Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Das ist mir für den neuen Bischof wichtig

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

Am 17. März ist Bischofswahl, und das wohl mitten im Ukrainekrieg. Angenommen, wir alle dürften wählen: Was wäre für Ihre Wahlentscheidung ausschlaggebend? Mir sind drei Eigenschaften für den neuen Landesbischof – oder wird es eine Bischöfin? – besonders wichtig: Ausstrahlung, eine klare Sprache und Führungsstärke.

Drei bischöfliche Eigenschaften

Ausstrahlung: Auf die Kirche warten existenzielle Herausforderungen. Da sollte an der Spitze unserer Landeskirche eine profilierte Persönlichkeit stehen, die sich auch über Kirchengrenzen hinaus Anerkennung erwirbt. Nur so kann es gelingen, den gesellschaftlichen Bedeutungsverlust zu stoppen und die Mitgliedererosion aufzuhalten.

Eine klare Sprache: Die neue Bischöfin, der neue Bischof muss den kirchlichen Anliegen Gehör verschaffen. Das geht nur, wenn sie oder er eine klare Sprache spricht. „Nichts ist gut in Afghanistan“, hat Margot Käßmann als EKD-Ratsvorsitzende gesagt. Damit hat sie die Politik aufgerüttelt. So jemand wäre auch für das evangelische Württemberg gut – auf der Kanzel wie in Talkshows und den Medien überhaupt. Zumal vielerorts und insbesondere in der Ukraine gerade jetzt so vieles nicht in Ordnung ist.

Und Führungsstärke: Führung bedeutet mutiges Handeln plus geistliche Orientierung für alle, welche selber entscheiden und handeln wollen. Nach beidem sehnen sich viele – die mit Ernst Christen sein wollen genauso wie jene, denen die Kirche fremd geworden ist.

Drei respektable Kandidaten

Wahlberechtigt ist die Landessynode. Für die Nachfolge des von mir geschätzten Frank Otfried July kann sie zwischen drei respektablen Kandidaten entscheiden: Ernst-Wilhelm Gohl, Gottfried Heinzmann und Viola Schrenk. Möge, wer immer gewählt wird, sich dieser drei Eigenschaften befleißigen: Ausstrahlung, einer klaren Sprache und Führungsstärke!

Apropos gewählt werden: Es erhält doch jemand die nötige Zweidrittelmehrheit, oder nicht? Ich jedenfalls zähle darauf: Am 17. März „habemus papam“ beziehungsweise „habemus mamam“. Alles andere wäre ein Armutszeugnis.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?