Christliche Themen für jede Altersgruppe

Glaube und Gastronomie

HERRENBERG – Sabine Speidel ist Direktorin des Tagungshotels der Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal. Seit zehn Jahren steht die Hotelfachfrau mit christlichen Grundüberzeugungen auch an der Spitze der Unternehmerfrauen im Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg (Dehoga). Einer Branche, in der die Frauen heute 75 Prozent des Personals stellen. 

Hoteldirektorin, Christin und Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Gastgewerbe: sabine speidel aus Herrenberg. (Foto: Gemeindeblatt)


Wer das Gästehaus der Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal noch in früheren Zeiten erlebt hat, der wird es kaum wiedererkennen: Aus dem ehemals rein kirchlichen Beherbergungsbetrieb ist ein richtiges Hotel geworden. Seit etwa zehn Jahren ist es offen für alle Gruppen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Das Restaurant wurde kürzlich komplett renoviert und das Haus bereits zuvor mit einem neuen Namen versehen: „Tagungshotel am Schlossberg“. Auch Daimler und Porsche gehören dort inzwischen zur Klientel.

Dazu passt, dass dort vor gut drei Jahren eine Frau die Leitung übernommen hat, die das Hotelfach von der Pike auf gelernt hat. Sabine Speidel (52) ist seit 30 Jahren im Gastgewerbe und mit den Wettbewerbsregeln der Branche bestens vertraut. Die hat sie schon während der Ausbildung im Schlosshotel Weitenburg in Starzach mit auf den Weg bekommen.

Später ging sie in die Schweiz und stieg dann in das heimische Hotel in Ödenwaldstetten auf der Schwäbischen Alb ein: Dort hat sie aus einer kleinen Brauerei mit Gasthof ein florierendes Tagungshotel gemacht, das heute als „Speidels Braumanufaktur“ Urlaubern und Geschäftsleuten ein besonderes Erlebnis vermittelt.

Nun also Herrenberg. Für Sabine Speidel ist die Leitung eines christlichen Hauses etwas Neues und doch nichts Fremdes. Denn Religion gehört bei ihr schon immer ganz selbstverständlich zum Leben dazu: Lange Jahre war die Mutter von drei Kindern Kirchengemeinderätin in Ödenwaldstetten und Mitglied des Kirchenbezirksausschusses in Münsingen. „Der Glaube gibt mir Halt und Geborgenheit, auch in schwierigen Lebenssituationen“ sagt sie, „ich fühle mich behütet und aufgehoben.“
Aufgehoben fühlt sie sich auch in einem ganz besonderen Netzwerk, dem sie seit nun zehn Jahren vorsteht. Sabine Speidel ist Landesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg. Dort treffen sich Wirtinnen und weibliche Hoteliers, die in ihren Betrieben Verantwortung tragen. Eine Interessensvertretung der Chefinnen, ohne die fast nirgends der Laden laufen würde.

Als sie vor über 30 Jahren gegründet wurde, durften die Frauen zwar arbeiten, hatten aber nichts zu sagen. Das hat sich gründlich geändert. Heute gehören den landesweiten Arbeitsgruppen 650 Frauen an, die das Forum nutzen, um sich auszutauschen. Mit Kolleginnen über den Alltag und seine Probleme sprechen, das tut einfach gut.

Alltagssorgen gibt es viele. „Es sind meistens die Frauen, zu denen die Mitarbeiter kommen“, sagt Sabine Speidel. Man geht eher zur Chefin als zum Chef – und die muss dann sehen, wie sie alles gelöst kriegt. Der Rat anderer Frauen mit Verantwortung in der Gastronomie kann dabei einfach Gold wert sein.

Längst sind sie innerhalb des Hotel- und Gaststättenverbandes dabei eine Größe, die man respektiert. Sabine Speidel ist Mitglied des Dehoga-Landesvorstandes und hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Ohnehin hat sich die Stellung der Frau im Gastgewerbe erheblich verbessert. „Wo andere von einer Frauenquote reden“, sagt Sabine Speidel, „da liegt sie in unserem Bereich bei 75 Prozent.“
Längst ist es auch für die Mitarbeiter normal, dass eine Chefin im Betrieb das Sagen hat. Sabine Speidel ist gespannt, wie das mit den Migranten aus anderen Kulturen funktioniert, die in zunehmender Zahl Anstellung in der Hotellerie und Gastronomie finden. In manchen Ländern sind Frauen als Vorgesetzte bis heute kein Thema.

Sabine Speidel könnte sich keinen schöneren Beruf als den im Hotelfach vorstellen, selbst wenn die Arbeitszeiten unregelmäßig sind. „Wer mit dem Herzen dabei ist, steigt nie aus“, sagt sie und dass das Strahlen zufriedener Gäste letztlich für alles etschädigt, was es in diesem Beruf an Entbehrungen gibt.

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