Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Aller guten Vorsätze sind zwei

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

Auch als Gemeindeblatt-Kolumnist gehe ich mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Sie schützen vor Selbstzufriedenheit und Überheblichkeit. Weil sie mit Veränderung verbunden sind. Und doch verhehle ich nicht, dass mir dieser Rat eines Freundes noch immer der liebste ist: „Verbieg dich nicht! Bleib so, wie du bist!“

Apropos Kolumnist bzw. Kolumnistin: Das hier ist, auch wenn der Begriff nirgendwo fällt, eine Kolumne und damit per Definition ein „kurzer Meinungsbeitrag“. Einen solchen darf ich im wöchentlichen Wechsel mit Lucie Panzer schreiben, und das begleitet von dem Hinweis der Verantwortlichen: „Haltet mit eurer Meinung nicht hinter dem Berg!“ Es geht an dieser Stelle also immer um pointierte Meinung.

Es geht um pointierte Meinung

Aber gerade eine pointierte Meinung muss gut begründet sein. Habe ich mich in der Vergangenheit zu sehr auf das Meinen konzentriert, ohne dass nachvollziehbar geworden wäre, wie und warum Koch zu dieser Meinung kommt? Hat es deshalb teils scharfe Kritik gegeben? „Ich brauche Informationen. Eine Meinung bilde ich mir selbst“, hat Charles Dickens gesagt. Diesen Satz will ich – guter Vorsatz Nr. 1 – im Hinterkopf behalten, aber natürlich trotzdem meine Meinung äußern.

Meinung – es gibt sie in unterschiedlicher Form. Ich möchte im neuen Jahr – zweiter guter Vorsatz – nicht weniger klar, aber doch näher am Menschen schreiben. Jedenfalls hat mich der am Telefon erhobene Vorwurf „Sie sind ein Spalter sondergleichen“ durchaus getroffen. Denn bei aller Lust am profilierten Formulieren: Gräben auszuheben ist nicht mein Ziel. Im Gegenteil!

Herodot hat Recht

An diesen beiden Dingen werde ich mich 2022 bei „Andreas Koch meint …“ orientieren. Dazu muss ich mich nicht verbiegen und kann bleiben, wie ich bin, nur ein bisschen barmherziger. Und Sie? Sie können hoffentlich meine Meinung ertragen – und ich die Ihre. Jedenfalls gilt, was der alte Grieche Herodot einmal so zum Ausdruck gebracht hat: „Wenn nicht Meinung gegen Meinung offen gesagt wird, lässt sich die bessere nicht herausfinden.“

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?