Christliche Themen für jede Altersgruppe

21 Blicke auf 2020 - Im Coronajahr auch Positives sehen

Foto: Frauke Riehter, pixabay

Selten war ein Jahr für so viele Leute so einschneidend wie 2020. Hier berichten 21 Menschen aus verschiedenen Berufs- und Personengruppen, wie sie das Jahr erlebt haben, was sich für sie verändert hat – und was sie sich für das Jahr 2021 erhoffen.

Klaus Kaepplinger Pfarrer Eva. Foto: Pressebild2020 wollte ich betonen, dass wir als Diakonie die Ursachen von prekären Lebenssituationen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen bearbeiten und Mitgestalter des Gemeinwesens sind. Dann kam Corona – und ist geblieben. Anfangs haben wir die Maßnahmen gegen das Virus gut ertragen, nun fällt das zunehmend schwer. Und ich kann nachvollziehen, dass viele das Jahr 2020 als ein verlorenes Jahr betrachten. Trotzdem sehe ich aber auch das Positive: Bei uns ist jedes Leben gleich viel wert. Ich hoffe, dass das auch 2021 gilt und wir miteinander barmherzig sind.

Foto: eva/Martin Stollberg

Klaus Käpplinger (58) ist Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Gesellschaft (eva) Stuttgart.

 

Birgit Weißmann (52) ist Krankenschwester auf der Intensiv-Station der Uniklinik Tübingen. Foto: PrivatGeärgert über Applaus

Ich habe mich sehr geärgert über den Applaus im Frühjahr. Denn an den Arbeitsbedingungen hat sich nichts verändert. Es geht mir dabei vor allem um ethische Fragen. Kann man Menschen „aussortieren“? Auf der anderen Seite überfordert es die Pflege in einer weltweiten Pandemie, wenn auch der über 80-jährige Vorerkrankte am Leben erhalten werden muss. Darüber wünsche ich mir eine gesellschaftliche Diskussion. Mich beschäftigt auch, dass Covid-Patienten sehr einsam sterben. Dazu kommt noch die Angst, sich selbst zu infizieren. Ich schalte ab beim Standup-Paddeln.

Birgit Weißmann (52) ist Krankenschwester auf der Intensiv-Station der Uniklinik Tübingen.

 

 Kathy Wu (26) stammt aus Hongkong und lebt derzeit in Tübingen, wo sie Ethnologie studiert hat. Foto: Nico BährDie Heimat verloren

Seit neun Monaten konnte ich meine Familie und meinen Freund, die in Hongkong leben, nicht mehr „in echt“ sehen. Wir wissen nicht, wann es wieder möglich ist. Dieses Jahr war außerdem schwer für mich, weil ich das Gefühl habe, meine Heimat verloren zu haben. Was die chinesische Regierung in Hongkong macht, finde ich schrecklich. Ich hoffe, dass ich bald einen Job finde. Das würde für mich ein Dilemma lösen: Soll ich nach meinem Masterabschluss in ein undemokratisches Hongkong zurückkehren oder soll ich weiter in Deutschland leben – fernab von meiner Familie und meinem Freund?                               Foto: Nico Bähr

Kathy Wu (26) stammt aus Hongkong und lebt derzeit in Tübingen, wo sie Ethnologie studiert hat.

Heike Baehrens (65)  Bundestagsabgeordnete (SPD). Sie vertritt den Landkreis Göppingen. Foto: PressebildIm intensiven Austausch

Es war ein herausforderndes Jahr. Als Gesundheitspolitikerin wurde ich früh auf das Virus aufmerksam. Im intensiven Austausch mit Experten und Praktikern mussten Entscheidungen getroffen werden, um den Infektionsschutz zu verbessern, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu mildern. Für mich hat sich die politische Arbeit und wie für uns alle der Alltag verändert. Videokonferenz statt Präsenzsitzung, Bürgerkontakte nur per Telefon. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit wirksamen Impfstoffen und durch unser Verhalten 2021 weiterkommen und uns auf ein neues Miteinander freuen können.

Foto: Pressebild

Heike Baehrens (65)  Bundestagsabgeordnete (SPD). Sie vertritt den Landkreis Göppingen.

