Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Nicht nörgeln! Lieber danken!

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

„Vergiss den Anfang nicht: den Dank!“, sagt Albert Schweitzer, der Arzt in Afrika und Friedensnobelpreisträger. Ein Freund von mir hat sich an dieses Wort gehalten und seinen Sommerurlaub mit einem Dankeschön begonnen: einem schriftlichen Dankeschön an einen Flugbegleiter für dessen tolle Arbeit.
Auch mein Urlaub hat mit einem Dank angefangen: Weil ich ihr im Zug den Koffer in die Gepäckablage hieven half, hat sich eine ältere Dame bei mir bedankt. Natürlich hat mir der Dank gutgetan – und dem Flugbegleiter sicher auch.

Nörgeln hat Hochkonjunktur

Trotzdem steht das Danken nicht auf Platz 1 in unseren Tagen. Im Gegenteil: Nörgeln, Monieren, Kritisieren, Verurteilen beziehungsweise Wünschen, Erwarten, Fordern, Verlangen haben Hochkonjunktur. Zumindest ist das meine persönliche Erfahrung nicht zuletzt im politischen Ehrenamt: dass nichts gut genug ist; dass „die da oben“ alles falsch machen; und dass man für sie deshalb um mehr Hirn bitten oder sie gleich in die Wüste schicken sollte.
Klingt übertrieben? Von wegen: Heutzutage bekommt ein gerade erst gewählter Oberbürgermeister Mails von – Zitat! – „enttäuschten Wählern“. Dabei ist er noch gar nicht im Amt. Ich glaube, wir haben ein Luxusproblem. Anderswo wären die Menschen froh, es ginge ihnen halb so gut wie uns.

Nichts ist selbstverständlich

Jetzt komme ich noch mit einer altklugen Frage daher: Hat es nicht Sinn gemacht, wenn man Kinder früher strikt zum Dankesagen erzogen hat? Dadurch haben sie für ihr ganzes Leben eins gelernt: Nichts ist selbstverständlich, das Meiste ein Geschenk, und dafür sollte man den „Anfang“, sprich den Dank, nicht vergessen.
Darf ich am Übergang von den Ferien zum Alltag in Familie, Schule und Beruf damit schließen: „Wenn du am Morgen aufstehst, dann sage Dank für das Morgenlicht, für dein Leben und die Kraft, die du besitzt! Sage Dank für deine Nahrung und die Freude, am Leben zu sein! Wenn du keinen Grund siehst, Dank zu sagen, liegt der Fehler bei dir.“
Das meint Tecumsee, ein Indianerhäuptling. Das meint auch Andreas Koch. Und was meinen Sie?