Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der Kirchenraum verändert sich

UMMENDORF (Dekanat Biberach) – Ein ungewöhnliches Kunstprojekt wird während der Passionszeit in der Versöhnungskirche in Ummendorf gezeigt. Ein Bilderzyklus von Beate Bitterwolf mit dem Thema „Farbe zwischen Finsternis und Licht“ wird von Pfarrerin Andrea Luiking in verschiedenen Gottesdiensten zur Passion miteinbezogen und lädt die Besucher zu Interpretationen ein.

Die Künstlerin Beate Bitterwolf (links) und Pfarrerin Andrea Luiking am Tag des Aufbaus der Ausstellung. (Foto: Inge Veil-Köberle)

Es war eine Überraschung im Sonntagsgottesdienst vor Aschermittwoch. Die Wände der Versöhnungskirche, die 1969 gebaut wurde, waren leer. Das gewohnte Teppichbild war abgehängt. „Ein Gemeindemitglied hätte am liebsten die bisherigen Bilder gleich wieder aufgehängt. Die Leere war ungewohnt“, erzählt Pfarrerin And­rea Luiking. In der nachfolgenden Woche halfen Ehrenamtliche die teilweise großformatigen Werke der Künstlerin Beate Bitterwolf im Kirchenraum aufzuhängen. Die Bilder wurden für die Versöhnungskirche  gemalt. „Es ist ein Experiment“, beschreibt die Pfarrerin dieses spirituelle konzeptionelle Projekt.

„Gegenwartskunst in einer evangelischen Kirche ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, doch wir gehen weiter. Wir wollen die Interpretationen bei den Besuchern wecken“, erzählt Luiking. Der Bilderzyklus wird mit einem Musikgottesdienst eröffnet. Kunst, Musik und das gesprochene Wort sollen eine Einheit bilden.

Ungewöhnlich an diesem Kunstprojekt ist auch, dass die Bilder in der Passionszeit umgehängt werden. Die Werke bleiben nicht an ihrem ersten Ort. Der Gottesdienstbesucher nimmt einen anderen Blick auf die Bilder ein und der Kirchenraum verändert sich dadurch. Die Passionsgeschichte wird nachempfunden.

Ein orangerotes zweiteiliges Bild, in welchem wenige Worte angedeutet sind und helle Kreise, ist dem Thema Licht gewidmet. Nichts scheint auf dem Gemälde dem Zufall überlassen zu sein. Komponiert aus mehreren Farbschichten, dominiert ein heller Kreis, der vollendet wirkt. Die Finsternis wird ebenfalls zweiteilig in schwarzen Farbtönen dargestellt. Das Werk wurde mit Asche von Apfelbäumen und Buchen sowie Flammruß gemalt. Sie flankieren die großen hellen Kirchenfenster.

Licht und Schatten. Je nach Lichteinfall schimmern teilweise metallische Reflexe auf der dunklen Bildoberfläche. Die sieben kleineren rechteckigen farbigen Werke hängen rechts und links vom Altarraum. Sie flankieren das große Kreuz in der Kirche über dem Altar. Sie könnten das tägliche bunte Leben symbolisieren, das ebenfalls aus dunkleren und helleren Momenten besteht. Der Farbverlauf ist fließend, wie das tägliche Leben.

„Die Werke sind bewusst abstrakt und ohne kirchliche Symbole gemalt“, erklärt die Künstlerin. Der Betrachter soll seine eigene Lebensgeschichte darin widergespiegelt sehen.

Die schwarzen Bilder symbolisieren den Tod. „Der Tod passiert von allein. Wir wissen, dass wir sterben müssen. Der Tod ist erwartbar. Die Auferstehung ist dagegen mit geistiger Aktivität verbunden. Wir können uns Gedanken machen, uns geistig damit auseinander setzen. Doch die Auferstehung bleibt unerwartbar“, beschreibt die Künstlerin Bitterwolf ihre Gedanken.

Pfarrerin Luiking hat verschiedene Angebote zum Bilderzyklus vorbereitet wie einen Workshop, der den Entstehungsprozess der Bilder aufbereitet sowie einen Exkurs in die Kunstgeschichte zu Kirche und Passion bietet. Im Jugendgottesdienst werden die Konfirmanden ihre Gedanken zu ihrem Glauben zwischen Licht und Finsternis vortragen. „Auch der Gottesdienst am Gründonnerstag ist experimentell“, sagt Luiking. Die anschließende Feier des Abendmahls ist Ausblick auf das Unerwartbare am Ostersonntag.


Information

„Farbe zwischen Finsternis und Licht“ – Bilderzyklus zum Thema Passion, so heißt die Ausstellung, die in der Evangelischen Versöhnungskirche Ummendorf, Riedweg 13, 88444 Ummendorf, zu sehen ist.

Vernissage und Eröffnungsgottesdienst findet statt am 16. März. Um 10.30 Uhr ist Musikgottesdienst, um 11.30 ein Gespräch mit Beate Bitterwolf und Pfarrerin Andrea Luiking.

Am 4. April um 19.30 Uhr wird zum Filmcafé eingeladen.

Am 5. April wird von 14 bis 18 Uhr ein Workshop zu Kunst und Kirche in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Bildungswerk Oberschwaben angeboten.

Am 6. April um 10.30 Uhr wird ein eigener Jugendgottesdienst gefeiert. Thema: Ein Haus voll Licht – Konfirmanden beschreiben ihren Glauben.

Am Gründonnerstag, 17. April, rundet ein Gottesdienst zum Thema „Zwischen Finsternis und Licht“ die Ausstellung ab.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Freitag 14-16 Uhr und Sonntag 10-12.30 Uhr, Telefon 07351-21617.

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