 

Corina Berner (35) ist Leiterin des Kindergartens Kapellenzwerge in Stuttgart. Foto: PrivatKreativ geworden

Mit meinen Kapellenzwergen startete ich ins neue Jahr. Und dann war das Virus auch bei uns. Es regnete eine Verordnung nach der anderen, Kitas mussten schließen. Innerhalb weniger Tage hatte ich das Gefühl, Seelsorgearbeit zu leisten. Welche Kinder waren berechtigt, notbetreut zu werden? Die Eltern waren verzweifelt. In dieser Zeit war zu spüren: Die Kitas müssen laufen und die Fachkräfte funktionieren. Aber wer sorgt sich um sie? Dieses Gefühl besteht weiterhin. Lichtblick: Laternenfest in heimeliger Atmosphäre, ohne Eltern. Nur wir und die Kinder. Corona lässt uns kreativ werden!

Corina Berner (35) ist Leiterin des Kindergartens Kapellenzwerge in Stuttgart.

 

Patrick Braun (30) ist Notfallsanitäter und im Ehrenamt Kreisbereitschaftsleiter beim DRK Hohenlohe. Foto: PrivatGute Zusammenarbeit

Das Jahr ging unglaublich schnell rum. Wir hatten zwar gerade im Gesundheitswesen sehr viel zu tun, aber gleichzeitig haben die markanten Erinnerungspunkte im Jahr gefehlt, die Feste und Veranstaltungen. Im Beruf gibt es natürlich strengere Hygieneanforderungen, aber darauf sind wir gut vorbereitet. Ich finde es toll, dass im Gesundheitswesen während der Krise alle gut zusammengearbeitet haben. Umso trauriger, dass manche Menschen nicht zu schätzen wissen, welch hohen Lebensstandard unsere Gesellschaft führt. Für 2021 hoffe ich, dass die Gesellschaft solidarisch bleibt.

Patrick Braun (30) ist Notfallsanitäter und im Ehrenamt Kreisbereitschaftsleiter beim DRK Hohenlohe.

Nicole Poppe (30) unterrichtet Deutsch und Englisch am Evangelischen Seminar in Blaubeuren. Foto: PrivatZum Glück kleine Klassen

Mir kam 2020 deutlich länger vor, als es war. Im ersten Halbjahr war ich noch Referendarin. Anfangs hatte ich normale Lehrproben, dann kam Corona mit der Unsicherheit für alle Schüler und Lehrer. Die letzte Lehrprobe war dann ein Prüfungsgespräche ohne Schüler. Seit September unterrichte ich am Internat. Da sorgen wir uns etwas nach den Wochenenden, an denen die Schüler zuhause waren. Aber zum Glück sind unsere Klassen hier klein und alle Schüler sehr vorsichtig. Für 2021 hoffe ich, dass bald der Impfstoff kommt und wir wieder ohne Maske unterrichten können.

Nicole Poppe (30) unterrichtet Deutsch und Englisch am Evangelischen Seminar in Blaubeuren.

 

Helga Janot-Hoffmann (53) ist Musikerin. Sie spielt und unterrichtet Oboe. Foto: PrivatBerührende Gespräche

Durch den Lockdown hatte ich einerseits viel mehr Zeit und habe mehr in der Gegenwart gelebt. Später fiel ich jedoch in ein Loch, zumal ich mich das ganz Jahr über nicht in meinem Beruf betätigen konnte. Noch immer weiß ich nicht, wann ich wieder auftreten kann. Berührend waren viele Gespräche mit Menschen, denen ich noch näher gekommen bin. Ich hoffe, dass die Gesellschaft nicht so großen Schaden erleidet und die Menschen wieder den Mut haben, unbeschwert miteinander in Kontakt zu treten. Und dass die Phase der Angst und des Argwohns wieder verschwindet.

Helga Janot-Hoffmann (53) ist Musikerin. Sie spielt und unterrichtet Oboe.

