Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint … Ja, man kann Weihnachten feiern!

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblatts. Fotos: privat, Canva

Diese Frage stellen sich wohl viele, denen nicht gleichgültig ist, was um sie herum vor sich geht: Kann man dieses Jahr überhaupt so richtig Weihnachten feiern und davor den Advent? Ein Blick in mein Wohnzimmer genügt: Ja, man kann! Jedenfalls bin ich auch 2022 auf meinem persönlichen Erzgebirgstrip. „Schuld“ daran hat eine Kollegin. Von dort stammend hat sie mir im Lauf der Zeit eine Reihe von Dingen geschenkt, die man im Erzgebirge an Weihnachten halt so hat: Schwibbogen, Pyramide, Bergmann und Engel, Räuchermännchen und last, but not least einen kleinen Weihnachtsberg.

Manche haben Angst vor dem Schlimmsten

Was ein Weihnachtsberg ist? Wie man sich einen Schwibbogen vorzustellen hat? Wofür Bergmann und Engel stehen? Schau nach im Internet! Hier geht es, wie gesagt, darum, ob man Weihnachten und Advent dieses Jahr überhaupt feiern kann. Warum eigentlich nicht? Auf den ersten Blick dagegen spricht natürlich vor allem der Krieg in der Ukraine. Er hat bereits Tausenden von Menschen das Leben gekostet, und ein Ende ist nicht in Sicht. Spürbar sind seine Folgen auch hierzulande: sinkende Wirtschaftskraft, steigende Preise, Energieknappheit, Existenzangst und – ja, auch die Furcht vor dem Schlimmsten. Was, wenn Wladimir Putin zum Äußersten, sprich zu nuklearen Waffen greift?

Weihnachten braucht keine heile Welt

Dass ich in meinem Wohnzimmer und darüber hinaus trotzdem Weihnachten werden lasse, hat zwei Gründe: zum einen hab ich nicht die Absicht, mir von irgendwelchen Kriegsherren diktieren zu lassen, ob Weihnachten sein kann oder nicht. Zum andern hat sich schon das allererste Weihnachten nicht in einer heilen Welt ereignet, sondern in einer Welt, wie sie nun mal ist, wenn Menschen in ihr das Sagen haben: dunkel, voller Leid und auf Erlösung wartend. Kann man dieses Jahr überhaupt Weihnachten feiern und davor den Advent? Ja, man kann, und das nicht zuletzt deshalb: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein!“ (EG 56,1) Und jetzt muss ich noch einen zweiten Schwibbogen ins Fenster stellen.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?