Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die beste Mitarbeiterin im Netz

BIBERACH – Wer bietet im Landkreis Deutschkurse an? Wo wird Kinderkleidung gebraucht? Die Internetseite www.asyl-bc.de kennt die Antwort. Einer ihrer Macher ist der Pfarrer Matthias Ströhle. Er berichtet, warum die Webseite für die Arbeit der Ehrenamtlichen so wichtig ist. 



Ohne sie würde in der Flüchtlingsarbeit im Landkreis Biberach nicht viel laufen. Derzeit beantwortet sie täglich bis zu 2000 Anfragen. Sie ist zuständig für die Vernetzung von mehr als 20 Asyl-Arbeitskreisen. Sie vermittelt Patenschaften für Flüchtlinge und betreibt eine florierende Tauschbörse für Kleider, Möbel, Kindersachen. Sie informiert über die wichtigsten rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Sie weiß, wer in Dürmentingen-Heudorf, Oggelsbeuren oder Warthausen für welche Frage zum Thema Flüchtlinge zuständig ist: die Internetseite www.asyl-bc.de. Sie gilt mittlerweile landesweit bei Flüchtlingsinitiativen, Kirchengemeinden, Kommunen und Landkreisen als Vorzeigeprojekt.

„Ohne diese Webseite könnten wir unsere Arbeit weder in der Qualität noch in der Schnelligkeit leisten, die jetzt notwendig ist“, sagt der evangelische Pfarrer Matthias Ströhle, der die kleine Diaspora-Gemeinde Erolzheim-Rot betreut und das Amt des Asylpfarrers im Evangelischen Kirchenbezirk Biberach inne hat. In seinem Arbeitszimmer sieht es aus wie bei vielen anderen Pfarrerinnen und Pfarrern auch. Gewichtige theologische Literatur in der vollgestellten Bücherwand, ein Schreibtisch mit sehr viel Arbeit drauf, ein Kreuz, eine Kerze auf dem Tisch. Aber auch auffällig viele Tablets, Notebooks und PCs: Das Büro könnte ebenso gut zur IT-Abteilung eines mittelständischen Unternehmens gehören.

Die Homepage www.asyl-bc.de ist die Internet-Präsenz der „Ökumenischen Flüchtlingsarbeit im Landkreis Biberach“, zu der sich im März dieses Jahres die katholische Kirche mit der Caritas und die Evangelischen mit der Diakonie zusammengeschlossen haben. „Arbeitskreise für Flüchtlinge gibt es ja teilweise schon sehr lange“, sagt Ströhle. „Früher spielte sich die Arbeit im Stillen ab, lief vor Ort. Jetzt haben wir die Situation, dass in sehr kurzer Zeit sehr viele Flüchtlinge kommen – und in sehr kurzer Zeit sehr viele Ehrenamtliche helfen wollen. Darunter sind glücklicherweise auch viele junge Leute. Die wollen, dass alles zack zack geht und eine professionelle Struktur hat. Die haben wir geschaffen.“

In Laupheim gebe es zum Beispiel eine Flüchtlingsinitiative mit sehr vielen jungen Leuten: „Die machen ihre Dienstbesprechung auf Facebook.“ Wenn 200 ehrenamtliche Deutschlehrer aus dem Landkreis zu einem „Vernetzungstreffen“ kommen, muss der Wissensaustausch professionell organisiert sein. „Gelungene Beispiele wollen wir so schnell als möglich kommunizieren. Schließlich soll nicht jeder Ort neu erfinden, welche Materialien für den Deutschunterricht von Analphabeten geeignet sind“, sagt Ströhle. Und: „In unserem riesigen Flächenlandkreis haben wir vor Ort ganz unterschiedliche Situationen, was die Flüchtlinge und die Ehrenamtlichen betrifft – aber überall ganz ähnliche Fragen und Herausforderungen.“

Knapp 1000 Ehrenamtliche in 25 Initiativen begleitet die Ökumenische Flüchtlingsarbeit im Landkreis Biberach derzeit. Die Menüstruktur der Seite spiegelt wieder, worum es bei der großen gesamtgesellschaftlichen Herausforderung der Aufnahme und Integration im Alltag wirklich geht – jenseits politischer Debatten und Talkshow-Auftritte. Dabei kommt die ökumenische Flüchtlingsarbeit keineswegs unpolitisch daher. Wer nicht direkt zwei Fahrräder in die Tauschbörse einstellen oder gerade wissen will, wer in Ummendorf für Hausaufgabenbetreuung und Begegnungscafé verantwortlich ist, findet auf der Startseite, ein alttestamentarisches Bibelzitat aus dem 3. Buch Mose, dem sogenannten Leviticus: „Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnen wird, den sollt ihr nicht schinden. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“

Das Besondere an dem unspektakulär erscheinenden, aber gut funktionierenden Internet-Auftritt einer ökumenischen Flüchtlingsinitiative in der oberschwäbischen Provinz ist, dass der Geist, der die Macher beseelt, sich in klaren Menüstrukturen wiederfindet. „Bürgerschaftliches Engagement lebt davon, dass die vor Ort Handelnden auch die Verantwortlichen sind. Sie wollen und sollen ihre Kommunikation selbst in die Hand nehmen. Dafür liefern wir die Räume und das technische Instrumentarium“, sagt Ströhle.

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