Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Mehr Respekt!

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

Ob „Respekt“ vielleicht sogar zum Wort des Jahres wird? Jedenfalls hat es während des Bundestagswahlkampfs eine Hauptrolle gespielt und war auffällig plakatiert – von welcher Partei auch immer. Aber was heißt das eigentlich: „Respekt“? Das Lexikon sagt: „Respekt“ gleich „Achtung“, „Höflichkeit“, „Fairness“, „Anerkennung“, „Autorität“, „Toleranz“ und anderes mehr.

Die Respektlosigkeit nimmt zu

Warum aber druckt im Jahr 2021 eine politische Kraft das Wort „Respekt“ auf ihr Wahlplakat? Ganz einfach: Weil wir in einer Zeit zunehmender Respektlosigkeit leben. Das kann die Politik nicht ignorieren – und nicht nur sie. Oder soll daran irgendetwas gut sein, wenn in den sozialen Netzwerken in die unterste Schublade gegriffen und gemobbt wird, was das Zeug hält? Wenn Andersdenkende, Andersglaubende, Anderssprechende, Von woanders-Herkommende wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden? Wenn Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungskräfte mit verbalen oder tätlichen Angriffen rechnen müssen? Wenn Politiker …? Und, und, und.

Das sehe übrigens nicht nur ich so. Die Hälfte aller Deutschen beklagt laut Umfrage die wachsende Respektlosigkeit und Gewalt. Und von der Autorin Miriam Collée stammt die Feststellung: „Manchmal hat man den Eindruck, Freundlichkeit und Rücksicht sind Relikte aus einer Zeit, in der es VHS-Kassetten gab, Postleitzahlen vierstellig waren, US-Präsidenten nicht twitterten und deutsche Politiker keine Sätze sagten wie ‚Ab morgen gibt es in die Fresse‘.“

Ohne Respekt geht es nicht

Eine Renaissance des Respekts – das ist es, was wir brauchen. Wie aber geht Respekt? Siehe oben: „Achtung“, „Höflichkeit“, „Fairness“, „Anerkennung“, „Autorität“, „Toleranz“! Oder mit Worten des Dalai Lama ausgedrückt: „Respektiere dich selbst, respektiere andere und übernimm Verantwortung für das, was du tust!“ Ich bin froh, dass das Wort „Respekt“ öffentlich verhandelt wird in diesen Tagen. Ob es zudem zum Wort des Jahres wird – schaun mer mal! „Mehr Respekt“ könnte übrigens auch in der Bibel stehen.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?