Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Amt und Dienst der Einheit“

Landesbischof Frank Otfried July verabschiedet sich von den Synodalen

Abschiedsrede: Frank Otfried July spricht zum letzten Mal als Landesbischof vor der Landessynode.
Foto: elk-wue.de/ Mario Steinheil


Mit minutenlangem Beifall ist der Bischof der Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, von der Landessynode verabschiedet worden. July übergibt am 24. Juli das Bischofsamt nach 17 Jahren an den Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl und geht in den Ruhestand. Er habe seinen Bischofsdienst als „Amt und Dienst der Einheit“ verstanden, sagte July bei seinem Rückblick auf der Sommersynode, die im Stuttgarter Hospitalhof tagte. Bei umstrittenen Fragen sei es ihm nicht „um eine künstliche Harmonisierung oder Formelkompromisse“ gegangen, sondern darum, einen gemeinsamen Weg der verschiedenen Strömungen zu finden. Immer wieder habe er auf einem schmalen Grat balancieren müssen, „Abrutschgefahr nicht ausgeschlossen“.

Der Landesbischof lobte die Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg. Die Landesregierung bekunde bei vielen Vorgängen ihr Interesse an kirchlichen Angelegenheiten. Dieses Interesse sei keine Selbstverständlichkeit mehr und müsse auch von kirchlicher Seite gepflegt werden. „Zukünftige Verhandlungen zwischen Staat und Kirche werden sicher komplexer und nicht einfacher sein.“

Besonders am Herzen seien ihm Diakonie und Ökumene gelegen. Er sagte: „In einer sich stark veränderten Gesellschaft sehe ich keine sachgemäße Alternative zur ökumenischen Zusammenarbeit. Es ist für mich auch eine geistliche Aufforderung immer wieder gewesen, den ökumenischen Weg geduldig und ambitioniert, kritisch und konstruktiv zu gehen.“

Das Kirchenparlament verabschiedete den Bischof mit lang anhaltendem Beifall. Synodalpräsidentin Sabine Foth erinnerte an Julys Überzeugung, dass Religion nicht nur Privatsache sei. Sie überreichte als Geschenk der Synode einen Nachdruck des Folchart-Psalters aus der Stiftsbibliothek in St. Gallen. Das ist eine spätkarolingische Bilderhandschrift, die jeden der 150 biblischen Psalmen mit einer kunstvollen Initiale, einem verzierten Anfangsbuchstaben, versieht. Ein besonderes Geschenk für den scheidenden Landesbischof, zumal dessen Vater Bibliothekar war.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen