Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mit Opa und Oma durch Europa - Gruppenkurzreise ins Allgäu zum Viehscheid

Viehscheid in Maierhöfen





Anfang September unternahmen 8 Großelternpaare und 2 Großmütter mit 12 Enkeln zwischen 5 und 13 Jahren eine Busreise ins Allgäu nach Maierhöfen bei Isny. Schon im Bus wurden unter der Leitung von Pfarrer i.R. Willi Mönikheim die ersten Namens-lieder gesungen. Außerdem hörte die Gruppe wissenswertes über die Schwabenkinder, die früher aus Tirol zu Fuß über die Alpen auf Bauernhöfe in Oberschwaben kamen. Als 12-14jährige mussten sie den ganzen Sommer über fast wie Erwachsene arbeiten. Auf der Hinfahrt besuchte man das Freilichtmuseum in Wolfegg.

Dass Korn mahlen von Hand mit Uromas Kaffeemühle recht anstrengend sein kann, erlebten die großen Kinder. Nach dem Besichtigen der Schlafräume und der Wohn-stube ging es in die Küche, um braunes Mus zu kochen.

Die Jungen hatten Freude am Holz nachlegen und die Mädchen rührten unablässig das gemahlene Getreide, damit nichts anbrannte. In einem 2. Topf wurde ein helleres Mus mit Milch hergestellt. Natürlich durfte man das Ergebnis auch probieren. Mehr Zuspruch fand das Milchprodukt, an diesem Tag mit Zucker und Zimt bestreut. Die kleineren Kinder und ihre Begleitung schauten andere Häuser an und hatten Spaß an den frei herumlaufenden Hühnern.

Nach dem Mittagessen erreichte man nach einer guten Stunde die GEW Ferienanlage Maierhöfen. Großeltern und die Enkel wurden auf die Ferienhäuschen verteilt. Die Kinder erkundeten die Freizeitmöglichkeiten bis zum gemeinsamen Abendessen mit kaltem und warmem Buffet. Anschließend gab es im Tagungsraum eine kurze Besinnung und eine Kennenlernrunde. Einige sahen Bekannte vom Vorjahr. Auch die Fünfjährigen stellten sich mit Namen und Hobby selbst vor.

Am nächsten Tag brachte der Bus die muntere Schar nach dem Frühstück in den Ort zum Viehscheid. Gespannt wartete man zusammen mit anderen Urlaubern bei herr-lichem Sonnenschein auf die Ankunft der geschmückten Tiere. Gegen Mittag kam die Herde, angeführt vom Musikverein und den Hirten. Tiere und Hirten waren schon seit dem frühesten Morgen unterwegs. Fünf Stunden zuvor waren sie aufgebrochen.

Kein Wunder, dass die Tiere nach dem Weg durchs Dorf auf einer großen Wiese ihren Hunger und Durst stillen und ausruhen mussten.

Im Festzelt taten es ihnen ihre Begleiter gleich. Interessant waren die Berichte der Hirten über den Almsommer.

Es gab einen Markt mit verschiedenen Ständen, einen kleinen Rummelplatz mit Schiffschaukel, Lotterie und Dosenwerfen. Auch fürs leibliche Wohl war bestens ge-sorgt. So konnten Großeltern und Enkel die 2 Stunden bis zum Viehscheid gut über-brücken, wo dann die Tiere auf die einzelnen Bauernhöfe verteilt wurden .In größeren und kleineren Gruppen wurden die Rinder das letzte Stück ins heimische Gehöft geführt.

Der Bus brachte die Gemeindeblattreisenden zurück zum Feriendorf, wo man sich im Hallenbad, beim Minigolf oder in der Indoorspielhalle vergnügen konnte.

Am letzten Tag war vor der Rückführt nach Stuttgart als weiteres Highlight eine Wanderung durch den Eistobel geplant. Von zwei Führern begleitet stieg der größte Teil der Gruppe in die Argenschlucht.
Viel Interessantes wurde gezeigt und erzählt: Der Eistobel entstand vor rund 15.000 Jahren, als sich gegen Ende der letzten Eis-zeit im Talkessel oberhalb ein Schmelzwassersee bildete. Eine Abflussrinne dieses Sees war der Ursprung der heutigen Schlucht. Im Laufe der Jahrtausende vertiefte sie sich immer mehr. Ausführlich erklärt werden diese geologischen Zusammenhänge auf einer Schautafel im Eingangsbereich. 

