Christliche Themen für jede Altersgruppe

Über das Sterben bestimmen

EHINGEN (Dekanat Blaubeuren) – Darf ich als Christ meinem Leben selbst ein Ende setzen? Darf ich oder ein Arzt meinem Angehörigen dabei helfen, wenn seine Lage unerträglich geworden ist? Um solche Fragen geht es bei der Debatte um die Sterbehilfe. In Ehingen wird dazu eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wann ich sterbe, bestimme ich?!“ veranstaltet. 


Wer darf dem Leben eines kranken Menschen ein Ende setzen? Über diese Frage wird in Ehingen diskutiert. (Foto: epd-bild)

Aktuell ist das Thema immer. Doch im Augenblick ist die Frage nach der aktiven Sterbehilfe vielleicht noch ein wenig drängender als sonst.Denn im November sollen im Bundestag vier fraktionsübergreifende – und sehr unterschiedliche – Gesetzesentwürfe zur Sterbehilfe eingebracht werden.

Was aber unterscheidet den assistierten Suizid von der aktiven Sterbehilfe, dem Töten auf Verlangen? Bei ersterem werden etwa Tabletten bereitgestellt, der Sterbewillige muss sie jedoch selber einnehmen. Diese Art der Sterbehilfe ist straffrei. Verabreicht hingegen ein Arzt eine tödliche Spritze, dann macht er sich strafbar, weil Tötung auf Verlangen in Deutschland verboten ist.

Hier soll ein neues Gesetz Klarheit verschaffen. Und hier gehen die Meinungen auseinander. Ein Gesetzentwurf will Ärzten die Sterbehilfe ausdrücklich erlauben. Ein anderer Vorschlag soll Sterbehilfeorganisationen engere Regeln auferlegen. Eine dritte Position will Sterbehilfe grundsätzlich verbieten. Ein weiterer Entwurf soll nur gewerbs- und geschäftsmäßige Sterbehilfe verbieten, einmalige aber erlauben.

Für den Laien ist es da nicht einfach, den Überblick zu behalten. Hier will die Podiumsdiskussion unter der Überschrift „Wann ich sterbe, bestimme ich?!“ in Ehingen helfen. Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde veranstalten sie gemeinsam mit der Hospizgruppe und deren Förderverein. „Unser Ziel ist es, innerhalb der christlichen Kirchen ein Forum zu schaffen, wo dieses Thema ganz offen diskutiert werden kann“, sagt die Ehinger Pfarrerin Susanne Richter. Das Thema Tod werde einfach gerne weg geschoben und es herrsche oft eine verkürzte Sicht, weil es keine genaueren Informationen gebe, sagt die Seelsorgerin. „Es geht uns um ein differenziertes Hinschauen. Jeder Mensch soll sich informieren, sich damit auseinandersetzen können und dann in aller Freiheit entscheiden, wie er es gerne möchte“, betont die 54-jährige Pfarrerin.

Zur Podiumsdiskussion kommen wird unter anderem Heike Heß, Koordinatorin der Palliativversorgung in Biberach. Sie wird ihre praktische Erfahrung im Bereich der ambulanten Palliativversorgung einbringen. Regine Mayer-Steinacker, Leiterin der Palliativstation der Uniklinik Ulm, wird über die Palliativversorgung in der Klinik berichten. Die ethische Sicht der unterschiedlichen Positionen zur Sterbehilfe beleuchtet der evangelische Theologe Günter Renz aus Bad Boll. Eine Extremposition zur Sterbehilfe wird Fritz Lange von der Schweizer Sterbehilfeorganisation „Exit“ vertreten. Die rechtliche Situation der verschiedenen Positionen kann der Jura­professor Konrad Stolz von der Fachhochschule Esslingen erläutern. Moderiert wird der Abend von Martin Hofmann von der Südwestpresse.

„Um unsere Offenheit zu signalisieren, haben wir auch einen Vertreter der Sterbehilfeorganisation eingeladen“, sagt Susanne Richter. „Wir sind oft schnell am Verurteilen: Das oder jenes darf man nicht. Wir wollen es ermöglichen, dass mit dem Thema urteilsfrei umgegangen werden kann.“



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