Christliche Themen für jede Altersgruppe

Zur Orgel verträumt lächeln

ULM – Da hatte Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland eine nützliche Idee: Brautpaaren, die sich schwer tun, die richtige Hochzeitsmusik für die Kirche zu finden, bietet er ein eigenes Konzert an. Zum Schnuppern quasi. Und wer will, kann sich gleich für seine Musik entscheiden. 

Feierliche Momente erfordern auch festliche Musik. (Foto: Dagmar Hub)


Selten ist in der Kirche so viel verträumtes Lächeln, so viel Zärtlichkeit im Blick zu sehen und zu spüren wie jüngst im Ulmer Münster. Kantor Friedemann Johannes Wieland bot Brautpaaren nämlich in der Kirche ein eigenes Konzert an. In ihm hörten sie für Trauungen geeignete Musik – und konnten sie gleich aussuchen.

Denn Hochzeitsmusik auszuwählen ist nicht ganz einfach. Es soll für die Liturgie passen, für den Organisten und der Hochzeitsgesellschaft gefallen. Und weil nicht jeder einen Kirchenmusiker in seinem Freundeskreis hat, wurde das Konzert von zahlreichen Brautpaaren begeistert aufgenommen.

Mit Neugier und Erwartung kommen Jenny Lindner und Oliver Stapel ins Münster. Hier werden sie am 14. Juni dieses Jahres  getraut. Diesen Mittelgang werden sie entlang schreiten. Seit zwölf Jahren sind sie zusammen. Nun wollen sie sich im Münster, zu dessen Gemeinde sie gehören, das Jawort geben. „Über die Musik haben wir uns schon Gedanken gemacht, aber wir erhoffen uns von dieser tollen Idee Inspiration“, sagt Jenny Lindner.

Ähnlich geht es Dominik Lieschke und Elisabeth Boneß, die sich eine Woche vorher im Münster trauen lassen werden. „Dieses Angebot ist eine super Sache“, lobt Dominik Lieschke. „Wir hoffen, dass es uns Entscheidungshilfe gibt, wenn wir die Orgelstücke hier vor Ort hören und uns den Moment genau vorstellen können.“

Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland, der Organist Lucas Ziegler, Trompeter Johann Konnerth und die Sopranistin Dorothee Tsalos haben elf Musikstücke zusammengestellt, die für eine Trauung geeignet sind, aber aus verschiedenen Epochen und verschiedenen musikalischen Stilrichtungen kommen. Die Brautpaare halten Konzertblätter in den Händen, die sich von denen anderer Konzerte unterscheiden: Das Programm ist doppelt abgedruckt. Ein Exemplar ist für das Brautpaar, eines für die Münsterkantorei. Denn wer sich bereits im Konzert oder nachher im Gespräch bei Tee und Gebäck entscheidet, der kann die Auswahl gleich abgeben und ist die Planung los. Wer zuhause noch diskutieren oder die Favoriten abstimmen möchte, kann das Blatt auch später ins Kantorat bringen. Auch die Kosten für den Organisten und einen Solisten stehen auf dem Programm – zum Kalkulieren.

Eine große Hilfe. Denn oft ist es doch so: Der Hochzeitstermin steht fest. Die Kirche ist längst ausgesucht. Aber welche Musik soll die Trauung verschönen? Die Gemeindelieder kann das Paar aus dem Gesangbuch aussuchen. Aber welches Orgelstück soll den festlichen Moment unterstreichen?

Im Ulmer Münster gibt es für diese Fragen Antworten: Und tatsächlich haben die meisten Paare Stifte dabei und arbeiten eifrig mit, so wie Alexander Schmid und seine Braut Lucia Göghova, die am 29. August heiraten werden. Charles Gounods „Ave Maria“ mag der Bräutigam besonders, Lucia hat die schwungvoll-leichte Toccatina des zeitgenössischen Komponisten Reiner Gaar zum Auszug besonders gefallen.

Manches Paar sieht während des Konzerts sehnsüchtig zur großen Orgel empor. Doch die schweigt bei Trauungen, denn diese finden wegen der Größe des Münsters im Chorraum statt; der Organist sitzt an der Schwalbennest-Orgel.

Am Ausgang diskutieren in der Dämmerung am Ende zwei Paare. Für das eine unter ihnen ist die Entscheidung zumindest für die Musik zum Einzug klar: Jeremiah Clarkes „Prince of Denmark´s March“ soll es sein, mit der strahlenden Trompete, die den Moment so festlich machen wird, wie es sich die Braut wünscht.

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