Wer durch den Eistobel wandert, begibt sich auf eine Reise in die erdgeschichtliche Vergangenheit. Da die unterschiedlichen Gesteinslagen hier schräg aufgeschichtet sind, durchschreitet man in der Schlucht auf wenigen Kilometern Länge einen geolo-gischen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren.
Zu Beginn der Argenaufwärts gerichteten Wanderung finden sich die jüngsten Ge-steinsschichten, die der Oberen Süßwassermolasse zugerechnet werden. Etwa ab der Mitte wandert man durch die Obere Meeresmolasse, Ablagerungen eines Millionen Jahre alten Meeres. Belegt wird dies unter anderem durch versteinerte Haifischzähne, die in diesem Be-reich des Eistobels gefunden wurden.

Kaskaden, Wasserfälle und Strudellöcher machen den besonderen Reiz des Eistobels aus. Im Laufe der Jahrtausende sind sie überall dort entstanden, wo sich härtere und weichere Gesteinsschichten im Flusslauf abwechseln. Im Eistobel stürzt das Wasser mit großer Wucht über Geländestufen aus hartem Nagelfluhgestein in die weicheren Schichten aus Sandstein oder Mergel, so werden diese durch die Kraft des Wassers allmählich ausgespült und abgetragen. Im Laufe der Zeit bildeten sich dort gewaltige Strudeltöpfe. Einige von ihnen weisen heute eine Wassertiefe von mehr als fünf Metern auf. Wo in diesen Vertiefungen Steine durch die Strömung in rotierende Bewegungen versetzt werden, entstehen kreisförmige Strudellöcher. Schwimmen und Baden ist in den Strudellöchern des Eistobels verboten: Gefährliche Unterströmungen und Unterwasserstrudel würden sogar gute Schwimmer in die Tiefe ziehen.

Unter ausgespülten Felsformationen, auf wasserumspülten Kiesinseln und auf ange-schwemmten Baumstämmen fanden die Enkelkinder, beaufsichtigt von den beiden Naturführern und einigen Großeltern, Gelegenheit ihre Geschicklichkeit zu testen und auszuloten wie weit man sich mit oder ohne Gummistiefel ins Wasser des Bergbaches traut.

Nur einige ‚Fußkranke‘ blieben im Informationszentrum. Sie erfuhren Wissenswertes
 über den Eistobel aus Fotos und Filmen, ebenso über die Entstehung der großen 230 m langen Argenbrücke, über die sie danach einen Spaziergang machten .Die Wanderer unten waren klein wie Spielzeugmännlein. Schließlich konnte die kleine Gruppe die Möglichkeit nutzen, mit dem Vespertransport zum Spielplatz am Ende der Eistobel-wanderung zu fahren. Dort traf man sich zum Mittags-Vesper aus dem vom Ferienhotel Lunchpaket. Nach der Mittagspause ging es zu Fuß auf einem Feldweg abwärts zum wartenden Bus.

Bald nach dem Einstieg kam das angekündigte Regenwetter. Wegen des Staus am Schulferienende auf der A 8 nahm der umsichtige Busfahrer ab Ulm die B 10 und er-reichte ohne Verspätung die Landeshauptstadt.

Es ist wieder eine schöne Gruppenreise gewesen. Herzlichen Dank an den Reiseleiter Pfr. Mönikheim und den Busfahrer. Auch 2016 wird das Gemeindeblatt wieder eine Großeltern-Enkelreise anbieten, diesmal geht die Fahrt ins Hohenloher Land in die Ländliche Heimvolkshochschule Hohebuch (bei Waldenburg) und auf den Schafhof der Familie Jauernik. Termin: 17.-20. Mai 2016 (Pfingstferien).

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