Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der Klang des Friedens

BLAUSTEIN (Dekanat Blaubeuren) – Die Blausteiner Friedensmesse wird im November uraufgeführt. Ein Mammutprojekt: Sechs Chöre sind beteiligt. Elke Landenberger übt die Messe nicht nur mit den 130 Choristen ein – sie hat das Werk auch komponiert. 

Mit vielen begeisterten Sängern übt Elke Landenberger die von ihr komponierte Messe ein. (Foto: Margot Autenrieth-Kornenthaler)

Sechs Chöre, ein Streichorchester, drei Instrumentalisten und drei Chorleiterinnen sind beteiligt, um die Blausteiner Friedensmesse zur Aufführung zu bringen. Das Werk enthält alle Teile der klassischen lateinischen Messe: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Und die Sänger singen auch auf Latein. Hinzu kommt das auf Deutsch gesungene Friedensgebet: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.“ Für die Chöre sind einige rhythmische Herausforderungen dabei. „Es ist nicht simpel, aber gut lernbar“, erzählt Komponistin Elke Landenberger. Für die Zuhörer gestaltet sich das Werk sehr abwechslungsreich. Neben dem Gesamtchor wird in Kleingruppen und Ensembles gesungen, es gibt besinnliche und ruhige Stellen, dann wieder mitreißende Teile. „Ich habe ein Hosianna gemacht, das hat fast Volksfestcharakter“, lacht die Komponistin. Dazu hat sie auch Sätze im 5er- oder 7er-Takt komponiert, was der Musik etwas Drängendes gibt. „Das wird dem Text gerecht, die Musik soll den Inhalt ja auch ausdrücken“, erläutert die Dirigentin.

Immer wieder war Elke Landenberger als Chorleiterin in die Verlegenheit geraten, keine passenden Werke für die vorhandenen Stimmen in ihren Chören zu finden. Dann machte sie aus der Not eine Tugend und schrieb selber die passenden Chorsätze. „Ich will einen Zeitablauf spannend gestalten. Es darf nicht zu schwer sein, die Sänger müssen aber auch etwas zu knacken haben und es darf nicht banal sein“, sagt sie. Elke Landenberger leitet selbst vier der sechs beteiligten Chöre. Die Dirigentinnen Christiane Dech (Söflingen) und Irmgard Müller (Bermaringen) kommen mit ihren Chören hinzu. Wichtige Instrumente der Friedensmesse sind die Marimba und die Flöte. Die Marimba wählte Landenberger aus, um bestimmte Rhythmen hervorheben zu können. Die Flöte benötigte sie als solistisches Legato-Instrument für getragene Tonfolgen. „Ich will mit meinen Kompositionen nicht die Musikgeschichte revolutionieren, sondern nur das Passende für die Menschen schreiben, die es singen“, betont sie.

Elke Landenberger hat in Wien Rhythmik studiert, eine theologische Ausbildung und ein Lehrerstudium absolviert und auf ihrem Label „Larynx“ eigene Kinder- und Bewegungslieder als CDs und Liederhefte veröffentlicht. Neben ihrem ersten „ernsten Werk“, der Friedensmesse, hat sie bereits zwei Kindermusicals und rund siebzig Kinderlieder selber getextet und vertont. Überhaupt liegt der Chorleiterin die Nachwuchsarbeit am Herzen. Seit 18 Jahren ist sie verantwortlich für die Chorarbeit der Kirchengemeinde Blaustein. Ihre Kinder- und Jugendchöre, die Blausteiner Blaumeisen, platzen fast aus allen Nähten. So teilte die engagierte Chorleiterin bereits einen Kinderchor, um sinnvoller arbeiten zu können. Die zusätzliche Probenarbeit mit der dritten Gruppe bekommt sie nicht bezahlt. „Das ist Gemeindeaufbau, was da passiert“, sagt sie und bedauert Kürzungen im Budget.

Wie nachhaltig ihre Arbeit ist, zeigt sich etwa an Annika Noghero und Emilia Böhling aus Blaustein. Die beiden Jugendlichen singen seit dem Grundschulalter bei den Blaumeisen mit und sind inzwischen Mitglieder der Jungen Kantorei. „Wir haben so viel im Kinderchor gelernt und uns richtig verbessert“, erzählt die 14-jährige Emilia. „Frau Landenberger hat uns immer motiviert und gesagt ‚Du kannst das‘, so dass wir sogar Soli gesungen haben“, erinnert sie sich. „Niemand ist zurückgeblieben, sie hat sich um jeden einzelnen gekümmert“, ergänzt Annika. „Uns macht das Singen großen Spaß und die Gemeinschaft im Chor ist auch schön“, sagt die 15-Jährige. Am Anfang sei es für sie mit der Friedensmesse etwas mühsam gewesen, aber jetzt gefalle sie ihnen richtig gut. „Sie klingt so toll und ist sehr abwechslungsreich. Wir freuen uns auf die Aufführung“, sagen die beiden Mädchen. Und hört man während der Gesamtprobe in der Blausteiner Kreuzkirche ein bisschen zu, dann weiß man: Auch die Besucher können sich jetzt schon richtig auf die Aufführung freuen.

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