden längst zu Creglingen. Gegen den Plan, sie auch kirchlich zusammenzulegen und von einem einzigen Pfarramt versorgen zu lassen, wehrten sich die Betroffenen zunächst heftig – ohne Erfolg. Nach dem endgültigen Beschluss der Landessynode lenkten die drei Kirchengemeinderäte schließlich ein. Nicht weiter schmollen, sondern gemeinsam in die Zukunft blicken, hieß die Devise.

Nach gründlicher Diskussion wurde beschlossen, das Pfarramt in Finsterlohr zu erhalten und das in Schmerbach zu streichen. Das wurde 2006 wirksam, und drei Jahre später übernahm der jetzige Pfarrer Matthias Zizelmann die Pfarrstelle Finsterlohr.

Da waren sich die Verantwortlichen vor Ort längst darüber einig, was sie wollten. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist, dass das Evangelium verkündigt wird, Menschen aller Generationen in ihrer Kirchengemeinde Heimat finden und dass die Kirche im Dorf bleibt.“

Ein reges Gemeindeleben herrschte schon bisher. Wo neue Kreise entstanden, wurden sie von Anfang an für alle Gemeinden geöffnet. Das Konzept ging auf. Männer-Stammtisch und Frauen-Café wurden von allen Gemeindemitgliedern besucht. Und vielfältig besetzte Teams erarbeiteten Jugendgottesdienste und „Go Special“-Gottesdienste, die über die Pfarrei hinaus Beachtung fanden.

Andere Veranstaltungen fanden reihum im Wechsel statt und auch die Kirchengemeinderäte tagten mehrmals im Jahr gemeinsam. Intern sprach man längst nur vom Pfarramt „FiSchLi“ – ein Begriff, der die Ortsnamen aufgreift und sich auch leicht mit dem altchristlichen Symbol des Fisches verbinden lässt.

Vor zwei Jahren wagten die Verantwortlichen den Schritt hin zu einer einheitlichen Kirchengemeinde mit etwas mehr als 800 Gemeindemitgliedern. Die Zusammenarbeit, sagt der Schmerbacher Kirchengemeinderatsvorsitzende Thomas Hessenauer, sei damals schon so gut gewesen, „dass unsere Leute darauf gewartet haben, wann die nächsten Schritte getan werden“. Durch die Fusion solle auch die Verwaltung vereinfacht werden, merkt die Finsterlohrer Vorsitzende Doris Gehringer an.

Ungetrübt sei die Freude nicht immer, räumt Markus Blumenstock, Vorsitzender in Lichtel, ein. Es gebe manchmal Befürchtungen, das Besondere der jeweiligen Gemeinde könne zu kurz kommen. Doch allgemein sehe man „mehr Chancen als Probleme“.

Der Kirchengemeinderat besteht jetzt aus zwölf gewählten Mitgliedern – fünf aus Finsterlohr, drei aus Schmerbach und vier aus Lichtel. Die neue Kirchengemeinde trägt den Namen „Finster-lohr-Schmerbach-Lichtel“. Klar ist bei all dem, dass „getrennt bleiben soll, was getrennt besser geht, und gemeinsam gestaltet wird, wo dies vorteilhafter erscheint“.

In gemeinsamen Gottesdiensten und Festen, Gruppen und Kreisen wollen die Gemeindemitglieder „Gemeinschaft erleben, ohne dass es zu einer Gleichmacherei kommen muss“, so beschreibt es Pfarrer Matthias Zizelmann. Die ehrenamtliche Arbeit hat in jedem Fall hohe Bedeutung – die neue Kirchengemeinde zählt insgesamt rund 120 Ehrenamtliche.

Vor kurzem nahm die Kirchengemeinde teil am landeskirchlichen Projekt „Ehrenamt fördern mit System“ und bekam gute Anregungen, um auch weiterhin Ehrenamtliche zu gewinnen. Für Matthias Zizelmann steht fest: „Nur wenn möglichst viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, können die Kirchengemeinden angesichts der Sparzwänge lebendig bleiben oder wachsen.“

Evangelisches Gemeindeblatt

Aktuelle Ausgabe 47/2017

THEMA - Angst überwinden

Ausgabe 4/2017

Luthers-Familienzeit

Jetzt Online-Magazin testen.

Meinungsumfrage

Meinungsumfrage

Soll man an Weihnachten aufs Schenken verzichten?
Ja.
Nein
Ich bin unentschieden.