Christliche Themen für jede Altersgruppe

Streicheleinheiten für Luca

PFALZGRAFENWEILER (Dekanat Freudenstadt) – Wenn alte Hände auf eine graue Hundeschnauze treffen, dann leuchten die manchmal trübe dreinblickenden Augen der Senioren: Einmal die Woche schnappt sich Susanne Walter ihren Hund Luca und besucht mit ihm zusammen das Seniorenstift „Am Kurgarten“ in Pfalzgrafenweiler. Auf die gemeinsamen Stunden freuen sich Mensch und Tier.

Die meisten der Bewohner freuen sich über die Abwechslung. (Foto:Bärbel Altendorf-Jehle)

„Die Hundetherapie ist für uns sehr wichtig“, sagt Martina Spreyer, zuständig für die soziale Betreuung im Seniorenstift. Susanne Walter spürt das jede Woche, wenn sie mit ihrem Mischlingshund durch das Seniorenheim läuft. Sie tut es ehrenamtlich, es ist ihr Beitrag zur christlichen Nächstenliebe. Und die alten Menschen geben ihr bei diesen Besuchen viel zurück.

Im Aufenthaltsbereich werden die beiden an diesem Tag schon sehnsüchtig erwartet und herzlich begrüßt. Eine Altenpflegerin steht mit einem Tellerchen Wurst bereit. Luca weiß das ganz genau. Hier im Seniorenstift wird er nicht nur bewundert und bekommt die ungeteilte Aufmerksamkeit, sondern neben den Streicheleinheiten gibt es vor allem eben diese leckere Wurst. Die Altenpflegerinnen füttern Luca ganz dicht bei den meist dementen Patienten, fordern diese auf, es selbst zu tun. Manche, vor allem diejenigen, die selbst einst mal einen Hund hatten, tun das sehr gerne, andere sind eher zurückhaltend, schauen aber zu.

Luca ist eindeutig die Hauptperson. Aber über den Hund kommt Susanne Walter ins Gespräch mit den Senioren, bringt Abwechslung in deren Alltag, vor allem auch, wenn sie in die Zimmer geht, in denen bettlägerige Menschen sich über den Besuch ganz besonders freuen.

Früher wäre so etwas undenkbar gewesen. Ein Tier in einem Seniorenheim und dann noch so nahe am Bett. Das lehnte man aus hygienischen Gründen ab. Das gilt heutzutage zum Glück nicht mehr.  Martina Spreyer:  „Unsere Bewohner freuen sich auf die Abwechslung.“ Neben Susanne Walter kommt auch Nathalie Klumpp mit ihren zwei Hunden Molly und Kimba einmal in der Woche nachmittags zu den alten Menschen.

„Die Bewohner fühlen sich gemocht und angenommen, ohne dass sie etwas dafür tun müssen, denn Tiere vermitteln solch eine Gefühl, wenn sie die Nähe der Menschen suchen“, erklärt Martina Spreyer. Forschungen hätten gezeigt, dass Tiere dazu beitragen können, den Blutdruck zu senken. Ein Schlaganfallpatient, so weiß Nathalie Klumpp zu erzählen, der kaum ein verständliches Wort herausbekam  konnte einen sinnvollen halben Satz sagen, als der Hund zu ihm kam. Das gab diesem Mann hernach ein ungeheures Selbstbewusstsein, das Sprachtraining wieder aufzunehmen.

Ähnliches hat auch schon Susanne Walter erlebt. Eine Frau, völlig in sich gekehrt, lebt sichtlich auf, wenn Luca sie einmal in der Woche besucht. Sie streichelt ihn. Eine andere Dame hat stets etwas Leckeres in ihrer Schublade. Luca weiß genau, dass es in diesem Zimmer für ihn etwas zusätzlich gibt und geht schon schwanzwedelnd hinein.

2008 hat Susanne Walter bei den Maltesern eine Besuchshundeausbildung absolviert. Dabei lernen Hunde, keine Angst vor Rollatoren und Gehstöcken zu haben. Sie dürfen in keiner Situation zuschnappen, vor nichts erschrecken und müssen sich gerne streicheln lassen. Jeder Hund wird auf sein Aggressionsverhalten überprüft. Luca macht da keine Probleme. Er ist ein gutmütiger Hund, ungeeignet für die Suchhundeausbildung, prädestiniert für die Altenbetreuung. Der Mischlingshund ist selbst schon mit seinen siebeneinhalb in die Jahre gekommen und hat so allerlei Wehwehchen. Er kommt manchmal  nur schwer die Treppen hoch.

Besonders gut versteht sich Luca dort mit dem alten Schäfer Heinrich Schwarz. Der hatte selbst immer Hunde. „Ach Luca, gell du bist nun ebenso schlecht zu Fuß wie ich“, sagt er und krault verständnisvoll den Rücken von Luca.

Luthers-Familienzeit

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