Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Herr Ostertag hat Recht

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

Ob sie wohl zu einer Kolumne passt? Jedenfalls möchte ich hier und heute meine Lieblingsostergeschichte erzählen. Vor Ostern aber kommt Karfreitag, und also fange auch ich mit Karfreitag an – mit irgendeinem Karfreitag zu Beginn der 1960er Jahre. Wir Kinder dürfen nicht im Freien spielen. Die Frau des Pfarrers trägt Schwarz, „weil der Herr Jesus gestorben ist“. Zum Mittagessen gibt‘s Rührkuchen mit Tee, Fleisch und Wurst sind tabu. Kurz vor 15 Uhr aber versammeln sich alle vor dem Radioapparat, um – nichts zu hören. Denn damals legt das Radio zur Sterbestunde Jesu 15 Minuten Sendepause ein, und mit ihm schweigt die Familie. Karfreitag, wie er einmal war.

Ostern fängt auf dem Friedhof an

Und Ostern? Damals wie heute fängt Ostern für mich auf dem Friedhof an, sofern Corona es erlaubt. Ob als kleiner Bub, später als Pfarrer und jetzt wieder als Gottesdienstbesucher: Die Auferstehungsfeier war und ist mir wichtig. Denn da auf dem Friedhof inmitten der Gräber lässt Ostern sich begreifen wie nirgendwo sonst: „Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; er ist auferstanden.“ (Matthäus 28,5f.) Dazu der Posaunenchor. Das ist Leben.

Und damit zu meiner Lieblingsostergeschichte! Nein, keine Geschichte, sondern eine nachösterliche Begebenheit, die sich genau so zugetragen hat! Da komme ich an einem Osterdienstag an der Pforte unseres Pressehauses vorüber. „Jetzt ist Ostern auch schon wieder vorbei“, sage ich zu dem Mann hinter der Glasscheibe. Die Antwort folgt prompt: „Ostern ist nicht vorbei, Ostern ist immer.“

An Ostern siegt das Leben

Karfreitag und Ostern: Erst behält der Tod die Oberhand, dann siegt, auch wenn es nicht so scheint, das Leben, und zwar ein für alle Mal. Und deshalb gilt in der Tat, was der Mann an der Pforte sagt: „Ostern ist immer.“ Übrigens und kaum zu glauben, aber wahr: Der Mann an der Pforte hieß Ostertag. Und mit Ostern hatte Herr Ostertag ja wirklich Recht.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie? Gesegnete Ostern – trotz allem!

 

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