Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Unsere Presse braucht Meinungsvielfalt

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

In diesem Jahr feiert das Nachrichtenmagazin Der Spiegel seinen 75. Geburtstag. „Sagen, was ist“ hat ihm sein Gründer und Herausgeber Rudolf Augstein ins Stammbuch geschrieben. Das Motto ist auch 2022 noch aktuell. Beim Gemeindeblatt heißt dieser Leitsatz übrigens „Erleben, woran wir glauben“.

Und noch etwas: Vor einiger Zeit durfte ich bei einem politischen Empfang prominente Medienvertreter willkommen heißen und ihnen das hier ans Herz legen: „Bleiben Sie so vielfältig wie irgend möglich! Demokratie lebt von einer meinungsbunten Presse.“ Reichlich Beifall von Intendant, Sendedirektorin, Herausgeberin der Lokalzeitung, Chefredakteur und anderen Meinungsmachern!

Applaus allein genügt nicht

Aber Applaus allein genügt nicht – von wem und bei welcher Gelegenheit auch immer. Wer will, dass weiter gesagt wird, was ist, und das aus verschiedenen Blickwinkeln, muss auch handeln. Drei Punkte sind mir wichtig. Nehmen wir erstens die – ich nenne es mal so – „Zeitungsfusionitis“ nicht als gottgegeben hin. Zeitungen dürfen nicht immer gleicher und weniger werden. Das ist der Anfang vom Ende der Vielfalt. Zweitens hat journalistische Qualität ihren Preis. Es gibt nicht alles kostenlos, schon gar nicht fundierte Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung in Radio, Fernsehen und online. Drittens: Medien und Medienschaffende verdienen Anerkennung und Respekt. Beschimpfungen wie „Lügenpresse“ oder „Fake News“ sind ebenso unangebracht wie infam.

Anmerkung am Rand: Meine Eltern waren stolze Abonnenten von zwei Tageszeitungen. An diesen Rat meines Vaters erinnere ich mich gut: „Lies täglich die beiden Leitartikel und du weißt, was Sache ist!“

Sich für die Medien einsetzen

„Demokratie lebt von einer meinungsbunten Presse.“ Wenn dem so ist, müssen wir alle zusammen dafür sorgen, dass es so bleibt. Wäre es nicht fatal, wenn es kein Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg mehr gäbe? Oder keinen Spiegel? Es lohnt sich, sich für unsere Medien einzusetzen. Vielfalt statt Einfalt – um weiter sagen zu können, was ist!

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?