Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint … Lasst die Lichter leuchten!

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblatts. Fotos: privat, Canva  

Ich bin ein Weihnachtsmensch. Deshalb trifft mich diese Aufforderung hart: „In diesem Winter sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sowohl auf die Weihnachtsbeleuchtung in Städten, wie auch die der Häuser und Wohnungen verzichtet wird.“ So vor kurzem Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Jetzt wird einem auch noch Weihnachten vergällt

Da bleiben einem fast die allzu frühen Pfeffernüsse im Halse stecken. Als ob dieses Jahr nicht auch so schon hart genug und vom Verzicht geprägt wäre! Nun wird einem auch noch Weihnachten vergällt. Nein, sagt Koch, der Weihnachtsmensch, da mache ich nicht mit! Im Gegenteil: Auch 2022 werden in meiner Wohnung am Esslinger Marktplatz Schwibbögen in den Fenstern stehen und der Herrnhuter Stern von der Decke leuchten.

Überhaupt habe ich etwas gegen Bevormundung! Wobei Resch, radikal wie immer, bei Licht betrachtet keineswegs Unrecht hat: Wir leben tatsächlich in einer Zeit voller Herausforderungen, und Schlimmes wie ein aus den Fugen geratendes Klima, eine nicht enden wollende Pandemie, ein brutaler Angriffskrieg oder die dramatische Energiekrise lösen sich nicht einfach in „Stille Nacht“ auf, nur weil der 24. Dezember naht. Aber das mit dem Eingriff in mein weihnachtliches Wohnzimmer geht zu weit. Ganz abgesehen davon will ich als Stadtrat nicht entscheiden müssen, wo der eine beleuchtete Christbaum, den Jürgen Resch einer Kommune zugesteht, stehen darf.

An Weihnachten selber sollten wir großzügig sein

Können wir uns darauf verständigen, dass wir bei dem allem wenigstens an Weihnachten selber etwas großzügiger sind – an Weihnachten und den Tagen drumherum – und die Entscheidung den Einzelnen überlassen? Für mich jedenfalls kommt ein Weihnachten ganz ohne Lichter nicht in Frage. Wie denn auch! Schließlich heißt es in der Weihnachtsgeschichte des Johannes: „Und das Licht scheint in der Finsternis.“ (Johannes 1,5) Wir sollten es gerade auch in schwerer Zeit leuchten lassen. Es tut uns gut. Und direkt nach dem Fest sparen wir wieder kräftig Strom – wie auch schon zuvor.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?