 

Fritz Engelhardt (62) ist Hotelier und Landes-vorsitzender des Hotel und Gaststättenverbands (Dehoga). Foto: PressebildGastronomie ändert sich

Auch unser Hotel in Pfullingen hat Corona stark getroffen. Es fehlen 50 Prozent Auslastung im Vergleich zu 2019. Die Pandemie wird uns noch lange begleiten, die Gastronomie-Branche wird sich verändern. Wir haben alle erfahren, wie verwundbar wir sind und müssen uns für die Zukunft Gedanken machen, wie wir uns wappnen können. In diesen schwierigen Zeiten hat sich der Zusammenhalt der Familie bewährt. Wir glauben trotz aller Widrigkeiten an eine gute Zukunft und hoffen auf das Verständnis unserer Gäste. Nur gemeinsam können wir den unsichtbaren Gegner Covid-19 besiegen.

Fritz Engelhardt (62) ist Hotelier und Landes-vorsitzender des Hotel und Gaststättenverbands (Dehoga).

 

Marc Gabriel Fornés Wheeler (46) ist hauptberuflicher Wanderführer in Spanien Foto: PrivatViel Zeit für die Tochter

Bis im Frühjahr war ich gut ausgelastet, hatte viele Wandergruppen aus aller Welt, immer wieder auch aus Deutschland. Die letzte war eine Reisegruppe des Evangelischen Gemeindeblatts für Württemberg. Mit der kamen wir auf Mallorca mitten in den Lockdown rein, zum Glück ging alles gut. Seither habe ich nicht mehr gearbeitet und sitze mit meiner Familie in Valencia fest. Meine kleine Tochter Emma hat sich gefreut, die hatte plötztlich viel von ihrem Vater. Für nächstes Jahr habe ich noch keine Buchung, keine einzige. Ich kann nur hoffen, dass das nicht so bleibt.

Marc Gabriel Fornés Wheeler (46) ist hauptberuflicher Wanderführer in Spanien.

 

 

 

 

Rosa Altmann (18) hat im Sommer dieses Jahres ihr Abitur gemacht. Foto: PrivatAbschluss hat gefehlt

Im März habe ich meinen Kalender weggeschmissen. Die Abi-Termine waren hinfällig. Ich konnte daheim sogar besser lernen als in der Schule, das Abi lief ganz gut. Doch der Abschluss hat gefehlt. Wir konnten nur im kleinen Kreis feiern. Mir war klar, dass ich nicht die größten Probleme habe, ich hatte ja nie Angst um einen Job oder so. Im Sommer konnte ich wieder skaten, das war cool. Aber ich habe mich nie mit vielen Leuten getroffen, war in keinem Club. Eigentlich wollte ich nach Russland reisen. Jetzt nähe ich viel und bereite meine Mappe vor, um Mode- oder Textildesign zu studieren.

Rosa Altmann (18) hat im Sommer dieses Jahres ihr Abitur gemacht.

 

Marcus Berner (53) ist Grafikdesigner und Kirchengemeinderat in Stuttgart-Rotenberg. Foto: PrivatFahren auf Sicht

„War überhaupt Ostern dieses Jahr?“ Viele Highlights fehlten. Wir mussten die gewohnte Route, unsere Jahresautobahn, verlassen und fahren auf Nebenstraßen und auf Sicht. Weniger komfortabel, aber es lässt sich Neues entdecken. Gottesdienste auf YouTube? Geht plötzlich – weil es ungeahnte Talente in der Gemeinde gibt. Erntebittgottesdienst im Weinberg? Warum sind wir da nicht früher draufgekommen? Abendmahl mit Abstand? Irgendwie geht auch das! Da ist vieles, das wir sehr vermissen. Doch so manchen mit Kreativität neu gefundenen Weg nehmen wir gerne auch weiterhin.

Marcus Berner (53) ist Grafikdesigner und Kirchengemeinderat in Stuttgart-Rotenberg.

