Christliche Themen für jede Altersgruppe

Aber Gott hilft

Bibelstelle: 1. Jesaja 50,4-9

Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott, der Herr, hilft mir, darum ­werde ich nicht zuschanden.  Jesaja 50,6–7

Aber Gott hilft - Impuls zum Predigttext für den Palmsonntag von Lucie Panzer

Eigentlich müsste ich viel öfter „aber“ sagen. „Aber Gott, der Herr, hilft mir?…“ Wenn ich enttäuscht bin, wenn andere mich verspotten und auslachen, wenn ich Angst habe, mir Sorgen mache, Befürchtungen mich unruhig machen. „Aber Gott, der Herr hilft mir?…“ Es gibt ja genügend Gründe, verzagt zu sein und manchmal sogar verzweifelt. Wie gut, wenn man dann „aber“ sagen kann. 

So, wie jener Gottesknecht, von dem wir im Buch Jesaja hören. Man weiß nicht, von wem die Rede ist. Hat der Prophet sich selbst gemeint, meint er einen anderen, meint er vielleicht ganz Israel? Soviel ist allerdings klar: Der Mensch, von dem die Rede ist, steckt in einer schlimmen Situation. Andere machen sich über ihn lustig und greifen ihn sogar körperlich an. Aber er lässt sich nicht unterkriegen. Er zweifelt nicht an seiner Mission. Er überlegt nicht, ob er eigentlich auf der richtigen Seite steht. Er bleibt dabei: Gott ist bei mir. Er  lässt ihn nicht im Stich. Viele meinen ja, wenn einer in so einer Situation steckt, dann hat Gott sich von ihm abgewendet. Der Gottesknecht lässt sich nicht beirren: Gott ist auf meiner Seite.

Für die Christen war dieses Lied vom leidenden Gottesknecht später eine Hilfe, um das Schicksal Jesu zu verstehen. „Christus im Elend“ heißen mittelalterliche und barocke Statuen, auf denen man ihn sehen kann. Geschlagen, bespuckt, gefoltert, mit der Dornenkrone auf dem Kopf, gefesselt für den letzten Gang zum Kreuz. Ein leidender Gottesknecht. Ein Mensch in tiefster Verzweiflung. „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?…!“ schreit er, als sie ihn ans Kreuz geschlagen haben – und stirbt.

Da hat Gott „aber“ gesagt. Nicht einmal dieser zutiefst verzweifelte Mensch ist von Gott verlassen. Es ist nicht wahr, dass Gott sich von denen abwendet, die ohnmächtig sind und krank, schwach und unterlegen, erfolglos und gescheitert. Nicht einmal der Tod trennt einen Menschen von Gott. „Ihr habt ihn ans Kreuz geschlagen,“ sagt Petrus später den staunenden Menschen in Jerusalem „aber Gott hat ihn auferweckt“. Gott sagt „aber“. Das Leben ist stärker als der Tod. 

Darauf vertrauen wir Christen bis heute. Elend und Leid trennen einen Menschen nicht von Gott. Niemand muss sich von Gott verlassen fühlen, selbst wenn er von aller Welt verlassen ist. An Jesus, dem Gekreuzigten und Auferweckten, kann man das sehen.

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Im Vertrauen darauf hat Paulus ein paar Jahre später geschrieben: Wir, die Mitarbeiter Gottes, leben „als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viele reich machen“ (2. Korinther 6,10). Und bis in unsere Zeit vertrauen die geschlagenen und verfolgten Christen auf Gott und sagen „aber“. Es ist gefährlich, was wir tun und wie wir glauben. Aber wir vertrauen auf Gott.

Ich werde Gott sei Dank nicht verfolgt wegen meines Glaubens. Aber ich brauche dieses „aber“ auch. Ich bin enttäuscht, dass es so lieblos zugeht, oft auch unter Christen. Aber ich höre nicht auf, für die Liebe zu werben. Viele halten mich für naiv, wenn ich vom Teilen rede und davon, dass es Wohlstand für alle geben könnte. Aber ich schweige nicht und ich meine, die Welt kann anders werden. Ich bin oft traurig, wenn einer stirbt, den ich lieb gehabt habe. Aber ich hoffe darauf, dass wir uns wiedersehen in Gottes neuer Welt. Dann ohne Schmerzen und Tränen und Leid. 

Ich will also versuchen, öfter „aber“ zu sagen und tun, was im Namen Gottes zu tun ist. Hören, wie der Gottesknecht. Auf Gott und auf die leidenden Menschen. Und mit den verzagten, müde gewordenen Menschen reden. Den Erschöpften und Enttäuschten sagen: „Aber Gott ist bei denen, die am Ende scheinen.“ 

Gebet

Die Welt ist nicht das Paradies, Gott,

wir haben sie so gemacht, wie sie jetzt ist.

Es ist schwer, an der Hoffnung festzuhalten.

Aber du, Gott, gibst deine Welt nicht auf.

Du bleibst bei den Menschen, 

die kaum noch mit dir rechnen.

Bleib auch bei mir.

Mach mich stark, dass ich andere stärken kann.

Amen.