Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Demokratie stärken

ULM – Die Gründer des „Bündnisses Kirche für Demokratie und Menschenrechte in Württemberg“ ­wenden sich gegen Rassismus und demokratiefeindliche Tendenzen und argumentieren theologisch. Im Verbund mit anderen Initiativen wollen sie aufklären.


Engagiert im Bündnis für Demokratie. (Foto: privat)

Sie sind acht, und sie wollen viel mehr werden: Yasna Crüsemann, Pfarrerin beim Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung der Landeskirche, die Pfarrer Thomas und Andrea Holm, Petra Schautt, Stefanie Klitzner, Michael Pfeiffer, die Dozentin Amrei Schick und die Religionspädagogin Frauke Liebenehm gründeten im Mai das Bündnis Kirche für Demokratie und Menschenrechte in Württemberg.
Mittlerweile stehen noch viele weitere Namen auf der Mitgliedsliste, Menschen aus der Kirchenleitung, Einzelpersonen, auch eine Gemeinde ist dabei. Mit Absicht wurde das Bündnis „für“ etwas gegründet, ein „gegen“ sollte nicht in den Namen des Bündnisses – obwohl der Verbund eigentlich vor allem gegen etwas ankämpfen will: gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Vorurteile wie jenes „Zigeuner umfährt man großräumig“, mit dem sie selbst aufwuchs, sind mit dem christlichen Bekenntnis unvereinbar, sagt Andrea Holm. Das Bündnis möchte deshalb im Bezug auf Vorurteile, die Gruppen von Menschen abwerten, sensibilisieren und für ein achtsames Miteinander werben, gerade auch innerhalb der Kirche. „Die Theologie geht von der Gottähnlichkeit des Menschen aus, was grundlegende Unterschiede in der Wertigkeit des Menschen verbietet“, sagt Thomas Holm. „Die Generalisierung der Abwertung funktioniert nicht, weil die Gottähnlichkeit des Menschen bedeutet, dass alle Menschen die gleiche Würde haben.“ Rassismus stecke tief im Menschen und finde sich in der Mitte der Gesellschaft, argumentiert Yasna Crüseman.

Die Gründer des Bündnisses sehen diesbezüglich Tabuthemen in der Landeskirche – und eine Ambivalenz in den Gemeinden. „Es gibt auch in der Kirche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Das gilt es aufzudecken und zu bekämpfen“, umschreibt Holm ein Ziel des Bündnisses. „Wir versuchen die Menschen über alle Medien anzusprechen und wollen Fortbildungen anbieten.“ Rassistische Einstellungen seien mit Kirchenämtern nicht vereinbar.

Auf der Homepage des Bündnisses steht deshalb auch der Grundsatz: „Wir verstehen Kirche als Ort, an dem die Liebe Gottes zu allen Menschen verkündet und gelebt wird. Nächstenliebe verlangt Klarheit. Deshalb ist Kirche ein Ort des Widerstandes gegen nationalistische, antisemitische, rechtspopulistische und rassistische Weltbilder. Wir sind überzeugt, dass Kirche zur Gestaltung einer lebendigen Demokratie und zur Einhaltung der Menschenrechte beitragen muss.“

Ein pädagogischer Schwerpunkt des Bündnisses liegt im Pädagogisch-Theologischen Zentrum Stuttgart, das für Bildungsarbeit der Landeskirche verantwortlich ist und das Mitglied im Bündnis Kirche für Demokratie und Menschenrechte in Württemberg wurde.

Das Bündnis möchte, dass Kirchen und kirchliche Einrichtungen zu Orten demokratischer Kultur und der Durchsetzung der Menschenrechte werden, und es will der Bagatellisierung von Rechtsextremismus und alltäglichem Rassismus in Kirche und Gesellschaft entgegenwirken. Deshalb sucht das Bündnis den Kontakt zu anderen Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Rassismus. In Ulm ist dies beispielsweise „Ulm gegen rechts“, dem unter anderem die DGB-Kreisverbände Ulm/Alb-Donau und Allgäu-Donau-Iller, die Kreisorganisation Ulm/Alb-Donau der DKP, der politische Stammtisch 13 Ulm, die Ulmer und die Neu-Ulmer SPD, die Jusos Neu-Ulm, der Kreisverband Neu-Ulm/Günzburg der Linken, die Ulmer Fraktion der Grünen und die Piraten-Partei Ulm/Alb-Donau sowie das forum migration ulm angehören.

Das Bündnis ist im Internet zu finden unter www.bkdmwue.de 

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