 

Gabriele Zull (53)seit 2016 Oberbürgermeisterin in Fellbach. Foto: Pressebild

Großer Zusammenhalt

Auch in Fellbach hat die Corona-Pandemie die Agenda komplett durcheinander gewirbelt. Krisenbewältigung bestimmte das Verwaltungshandeln, neue und unerwartete Herausforderungen mussten bewältigt werden. Wir haben viel durch- und mitgemacht. Doch es gab auch einiges, das Mut gemacht hat. Der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft hat sich bewährt. Aktionen und Hilfsangebote wurden gestartet. Die Menschen erfuhren, dass sie sich aufeinander verlassen können. Fellbach ist in der Krise noch enger zusammengerückt. Dies sollten wir uns bewahren, auch wenn die Zeiten wieder „normaler“ werden.                         Foto: Pressebild

Gabriele Zull (53)seit 2016 Oberbürgermeisterin in Fellbach.

 

Ute Züfle (42) ist Bestatterin und arbeitet in Stuttgart. Foto: PrivatHoffnung für Trauernde

Für mich war das Jahr privat sorgenvoll, beruflich improvisationsbedürftig. Hinterbliebene zu begleiten war herausfordernd, umso mehr ein Herzensanliegen. Ich bin traurig, weil ich persönlich zwei liebe Menschen durch das Virus verloren habe. Aber der Zusammenhalt hat mich bewegt und ich bin dankbar für unser geniales Team. Für die Zukunft hoffe ich, dass der Wunsch meiner Patentochter „Corona soll verschwinden“ sich erfüllt und ich die Menschen, die mir lieb und wichtig sind, wieder sorgenfrei in den Arm nehmen kann. Ich hoffe, alle Trauernden finden einen guten Weg, mit ihrer Trauer bestmöglich leben zu können.

Ute Züfle (42) ist Bestatterin und arbeitet in Stuttgart.

 

Ralf Zeller (54) ist Personalrat bei der Polizei. Foto: PrivatManche provozieren

Bei einem Beruf, der auf enger Teamarbeit, Vertrauen und der Nähe zum Bürger aufbaut, waren plötzlich maximale Vereinzelung in den Büros und Absage fast aller Präsenzbesprechungen/ -veranstaltungen angesagt. Eine Einschränkung der Aufgaben war naturgemäß nicht möglich. So konnten die Kollegen bei ihren Einsätzen nie sicher sein, ob das Gegenüber infiziert ist oder nicht. Besonders negativ ist, dass manche das Thema Corona bewusst zur Provokation einsetzen. Sei es durch Anhusten der Kollegen oder bewusstes Nichttragen der Maske. Ich wünsche mir, dass sich die Mitmenschen verantwortungsvoll verhalten.

Ralf Zeller (54) ist Personalrat bei der Polizei.

 

Birgit Seitzinger-Henke (55) arbeitet im Büro eines Handwerksbetriebs Foto: PrivatKonstant viele Aufträge

Bislang hatten wir auch schon immer viel zu tun, besonders im zweiten und vierten Quartal eines Jahres. Dieses Jahr blieb die Auftragslage konstant auf sehr hohem Niveau. Viele Menschen sind zu Hause und haben Zeit, um private Projekte umzusetzen. Zu Beginn des ersten Lockdowns war die Unsicherheit, ob wir überhaupt weiterarbeiten dürfen. Mitarbeiter wollten aus Sorge vor Ansteckung lieber zu Hause bleiben. Jetzt in der zweiten Welle ist es emotional etwas entspannter. Ich hoffe, dass uns nicht die Puste ausgeht und wir die Zeit in Gesellschaft, Wirtschaft und Gemeinde gut durchstehen.

Birgit Seitzinger-Henke (55) arbeitet im Büro eines Handwerksbetriebs.

 

 

 

 

Lisa Welzhofer (42), Redakteurin Stuttgarter Nachrichten, ist Mutter zweier Kinder (7 + 3 Jahre).Zusammengerückt

Man kann als Eltern über den Lockdown des Frühjahrs ohne Kitas und Schulen und die weiterhin fragile Betreuungssituation klagen. Aber daneben gibt es auch gute Seiten. Wir haben noch nie so viel Zeit miteinander verbracht. Das ist anstrengend, wenn die Kinder streiten, der Kühlschrank leer und das Haus dreckig ist. Aber auch schön, weil man im wahrsten Wortsinn zusammenrückt. Mich bringt es zum Nachdenken, ob jedes Hobby, jeder Ausflug in „normalen“ Zeiten nötig ist. Und wie wir unser Berufsund Familienleben so organisieren, dass wir mehr Zeit miteinander haben. Auch nach Corona.

