Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint … „Verleih uns Frieden gnädiglich“

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

„Und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Jesaja 2,5) Wenn der Prophet nur Recht behalten hätte! Hat er nicht. Was vergangen schien, feiert fröhliche Urständ in diesen Tagen. Fröhlich? Nein, „der Krieg kennt kein Erbarmen“ (Friedrich Schiller)!

Keine Waffen in Krisengebiete

Vor kurzem war ich an dieser Stelle noch optimistisch: „Gebt dem Frieden eine Chance!“ Um dann den Wunsch nach Waffen für die Ukraine abzuweisen: „Waffen sind nicht die Lösung, sie sind ein Teil des Problems.“ Keine Waffen in Krisengebiete war auch die offizielle deutsche Politik. Und jetzt? Jetzt ist Krieg, und die Bundesregierung hat Waffenlieferungen an die Ukraine beschlossen. Fast alle Parteien machen mit. Und auch Annette Kurschus, Deutschlands oberste Protestantin, sagt nicht mehr kategorisch Nein: „Die Ukrainer haben das Recht, sich zu verteidigen. Wer bin ich, ihnen ins Gesicht zu sagen, sie sollten dazu Pflugscharen benutzen?“ Ja, es ist Krieg!

Waffen schaffen keinen Frieden

Aber ist im Krieg wirklich alles anders? Ich bleibe dabei: Waffen schaffen keinen Frieden. Im Gegenteil: Mit ihnen gießen wir Öl ins Feuer, und am Ende steht ein Weltenbrand. Natürlich verweigert man den Ukrainern nur ungern militärische Hilfe, und die Versuchung ist groß, Putin Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Trotzdem: Am Verhandlungstisch, nicht auf dem Schlachtfeld wird über den Frieden entschieden. Bin ich naiv? Dann ist es die EKD-Ratsvorsitzende Kurschus auch: „Ich setze weiterhin auf Diplomatie und möglichst wenig Waffen.“ Und es gibt noch etwas, auf das wir unsere Hoffnung setzen können: das Gebet.

Deshalb bitte ich zum Schluss: „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten!“ (EG 451) Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?

PS: Aber vielleicht hat ja auch die bisherige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer Recht: „Wir haben die Lehre von Schmidt und Kohl vergessen, dass Verhandlungen immer Vorrang haben, aber man militärisch so stark sein muss, dass Nichtverhandeln für die andere Seite keine Option sein kann.“