Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der Stille begegnen

BAD LIEBENZELL (Dekanat Calw) – Eine neue Oase der Ruhe und Besinnung bieten die Christlichen Gästehäuser im Monbachtal: Eine Café-Kapelle lädt jetzt Wanderer, Radfahrer und Besucher des angrenzenden Café Monbachtal der Liebenzeller Mission dazu ein, innezuhalten, zu beten – oder einfach nur kurz durchzuatmen. Die Einrichtung ist hell und schlicht und bietet anregende Impulse. 

Wohltuende Atmosphäre: Der Raum besticht durch sein zurückhaltendes Licht. (Foto: Annette Selter-Gehring)


Das Monbachtal, das ins Nagoldtal mündet, gilt vor allem in den Ballungsräumen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart als beliebtes Naherholungsziel. An einem schönen Wochenende tummeln sich dort tausende Besucher. Während im Café Monbachtal Cappuccino, Schwarzwälder Kirschtorte und andere Kaffee- und Kuchenspezialitäten locken, können die Besucher in der nur wenige Meter entfernten Café-Kapelle nun Stille genießen und Kraft schöpfen.

Dem Architekten Markus Bayer sei es gelungen, „die Gestaltung und Einrichtung auf das Wesentliche zu reduzieren“, sagt Armin Jans, Leiter der Christlichen Gästehäuser im Monbachtal. Doch gerade in der Schlichtheit, den klaren Linien, der zurückhaltenden Farbgebung, der Lichtgestaltung und Transparenz des Raumes kann bereits beim Betreten eine wohltuende Atmosphäre wahrgenommen werden.

Was draußen, vor der Tür zur Kapelle, stattfindet, wird dabei keineswegs ausgeblendet: Tageslicht dringt durch das  Milchglas und die Geräusche des Alltags sind gedämpft zu hören. Ein schlichtes Kreuz, ein einfacher Tisch als Altar und Sitzhocker. Auf einem Regal befinden sich neben mehreren Exemplaren der Bibel, die mitgenommen werden dürfen, einige wenige, ausgewählte Bücher. Auf dem Stehpult ein leeres Buch für Gebetsanliegen und eine kleine, verschlossene Box an der Wand. Dort können die Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen.

„Wer noch Fragen zum christlichen Glauben hat oder möchte, dass man mit oder für ihn betet, kann sich gerne an uns wenden“, sagt Jans. Er nimmt die seelsorgerlichen Aufgaben, gemeinsam mit weiteren theologisch ausgebildeten Mitarbeitern im Monbachtal, wahr. Ein Blickfang ist auch der hinterleuchtete Schriftzug „Du, mein Gott, erleuchtest meine Finsternis“ (Psalm 18,29). Darunter können die Besucher in den Sand malen oder eine Kerze aufstellen.

Bereits nach den ersten zwei Monaten seit der Eröffnung der Café-Kapelle sagt Jans: „Unser Wunsch, mit der Café-Kapelle einen Ort zu schaffen, wo man Gott begegnen kann, ist mehr als erfüllt.“ Schon nach wenigen Wochen wurden über 1000 Impulskarten mit Segens- und Ermutigungstexten von den Besuchern mitgenommen. Ein Zeichen dafür, wie viele Menschen die Kapelle bereits besucht haben. Auch die kleine, liebevoll gestaltete und mit einfühlsamen und hilfreichen Texten und Anregungen ausgestattete „Anleitung zur Stille“, die für die Besucher bereitliegt, muss bereits neu aufgelegt werden. Darin finden sich drei Schritte, die ins Gebet führen, Weisheiten zum Nach-Denken, Fragen an das Leben und Gebete.

„Dem Leben begegnen.“ So formulierten die Verantwortlichen und Mitarbeiter der Freizeit- und Seminareinrichtung im Monbachtal vor rund drei Jahren die Grundausrichtung, an der sie ihre Arbeit orientieren. Hier soll Raum und Zeit sein, sich selbst, anderen Menschen und Jesus zu begegnen. Mit der Café-Kapelle wurde dem Anliegen ein weiterer Mosaikstein hinzugefügt. Die Idee dazu hatte Armin Jans unter anderem durch den Besuch von Autobahnkirchen und -kapellen. Diese bieten entlang der Schnellstraßen Stille und Einkehr. Auch die Tradition der Wegkreuze und Wegkapellen, die bereits seit dem Mittelalter Wanderern, Pilgern und Reisenden Andachtsmöglichkeiten bieten, haben bei den Überlegungen eine Rolle gespielt.

Die Café-Kapelle im Monbachtal lädt alle Passanten und Besucher, die zufällig oder gezielt das Café, die angrenzende Minigolfanlage, die umgebenden Wanderwege durch das wildromantische Monbachtal und Radwege in ursprünglicher Natur frequentieren, ein diesen Ort der Stille aufzusuchen. „Die Schwelle ist niedrig. Jeder kann kommen, zu jeder Zeit“, sagt Jans. Die ersten Wochen zeigen, dass sich kirchendistanzierte Menschen von der Atmosphäre des Raums ebenso angesprochen fühlen wie Besucher, die gezielt nach einem spirituellen Ort für ihr Gebet und die Begegnung mit Gott suchen.

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