Lisa Welzhofer (42), Redakteurin Stuttgarter Nachrichten, ist Mutter zweier Kinder (7 + 3 Jahre).

 

Theo Wiest (22) studiert „Business and Economics“ im niederländischen Maastricht. Foto: PrivatZurück nach Hause

Für mich brachte Covid-19 zu Beginn wenig Einschränkungen. Allerdings wurde das Leben mit der Zeit immer mehr davon beeinflusst. Während des ersten Lockdowns wurden sämtliche Uni-Veranstaltungen ins Internet verlegt. Ich entschied mich, aus meiner WG in Maastricht zurück nach Ludwigsburg zu ziehen. Nach drei Studienjahren in den Niederlanden definitiv eine Umstellung. Auf Dauer fehlt mir meine Selbstständigkeit doch sehr. Momentan ist das Leben komisch und was kommt, weiß keiner genau, aber ich versuche, alles so gut es geht zu planen, und hoffe, das Beste daraus zu machen.

Theo Wiest (22) studiert „Business and Economics“ im niederländischen Maastricht.

 

Dorothea Koschmieder (40) ist verantwortlich für die Leserreisen des Evangelischen Gemeindeblatts. Foto: PressebildGeduld haben

Als im März aus dem „neuartigen Virus“ eine Pandemie wurde, war klar, dass viele Leserreisen nicht wie geplant stattfinden würden. Einschränkungen wurden in extrem kurzen Abständen geändert. Da hieß es, Geduld haben und Kunden informieren – auch bei eigener Ungewissheit. Persönlich bedeutet Corona für mich Kurzarbeit, wobei ich die freie Zeit nutze, um die Gegend zu erkunden. Auch wenn die meisten Reisen nicht stattfinden konnten, bin ich dankbar für das, was möglich war. Das treibt mich an, für 2021 wieder Reisen zu planen – in der Hoffnung, dass viele möglich sein werden. Foto: Evangelisches Gemeindeblatt

Dorothea Koschmieder (40) ist verantwortlich für die Leserreisen des Evangelischen Gemeindeblatts.

 

 

 

Annika Müller (21) ist Müllerstochter, Studentin und Grünkernkönigin aus Boxberg-Schweigern. Foto: PressebildAmtszeit verlängert

Vor zwei Jahren, 2018, wurde ich als Grünkernkönigin gewählt. Grünkern ist der unreife Dinkel, eine wiederentdeckte Spezialität meiner Heimat im Bauland bei Bad Mergentheim und Boxberg. Eigentlich hätte meine Amtszeit 2020 enden sollen, jetzt wurde sie aber um zwei Jahre verlängert, wegen der Corona-Krise. Wir hatten viel vor: Im Oktober hätte es eine Wein-Grünkernprobe geben sollen, ich hätte mit der Weinkönigin des Taubertals gekocht. Im Januar wäre ich wieder auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart gewesen. Doch das ist, wie so vieles andere, ausgefallen. Foto: Pressebild

Annika Müller (21) ist Müllerstochter, Studentin und Grünkernkönigin aus Boxberg-Schweigern.

 

Eberhard Schwarz (62) ist Pfarrer an der Hospitalkirche in Stuttgart-Mitte.Was wirklich trägt

Das Jahr 2020 mit seiner globalen Zäsur stellt die Frage: Was trägt? Was trägt nicht? In der Stadtmitte hatten Angst und Wut ihre großen Stunden: Menschen voll Misstrauen mit der Frage „Was ist wahr, was ist Lüge?“. Anderes hatte noch größere Stunden: die Menschlichkeit, die Fürsorge, neue Formen von Nachbarschaft. Als Kirchengemeinde haben wir uns bemüht, Räume der geistlichen Stärkung zu öffnen. Es gab nicht nur Mangel. Was trägt? „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe“ – Ich höre diese Worte anders als zuvor und wünsche mir, sie würden neu bedacht.

Eberhard Schwarz (62) ist Pfarrer an der Hospitalkirche in Stuttgart-Mitte.

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