Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Still ist nicht laut genug

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

Ich hatte mir für heute ein anderes Thema vorgenommen. Dann kam ein Brief zu unserer neuen Kolumne hier im Gemeindeblatt. Ich möchte auf ihn eingehen. Denn an diesem Brief sind drei Dinge besonders, ja bemerkenswert.

Zum einen: Es handelt sich tatsächlich um einen Brief, zwei Seiten liebevoll von Hand geschrieben – eine Seltenheit im Zeitalter von Mail, Facebook und WhatsApp.

Zum andern: Er beginnt – auch das ist ungewöhnlich – mit einem Kompliment. „Super Idee, die wöchentliche Kolumne“, heißt es da. Und am Schluss steht: „Ich werde das Gemeindeblatt nun noch lieber lesen.“

In der Krise unauffällig

Vor allem aber: Der Brief zeigt, dass seine Schreiberin die Kirche liebt und doch auch an ihr leidet. „Meine Kirche ist mir zu still, zu unauffällig, gerade jetzt in der Krise. Sie taucht in den Medien nicht auf. Wo sind in den Talkshows die kirchlichen Vertreter?“ Und weiter: „Fußballspiele finden statt, auch Gottesdienste, die Kultureinrichtungen aber sind geschlossen. Wäre es nicht ein Akt der Solidarität, ab und zu die Gottesdienste zu ‚schließen‘ als Zeichen: Wir sehen eure Not?“

Gedanken, die mir zu denken geben. Jedenfalls ist auch mir an einer präsenten und meinungsfreudigen Kirche gelegen. Und an einer solidarischen Kirche, die sich in der Pandemie an die Seite derer stellt, die besonders unter ihr leiden: sozial Schwache, Familien, Einzelhändler, Gastronomen, Hoteliers, Kulturschaffende und so weiter. Ob da nicht auch ein Solidaritätsgottesdienst sinnvoll wäre? Konkrete Hilfe ersetzt er natürlich nicht.

Sichtbar und vernehmbar

„Meine Kirche ist mir zu still.“ Im Umkehrschluss heißt das ja: „Let’s get loud!“ Aber nicht laut werden, um aufzufallen, sondern um gerade jetzt mit dem sicht- und vernehmbar zu sein, was Menschen hilft. So jedenfalls verstehe ich diesen besonderen Brief und seine Schreiberin. Natürlich liebt die Kirche eher die leisen Töne. Aber in diesen Zeiten ist still nicht laut genug. Im Gegenteil! Und dahinter setze ich ein großes Ausrufezeichen.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?

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