Christliche Themen für jede Altersgruppe

Anders als geplant und doch gut

Wenige Wochen vor dem Lockdown machten sich 14 junge Leute nach Südafrika auf, um dort Spielplätze und anderes zu bauen.  Ihre Pläne wurden leicht durchkreuzt: Aus geplanten zwei Wochen Arbeit wurden sechs. 


Daniel Seibold (links) aus Remshalden und Raphael Weber aus Weinstadt haben in Südafrika allerhand erlebt. (Foto: Brigitte Jähnigen)


Boden ebnen, Beton gießen, Sanitäranlagen und den Raum für den örtlichen Kidsclub, also die Jungschar, richten, Spielgeräte aufbauen: Zwei Wochen schufteten Raphael Weber, Daniel Seibold, Denzel Thys und die anderen Mitglieder eines so genannten Workcamps in Robertson, einer etwa 100.000 Einwohner zählenden Stadt zwei Autostunden von Kapstadt entfernt. Dann war Eröffnung. Begeistert nahmen die Kinder Rutschen, Klettergerüst und Wasserspielplatz in Besitz. Doch am Tag begann der coronabedingte Lockdown. 

Auch die 14 Deutschen und der in Südafrika geborene und im thüringischen Gotha lebende Mitarbeiter Denzel Thys mussten sich den Regelungen beugen. „Es gab ein Ausgehverbot, nur der Besuch von Ärzten und Apotheken war erlaubt“, sagt Daniel Seibold. Alle Geschäfte, bis auf Lebensmittelläden waren geschlossen. „Schnell haben wir kulturelle Unterschiede gemerkt“, sagt Raphael Weber.


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Deutsche planen, Südafrikaner leben spontaner. Das habe natürlich auch damit zu tun, dass vor allem die vielen Tagelöhner heute ihr Geld bekommen, morgen davon einkaufen und übermorgen neu Geld verdienen müssen. „Doch die durften von heute auf morgen nicht mehr arbeiten“, sagt Raphael Weber. Auch der Tourismus, eine gute Einnahmequelle in Südafrika, kam zum Erliegen. „Die meisten Touristen saßen in ihren Hotels fest, neue kamen nicht mehr“, sagt auch Daniel Seibold.

Doch im Workcamp gab es genug zu tun. „Wir bauten einen Sichtschutzzaun, haben Treppenstufen gemauert und jede Menge Reparaturarbeiten geleistet“, berichten die jungen Männer. Und sie errichteten ein sechs Meter hohes Kreuz.

Ostern kam, und noch immer blieben Landesgrenzen und Flughäfen geschlossen. Sehr beeindruckend sei der Ostergottesdienst gewesen. „Die Afrikaner, Zulu und Xhosa singen viel mehr, sie sind viel charismatischer“, ziehen die Schwaben einen Vergleich zur hiesigen Gottesdienstkultur. Musik und Tanz spielen generell eine große Rolle. Bei Besuchen in Township-Schulen begeisterten die Schüler die Gäste mit ihren Darbietungen.

Gemeinsam an etwas zu arbeiten, zu feiern, sich spirituell zu begegnen, die jeweils andere Kultur zu erleben, die christliche Jugendarbeit vor Ort zu unterstützen, das ist die Intention der Workcamps, die vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg durchgeführt werden. „Wir wollten Südafrika anders kennenlernen als die Touristen“, sagen Daniel Seibold und Raphael ­Weber.

Dass aus ihrem dreiwöchigen Aufenthalt ein sechswöchiger wurde, hat sie trotzdem ein paar Nerven ­gekostet, Geduld und Organisationstalent gefordert. Anfang April endlich konnten sie in einer Rückhol­aktion heim. Mit einem Lächeln ­erinnern sich die beiden an den letzten Tag vor ihrem Abflug. Da bekam der Spielplatz einen allerletzten Schliff: ein saftig grüner Kunstrasen bedeckt jetzt den Betonboden des Wasserspielplatzes.


 Zum Abschied gibt’s ein Gruppenfoto: Die Workcamp-Mitarbeiter mit Kindern auf dem Spielplatz.
(Foto: privat)


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