Christliche Themen für jede Altersgruppe

Innehalten auf freier Fahrt

MÖHRINGEN (Dekanat Tuttlingen) – Die Möhringer Kreuzkirche ist in den Sommermonaten schon seit 2004 Radfahrerkirche. Es gibt dort sogar eine sonntägliche Bewirtung. Nun entwickelt sie sich weiter zur zertifizierten Radwegekirche am Donauradweg. Dazu ist die Kirche täglich tagsüber geöffnet, als besonderer Raum der Stille und Andacht entlang des beliebten Radwegs. 


Pfarrerin Birte Janzarik mit dem Hinweisschild, an dem man eine Radwegekirche erkennt. (Foto: Annika Luz)

Sie liegt direkt am Donauradweg, von Tuttlingen kommend gleich nach dem Ortseingang: die Möhringer Kreuzkirche, von der Quelle aus gesehen die erste Radwegekirche am Donauradweg. Kein Wunder also, dass Passanten in den benachbarten Häusern gerne mal angefragt haben, ob man die Kirche besichtigen könne. Seit Mitte Juni ist dies nun bis zum Sommerende täglich möglich.

So auch an einem eher trüben Sonntag im August. Die Kirchentür wurde schon frühmorgens von einer Nachbarin geöffnet – der Schlüsseldienst geht in der Nachbarschaft reihum – und um 12 Uhr öffnet auch die Radfahrerkirche. Der Kirchengemeinderat bewirtet die Kirchenbesucher wahlweise mit Saitenwürstchen und Kartoffelsalat oder Kaffee und Kuchen. „Die sonntägliche Bewirtung für die Radfahrer machen wir schon seit 2004“, sagt Kirchengemeinderätin Gisela Gauger.

Ins Leben gerufen hatte dies der damalige Pfarrer Marcus Keinath (heute Dekan in Reutlingen). Die Bewirtung im abgetrennten hinteren Kirchraum und vor dem Kircheneingang übernehmen Gruppen und Vereine des Orts, unter anderem auch die katholisch geprägte Peru-Gruppe.

Dieses Jahr hat die Gemeinde das Konzept auf Anregung von Pfarrer Johannes Wischmeyer zur Radwegekirche weiterentwickelt. „Die Kirche ist nun in den Sommermonaten täglich geöffnet. So können Radfahrer von morgens bis zum Einbruch der Dämmerung die Kirche besuchen, zur Ruhe kommen oder die Kunstwerke ansehen. Man kann auch seine Trinkflasche mit Mineralwasser auffüllen oder zur Toilette gehen“, erklärt Wischmeyer das Konzept. „Kirchen sollten generell offen sein. Und da unsere Kreuzkirche direkt am viel befahrenen Donauradweg liegt, bietet es sich besonders an, sie die ganze Woche über zu öffnen“, sagt er. „So leisten wir auch unseren Beitrag, Möhringen touristisch noch attraktiver zu machen.“

Die Aufnahme als Radwegekirche ist wichtig, „damit Radfahrer ihre Tour entsprechend planen können“. Auf der Internetseite www.radwegekirchen.de kann man dies praktisch für den gesamten deutschsprachigen Raum.

Das Angebot kommt an. Das sieht man an den vermehrten Einträgen im Gästebuch: „Neben all den schönen Eindrücken entlang der jungen Donau ist dieser Ort der Einkehr und Ruhe auch eine schöne Erfahrung. Danke für die offene Kirche“, kann man da von Ulrike lesen. „Die guten Gedanken nehme ich mit!“, schreibt Charlotte. Ob Ursula aus Köln wohl eine Radpanne hatte: „Das ist doch mal eine handfeste christliche Hilfestellung: Mit Werkzeugkasten und Luftpumpe. Gute Idee!“ Oder: „Liebe Grüße aus dem schönen Stammheim und allseits gute Fahrt!“, „Danke für diese Ruhe, und dass ich meine Gedanken zur Ruhe kommen lassen kann. Ich danke Gott für die wunderbare Natur auf diesem Radweg.“

„Die meisten Leute kommen hauptsächlich her, um kurz inne zu halten oder auf die Toilette zu gehen“, sagt Pfarrerin Birte Janzarik. Sie übt öfters Orgel in der Kirche, wenn Passanten reinschauen. „Sie sind in der Regel im Reisemodus, auf Natur und Ruhe eingestellt“.

„Am meisten ist von Juni bis Ende Juli los“, sagt Gemeindemitglied Christian Weinert. In den Handwerkerferien sei auch auf dem Radweg weniger los. „Und wer es nicht weiß, erkennt die Radwegekirche mit ihrem Angebot nicht auf den ersten Blick“, sagt Pfarrerin Janzarik. Deshalb soll noch ein gut sichtbares, großes Banner an die Kirche. Damit auch noch mehr zufällige Passanten in den Genuss kommen, in den Raum der Stille und Andacht einzutauchen, direkt am schönen Donauradweg.


Information
Die Möhringer Kreuzkirche fügt sich in ein dicht gewebtes Radwegenetz der Evangelischen Kirchen Deutschland (EKD) ein. Wer einen Radurlaub plant und gezielt Kirchen besuchen möchte, kann dies auf den vorgegebenen Routen von der Nordseekante durch ganz Deutschland bis in die Schweiz und Österreich tun. Die ausgewiesenen Radwegekirchen, wie die Möhringer Kreuzkirche, sind dabei für die Radler täglich geöffnet und laden zur Einkehr und zum stillen Gebet ein. Informationen zur Radwegekirche in Möhringen unter Telefon 07462-7998, Internet: www.radwegekirchen.de


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