Christliche Themen für jede Altersgruppe

Oh mein Gott

ASCH (Dekanat Blaubeuren) – Dirk Schwarzenbolz hat viele Hobbys, er greift oft zur Säge, hat schon viel von der Welt gesehen und fotografiert leidenschaftlich gern. Aber er nimmt auch seinen Beruf sehr ernst: Der Religionslehrer geht im Unterricht neue Wege und hat aus den Gebeten seiner Schüler ein kleines Buch gemacht. Eines von vielen Werken des umtriebigen Pädagogen.

Dirk Schwarzenholz war Förster, bevor er Lehrer und Autor vieler Bücher wurde. (Foto: Brigitte Scheiffele)


Seit Jahren organisiert Dirk Schwarzenbolz den Motorradgottesdienst in Bühlenhausen, tüftelt leidenschaftlich gerne an Motorrädern, liebt Holz und die damit verbundene Motorsägekunst. Alleine oder gemeinsam mit Schülern schreibt er auch Bücher. Jetzt erschien das Gebetsbuch „Oh mein Gott!“ aus einem interkonfessionellem Projekt der Dr.-Engel-Realschule in Eislingen. In diesem beten Jugendliche: fromm, frei und herzerfrischend.

Fünf Taschenbücher liegen auf dem Tisch, daneben ein kleines gebundenes Gebetsbuch. Dirk Schwarzenbolz muss etwas ausholen für eine heute außergewöhnliche Begegnungsform in der Dr.-Engel-Realschule in Eislingen: Am ersten Tag in der damals für ihn neuen Schule wurde ihm als Lehrer ein Platz im Lehrerzimmer zugewiesen. „Mein geschniegelter Sitznachbar war mir von Anfang an unsympathisch“, erzählt er. Auch Dr. Dr. Josef Önder empfand den neuen Kollegen Schwarzenbolz keineswegs angenehm: So einer könne doch nicht Lehrer sein. „Heute sind der syrisch-orthodoxe Doppeldoktor und ich beste Freunde. Wir teilen unsere Glaubensüberzeugung, haben die gleichen Wertevorstellungen und dasselbe Bestreben, die frohe christliche Botschaft unter jungen Menschen zu verbreiten“, sagt Schwarzenbolz. Önder unterrichtet katholische Religionslehre, Schwarzenbolz die evangelische. Beiden ist im Unterricht auch das Beten wichtig, denn es gehe „nicht nur ums Reden, sondern ums Vorleben und Praktizieren“.

Zum Anfang des Religionsunterrichts bildet sich seit einiger Zeit deswegen an dieser Schule ein großer Kreis – außerhalb der Klassenzimmer – durch eine Schülergruppe. Es wird gebetet, über die Gebete geredet und gedankt. Mittlerweile haben sich mehrere Leute angeschlossen, manchmal hat die Gruppe auch unbeteiligte Zaungäste. Ein Einführungsstatement wie zum Beispiel ein alter Barhocker, auf dem keiner sitzt, kann als Impuls dienen. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...“ erinnert Schwarzenbolz und fragt: „Wie passt dieser verratzte Hocker zu Gottes Thron?“

Das traditionelle tägliche Gebet im ökumenischen Geiste begleitet hier nicht nur evangelische, katholische und orthodoxe Kinder und Jugendliche vor dem Unterricht. Neben christlichen Schülerinnen und Schülern nehmen auch muslimische daran teil. Josef Önder und Dirk Schwarzenbolz haben jetzt einige dieser Gebete in einem kleinen Buch mit dem Namen „Oh mein Gott“ zusammengefasst.
Dem aber nicht genug: Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern haben beide Lehrer im Deutschunterricht bereits sechs Jugendbücher geschrieben. Freiwillig, in der Freizeit und ohne Honorar. Der Erlös fließt jeweils in ein Projekt der Partnerschule in Indien.

Dirk Schwarzenbolz ist „rein glaubenstechnisch“ in Bühlenhausen, einem Ortsteil von Berghülen, gereift. „Kindergruppe, Jungschar, das ganze Programm“, erzählt er. Nach dem Abitur arbeitete er sechs Jahre als ausgebildeter Forstwirt, entschloss sich aber mit 27 Jahren noch zu einem Lehramts-Studium. Der in Asch lebende Lehrer unterrichtet Deutsch und Religion an der Dr.-Engel-Realschule in Eislingen. Was prägend zu seiner Biografie beiträgt und sich in seinen eigenen Büchern spiegelt, ist die Erfahrung aus einem dreimonatigen Rumänienaufenthalt und neun Monaten in Australien. Auch die drei mit seinen Schülern verfassten preisgekrönten Jugendbücher befassen sich mit Fragen wie Ausgrenzung, Rechtsradikalismus oder der Frage: „Wie kann Gott das zulassen?“


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