Christliche Themen für jede Altersgruppe

Berühmte Beziehungskiste

STRAUBENHARDT/HIRSAU (Dekanat Neuenbürg/Calw) – „Luthers Lust und Liebe“ heißt ein Theaterabend, in dessen Mittelpunkt die Beziehung des Reformators zu seiner Frau Käthe steht. Das Stück von Cornelia Bernoulli zeigt szenisch, wie sich in dieser Zeit allmählich auch die Rolle der Frau zu verändern begann und Luther vom Frauenfeind zum Frauenversteher wurde. 

Szenen einer Ehe: Die Luthers als Theatereinlage bei einem EKD-Kongress. (Foto: epd-Bild)


Gleich zweimal hinterneinander werden die Schauspieler Cornelia Bernoulli und Ernst Matthias Friedrich mit „Luthers Lust und Liebe“ im Nordschwarzwald auftreten: in Straubenhardt bei einem Candle-Light-Dinner und in Hirsau bei einer musikalisch-szenischen Aufführung.

Die gebürtige Schweizerin Cornelia Bernoulli ist auch die Verfasserin des Stückes, das im Münchner Hofspielhaus uraufgeführt wurde. Es zeigt Szenen einer Ehe, die selbst Reformationsgeschichte schrieb: Luthers Ehefrau Katharina von Bora sollte bald selbst zu einer herausragenden Persönlichkeit werden, ohne die das Unternehmen Reformation nicht mehr vorstellbar war.

Eben das hat Cornelia Bernoulli von Anfang an gereizt: „Die Reformation ist auch für Beziehungen eine spannende Umbruchszeit.“ So wird aus dem Mönch und Frauenfeind Luther im Laufe der Zeit ein mitfühlender Eheman und Gatte, dessen Frauenbild sich zu wandeln beginnt.

„Am Anfang waren Frauen Gegenstände für ihn, nicht mehr als ein Stück Vieh im Stall“, sagt Bernoulli. Doch Käthe ändert ihn, wächst ihm ans Herz, macht aus dem groben Klotz einen aufmerksamen Partner, der auch zuhören kann.

Cornelia Bernoulli hat gründlich recherchiert, viel gelesen und geforscht, sich ein genaues Bild dessen gemacht, was Luther und seine Frau verband. Daraus ist eine Theatercollage entstanden, die von der Vergangenheit in die Gegenwart springt und wieder zurück.

Besonders leicht war es, etwas über Martin Luther selbst in Erfahrung zu bringen. Seine Briefe an die Ehefrau sind vielfach erhalten geblieben und zum Teil „sehr rührend“. Dabei geht es auch um die sechs Kinder des Paares, von denen zwei starben. Überdies wird „voller Empathie“ eine Fehlgeburt beschrieben.

Schwieriger gestaltet sich die Faktenlage bei Katharina von Bora. Da bleibt mehr Raum für die Fantasie: „Ich habe mir meine eigene Katharina erfunden“, gibt Cornelia Bernoulli zu. Heraus kam eine Persönlichkeit, die am Tisch bei den hohen Herrn mitreden durfte, sämtliche Manuskripte zum Druck brachte und stets zur Stelle war, wenn der prominente Ehemann wieder einmal auf Reisen ging.
„Sie schmeißt fast emanzipiert den Laden“, sagt die Schweizer Schauspielerin, die schon seit 30 Jahren in München lebt. Wenn sie mit Ernst Matthias Friedrich die Luthers spielt, dann tut sie das „nicht wissenschaftlich-historisch, sondern emotional“.

Es soll ja Freude machen zuzusehen und zuzuhören, bei einem Dialog zweier Menschen, die sich wirklich etwas zu sagen haben. Es ist eine Zeitreise mit Gegenwartsbezug sowie auch ein romantisches Erlebnis für all die, die das Theaterstück, wie in Straubenhardt, im Rahmen eines Candle-Light-Dinners serviert bekommen. Die zweite Variante, wie in Hirsau, ist ein Live-Hörspiel, bei dem auch die Musik Luthers zum Tragen kommt. „Die Musik hat er so hochgeschätzt wie die Liebe“, sagt Cornelia Bernoulli.

Wer bei dem Nachnamen der Schauspielerin übrigens an Hermann Hesse denkt, der liegt keineswegs falsch: Ihr Großvater war der Cousin von Herman Hesses erster Ehefrau Maria „Mia“ Bernoulli.

Luthers-Familienzeit

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