Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Boston, ich komme!

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblatts. Fotos: privat, Canva

Ich mache es persönlich heute und sage: Während ich das hier schreibe, bin ich fast schon auf dem Weg in die USA. Zwei Jahre hat Corona einen Besuch bei meinem Sohn und seiner Familie verhindert. Jetzt ist es wieder möglich: Boston, ich komme! Aber wie immer vor einer größeren Reise halte ich kurz inne. Warum? Weil ich mir Klarheit verschaffen will, wo ich gerade stehe in meinem Leben. Man weiß ja nie …

An den Tod denken

Ja, je älter ich werde, desto mehr denke ich bei solchen Gelegenheiten auch an den Tod! Angst habe ich keine. Wohl aber fürchte ich, dass der Tod zu früh kommen könnte. Schließlich habe ich noch so viel vor. Wollte ich nicht schon lange meine Kolumnen zwischen zwei Buchdeckel packen? Ist es nicht höchste Zeit, mir die Sehnsuchtsberge Eiger und Matterhorn aus der Nähe anzusehen? Und müsste ich nicht endlich damit anfangen, längst überfällige Besuche nachzuholen? Pläne über Pläne, To-do-Listen ohne Ende, seit einigen Jahren im Ruhestand, aber überhaupt noch nicht zur Ruhe gekommen: Was, wenn es vor Nacht leicht anders wird, als es am frühen Morgen war?

Je länger, desto mehr denke ich aber über den Tod nicht nur nach, sondern rechne auch mit ihm. Und ich bereite mich auf ihn vor – zumindest in kleinen Schritten: indem ich mich um eine Patientenverfügung oder Generalvollmacht kümmere; indem ich meinen Kindern nicht das totale Chaos zu hinterlassen versuche; indem ich aufschreibe, wie ich mir einmal meine Beerdigung vorstelle; und so weiter und so fort.

Bewusst leben

Übrigens und kaum zu glauben, aber wahr: Oft ertappe ich mich dabei, wie ich allein für mich Choräle singe – zum Beispiel diesen hier: „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod.“ (EG 530,1) Keine Ahnung, was meine Nachbarin von meinem Singsang hält! Ist mir aber auch egal. Hauptsache, ich lebe nicht einfach vor mich hin, sondern bewusst! Dazu gehört nicht zuletzt das Wissen um die eigene Endlichkeit, aber auch um das Weiterlebendürfen danach. So, und jetzt geht‘s ab in die USA!

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?