Christliche Themen für jede Altersgruppe

Altstadt im Grünen - Waldenbuch

Waldenbuch vereint Geschichte, Natur und Kunst auf kleinem Raum. Das macht die Stadt im Dekanat Böblingen zu einem lohnenden Ausflugsziel. Schon der württembergische Herzog Christoph wusste dies zu schätzen.

Erhaben auf dem Hügel: Waldenbuchs Altstadt, ihr markanter Kirchturm und das Schloss. Foto: Frank ZeithammerErhaben auf dem Hügel: Waldenbuchs Altstadt, ihr markanter Kirchturm und das Schloss. Foto: Frank Zeithammer

Der schönste Weg hinauf in die Altstadt führt zwischen Bäumen hindurch. Was gut passt zu Waldenbuch, der Stadt im Norden des Naturparks Schönbuch. Von der Straße „Auf dem Graben“, etwa auf der Höhe der kleinen Fußgängerbrücke über das Flüsschen Aich, geht eine Treppe den steilen Berg hoch. Sie endet beim alten Pfarrhaus, das heute die Musikschule beherbergt. Bis zur Stadtkirche St. Veit und dem Schloss sind es nur noch ein paar Schritte.

Auf der anderen Seite der Kirche liegt der Marktplatz mit dem Rathaus. Schön restaurierte Fachwerkhäuser bilden die Altstadt, unter ihnen das Danneckerhaus. Dort verbrachte der für seine Schiller-Büsten bekannte Bildhauer Johann Heinrich Dannecker die Kindheit bei seinen Großeltern. Kreuz und quer kann man durch die Gassen schlendern, oberhalb und unterhalb der hohen Stadtmauer. Immer wieder öffnen sich schmale Durchgänge. Die Gemeinde wurde erstmals 1296 in einer Urkunde erwähnt und besitzt seit 1363 Stadtrechte. Besucher, die Waldenbuch akkurat erkunden möchten, orientieren sich an den 22 Objekttafeln, die vom Rathaus über die Altstadt bis zum Museum Ritter führen.

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Waldenbuch - Sitz des Schönbucher Waldvogts

Wer Schokolade mag, dürfte den Namen „Waldenbuch“ schon einmal gehört oder gelesen haben. 1912 gründeten Clara und Alfred Ritter in Bad Cannstatt die Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik, 1930 zogen sie nach Waldenbuch. Dort werden nun täglich rund drei Millionen Quadrattafeln produziert und in mehr als 100 Länder weltweit exportiert.

Das Portal des Museums Ritter. Foto: Gert-Peter Albig GDA WaldenbuchDas Portal des Museums Ritter. Foto: Gert-Peter Albig GDA Waldenbuch

Viele Besucher zieht es in den Werksverkauf, in die Schokoausstellung und ins Kunstmuseum. Dort sammelt und fördert Marli Hoppe-Ritter, die Enkelin des Firmengründers, geometrischabstrakte Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Der 2005 eröffnete Kubus hinter den Werkshallen ist ein architektonischer Kontrapunkt zur Altstadt. Vom Café geht der Blick ins grüne Aichtal. Denn Waldenbuch ist von Natur umschlossen.

Kein Wunder, dass die Stadt von 1534 bis 1807 Sitz des württembergischen Waldvogts für den Schönbuch war. Herzog Christoph ließ die Burg zwischen 1562 und 1566 zum Jagdschloss ausbauen. Heute ist darin das Museum der Alltagskultur untergebracht, eine Außenstelle des Landesmuseums Württemberg, die keinen Eintritt kostet. Die Exponate zeigen Gegenstände vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, der neueste Teil der Dauerausstellung sind die „Wohnwelten“. Noch bis 8. November läuft die Sonderausstellung „Adieu, Plastiktüte!“.

Wirtschaftswunder-Exponate aus dem Museum der Alltagskultur. Foto: Gert-Peter Albig GDA WaldenbuchWirtschaftswunder-Exponate aus dem Museum der Alltagskultur. Foto: Gert-Peter Albig GDA Waldenbuch

2019 zählte Waldenbuch 8737 Einwohner, 1970 waren es noch 5220. Die Stadt wächst, wo einst Obstwiesen und Felder waren, stehen heute Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Hinaus in den Schönbuch führt der 13,7 Kilometer lange Herzog-Jäger-Pfad. Wer lieber spazieren gehen möchte, sollte den Panoramaweg wählen und den Friedhof am Sonnenhang besuchen. Die Ausblicke auf die Altstadt sind malerisch. □

◼Weitere Informationen im Internet unter www.waldenbuch.de, www.museum-der-alltagskultur.de, www.museum-ritter.de

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